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15.06.2020 / Allgemein

Ausgerechnet

Schon wieder Hannover 96. Schon wieder ein packendes Drama. Und erneut eine spielentscheidende Szene in der Schlussphase. Wenn die beiden Begegnungen mit den Niedersachsen in dieser Saison eines bewiesen haben, dann, dass sie nichts für schwache Nerven sind. Wie schon im vergangenen Herbst bot das Aufeinandertreffen einen leidenschaftlichen Fight mit Momentums-Schwankungen. Die letzte Wende an diesem verrückten Sonntag gehörte jedoch auch im Rückspiel den Lilien, deren entscheidender Treffer irgendwie passend zu diesem Spiel auf Augenhöhe war, in dem Kleinigkeiten über Sieg und Niederlage entschieden.

In dieser 90. Minute stieg der Patric Pfeiffer nach einer Ecke am ersten Pfosten am höchsten und bugsierte die Kugel in Richtung des Kastens. Irgendwie – durch die Schulter von Marcel Franke, ein bisschen Brust war auch dabei – flog der Ball ins Tor. Ausgerechnet Pfeiffer. 20 Jahre alt, Startelf-Debüt bei den Lilien. Und plötzlich Matchwinner einer Elf, die sich aufopferungsvoll gewehrt hat gegen diesen form- und qualitativstarken Absteiger. „Es fühlt sich einfach megageil an“, freute sich Pfeiffer nach drei gewonnenen Last-Minute-Punkten. Drei Zähler, die für den fünftplatzierten SV 98 von großer Wichtigkeit waren, um die Niedersachsen auf Distanz zu halten. Mit einem Sieg hätten die Hannoveraner schließlich an den Lilien vorbeiziehen können. „Hannover war seit langem die beste Mannschaft, die hier am Bölle zu Gast war“, erklärte Serdar Dursun und fügte an: „Wir wollten sie auf Abstand halten. Das haben wir geschafft.“

Äußerst anstrengend, massive Mentalität

Doch einfach war dies nicht. Hannover zählt zusammen mit dem SV 98 zu den besten Mannschaften der Rückrunde, hat zudem die meisten Tore in der zweiten Saisonhälfte geschossen und gerade nach dem Re-Start der 2. Bundesliga mächtig aufgedreht. So war es für die Darmstädter ein hartes Stück Arbeit, standzuhalten und den Sieg einzufahren. „Es war unheimlich anstrengend und wirklich das anstrengendste Spiel der letzten Wochen“, schnaufte Nicolai Rapp. Warum die Südhessen vor allem kurz nach der Pause gegen einen starken Gegner Körner und sich die knappe 1:0-Führung für einen kurzen Moment aus der Hand nehmen ließen, wissen sie. Viel zu statisch agierte der SV 98 nach dem Seitenwechsel. Doch die Reaktion nach den beiden Gegentreffern war abermals Darmstadt-like. Den nötigen Biss hatte Dimitrios Grammozis vor der Partie gefordert. Und die Jungs auf dem Rasen setzten das um, was der Cheftrainer sehen wollte. „Kompliment an die Mannschaft. Sie ist nach dem 1:2 nicht in Panik verfallen. Stattdessen haben wir weiter an uns geglaubt. Es ist ein Sieg der Mentalität dieses Teams und darauf bin ich sehr stolz“, betonte Grammozis.

Serdar Dursun, der den zwischenzeitlichen Treffer zum 1:0 markierte, schloss sich den Worten seines Coaches an. „Wir haben starke Charaktere in der Mannschaft“, sagte er. Ein Grund dafür, warum der SV 98 zu keinem Augenblick der Partie aufgab. „Normalerweise brechen viele Mannschaften nach dem 1:2 ein. Doch wir sind charakterstark und haben weiter guten Fußball gespielt“, so der Stürmer der Lilien, die ihre Heimstärke erneut unter Beweis stellten. Im Jahr 2020 ist der SV 98 im heimischen Merck-Stadion am Böllenfalltor noch gänzlich ungeschlagen. Die letzte und gleichzeitig einzige Heimniederlage dieser Saison datiert aus dem Dezember 2019. Vor über einem halben Jahr gastierte Arminia Bielefeld in Südhessen. Nur dem Spitzenreiter der 2. Bundesliga gelang es, sich am Bölle durchzusetzen und die volle Punktzahl mit nach Hause zu nehmen.

„Wollen das Maximale an Punkten rausholen“

Und nun? Geht es wieder gegen die Arminia. Viel Zeit, sich über den Heimdreier gegen Hannover zu freuen, bleibt nicht. Der Blick richtet sich direkt nach vorn, am Donnerstag (18.6./20.30 Uhr) müssen die Lilien auf der Alm ran. Eine harte Englische Woche wartet auf den SV 98 – erst auswärts in Ostwestfalen, dann das Nachbarschaftsduell zuhause gegen Wehen Wiesbaden (21.6./15.30 Uhr). Doch sind die Darmstädter gewappnet für die kommenden Aufgaben. Das hat das Spiel gegen Hannover und die Charakterstärke des SV 98 gezeigt. „Die kommenden Spiele sind nicht ohne. Wir wollen das Maximale an Punkten rausholen“, gibt Grammozis die Zielrichtung vor. Für einen erfolgreichen Saisonendspurt soll nun auch die maximale Ausbeute in der Schüco-Arena folgen. Selbstbewusst sind die Lilien allemal, um gegen den Spitzenreiter zu bestehen. Und wer weiß, vielleicht gibt es das nächste Ausgerechnet-Kapitel auf der Alm.

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