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10.03.2019 / Allgemein

„Blut, Kampf – Darmstadt 98“

Mit einem großen blauen Kopftuch, getrockneten Blutflecken auf der Wange und einem Grinsen im Gesicht stapfte Serdar Dursun am Samstagnachmittag gegen halb vier durch die Mixed Zone. Fast schien es, als trug er seinen Verband als Kopfschmuck, die Nachwirkungen eines Zweikampfs mit Keeper Kronholm als Trophäe. Und so ganz falsch war dieser Eindruck nicht, denn die Lilien hatten soeben Holstein Kiel mit 3:2 niedergerungen. 90 Minuten lang bot der SV 98 einen leidenschaftlichen Fight an, der nicht immer ganz schmerzfrei für alle Beteiligten blieb. Für Dursun passt seine Platzwunde allerdings gut ins Gesamtbild: "Das war Blut, Kampf - Darmstadt 98."

Der Plan ist aufgegangen
Auch sein Chefcoach Dimitrios Grammozis konstatierte hinterher, bezogen auf den Spielverlauf: "Wir mussten ab und zu leiden." Eine Selbstverständlichkeit war dieser Sieg sicherlich nicht, wenn man bedenkt, dass die Kieler vor dem Spieltag nur fünf Punkte hinter dem Relegationsplatz lagen und die drittstärkste Offensive der Liga stellten. Umso fröhlicher stimmte Grammozis das Endergebnis: "Ich bin überglücklich, dass wir zuhause den Fans eine starke kämpferische Leistung gezeigt haben." Den Schlüssel zum Erfolg sah der Coach dabei neben der Leidenschaft und der Moral vor allem in den Standards: "Darauf haben wir uns auch vorbereitet und es ist schön, dass das so geklappt hat", resümierte der 40-Jährige. Tatsächlich sind gleich zwei der drei Tore durch Standardsituationen entstanden. Erst köpfte Dursun eine Ecke von Tobias Kempe kurz vor der Halbzeit zum zwischenzeitlichen 2:1 ins Netz, ehe abermals Kempe bei einem Freistoß den Vorbereiter für Marcel Franke spielte. Letzterer mochte sich selbst für seinen Treffer gar nicht zu sehr beweihräuchern lassen: "Bei meinem Tor bringt Tobi Kempe den Ball super in die Mitte, da musste ich fast nur noch den Kopf hinhalten."
Aber es nicht nur das: Die Lilien fanden auch immer wieder spielerisch offensive Lösungen und Mittel, beschränkten sich nicht auf die Defensive. Nachdem in der ersten Woche unter dem neuen Trainerteam das Verschieben und Verhalten bei gegnerischem Ballbesitz im Vordergrund stand Grammozis nach Bielefeld: "Da waren wir strukturiert, das war weitestgehend okay"), wurde sich in dieser Woche das Offensivspiel vorgeknöpft. Und auch hier wurden gegen Kiel die Ansätze von Grammozis & Co. sichtbar: Die Lilien schafften es immer wieder, sich spielerisch aus der eigenen Hälfte zu befreien, bewiesen Mut und den Blick nach vorne. Hatten sie den Ballbesitz, versuchten sie, die Zwischenräume zu besitzen und mit Pässen in die Schnittstelle zum Erfolg zu kommen. 
Gegen alles gewehrt
Dass es dann letztendlich drei Punkte wurden, hatte der SV 98 dann aber auch in der einen oder anderen Situation seinem Schlussmann zu verdanken. Die starke Offensive der KSV bewies auch in Südhessen ihre Qualitäten – oft konnten die Feldspielern die Situationen, teilweise in letzter Sekunde, bereinigen. Wenn dies nicht der Fall war, wartete aber noch Daniel Heuer Fernandes auf die Störche. Kiel habe in der Schlussphase alles nach vorne geworfen, doch "wir haben uns gegen alles gewehrt, was auf uns zukam", konstatierte der Keeper am Folgetag.
Zu Hause zur Macht werden – und auswärts endlich konstant punkten
Insgesamt bedeutete der Erfolg gegen die Störche bereits der dritte Heimsieg in den letzten vier Spielen am Böllenfalltor. Die Heimstärke könnte also wieder zu einer Charaktereigenschaft der Lilien werden – findet auch Defensivmann Franke: "Wir wollen und müssen eine Macht zu Hause werden. Und wenn wir die Fans ins Boot holen, dann wird es für jeden Gegner schwer, hier zu bestehen", betonte der gestrige Torschütze.
Als nächstes müssen die Lilien allerdings erstmal wieder auswärts antreten, am kommenden Samstag heißt der Gegner HSV. In der Fremde gab es für das Team in der Saison bislang noch nicht viel zu holen. Aber Mehlem unterstrich auch: "Mit einer Leistung wie gegen Kiel können wir auch dort etwas mitnehmen." Nur hoffentlich keine weiteren Platzwunden.

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