FAQs zum verlegten Testspiel gegen San Antonio
Der SV 98 beantwortet die wichtigsten Fragen zum verschobenen Testspiel der Lilien beim Kooperationspartner San Antonio FC.
Das Fanprojekt Darmstadt und die Aktionsgemeinschaft bewegungsorientierte Sozialarbeit e.V. (AGBS) wurden vom Bündnis für Demokratie und Toleranz im Rahmen des Wettbewerbs "Aktiv für Demokratie und Toleranz 2010" ausgezeichnet. Dabei wurde das Filmprojekt Football is Freedom als "vorbildlich" eingestuft und mit 3.000 Euro prämiert.
In Kooperation hatten das Fanprojekt und die AGBS mit Jugendlichen der "Ultras Darmstadt" die filmische Dokumentation "Football is Freedom – Eine Dokumentation über Diskriminierung im deutschen Fußball und seiner Fanlandschaft" gedreht. Unterstützt wurden sie dabei vom Medienpädagogen Harald Kuntze. Das Medienprojekt streckte sich über den Zeitraum von zwei Jahren. Im Prozessverlauf der Gruppenarbeit setzten sich die jungen Fans intensiv mit dem Thema Diskriminierung auseinander. Sie beschäftigten sich mit den unterschiedlichsten Formen von Diskriminierung in unserer Gesellschaft und hinterfragten Ursachen und Wirkungen. Schließlich bezogen sie sich konkret auf den Fußball und recherchierten welche speziellen Formen der Diskriminierung hier besonders zutage treten. In der gut einstündigen Dokumentation liegt der Fokus daher auf den Thematiken Rassismus, Sexismus und Homophobie. Auch die Möglichkeiten von Fans und Vereinen diesen Phänomenen entgegenzuwirken, werden aufgezeigt.
Um sich der Thematik zu nähern, wurden zahlreiche Interviews mit Betroffenen (z.B. Vertretern des Mainzer homosexuellen Fanclubs "Meenzelmänner" oder Spielern und Funktionären des türkischstämmigen FC Bursaspor Darmstadt) und Experten (wie dem Buchautor und Sportjournalist Ronny Blaschke und BAFF-Sprecher Martin Endemann) geführt. So berichtet die Fußballweltmeisterin Steffi Jones, ebenso wie Spieler des SV Darmstadt 98 von ihren persönlichen Erfahrungen. Doch auch Vertreter von Fanszenen schildern ihre Eindrücke. Ein Aussteiger aus der rechtsextremen Szene beschreibt wie Neonazis im Stadion gezielt Nachwuchs rekrutieren und der Sportjournalist Ronny Blaschke rückt die Verhältnisse im Fußball in einen gesellschaftlichen Gesamtkontext.
Durch zahlreiche weitere Interviews entstand ein facettenreicher Film, der mehr will als informieren. Er will Anstoß sein um über Themen wie Homophobie und Sexismus zu reflektieren und zu diskutieren. Er richtet sich nicht nur an Fußballfans sondern will breite Bevölkerungsschichten -ob alt oder jung -für diese Thematik sensibilisieren und ermuntert sie selbst für eine tolerante Gesellschaft aktiv zu werden. Natia Cürten von der Aktionsgemeinschaft bewegungsorientierte Sozialarbeit: "Viel Arbeit, Zeit und Nerven wurden in das Projekt investiert, welche aber, nicht nur aufgrund der Auszeichnung, keinesfalls vergebens war."
Fanprojektleiter Michael Kirschner: "Es freut mich insbesondere für die jugendlichen Projektteilnehmer, dass ihr dauerhaftes Engagement für eine tolerante Gesellschaft und gegen Diskriminierung, insbesondere im Fußballkontext, eine solche Anerkennung findet."