FAQs zum verlegten Testspiel gegen San Antonio
Der SV 98 beantwortet die wichtigsten Fragen zum verschobenen Testspiel der Lilien beim Kooperationspartner San Antonio FC.
Blutverschmiert liegt Dario Dumic auf dem Rasen. Wenige Augenblicke zuvor bohrten sich die Stollen des Fußballschuhs von Oliver Hüsing für einen kurzen Moment in die Haut an seiner rechten Schläfe. Ein tiefer Cut ist die Folge. Sofort sprinten die Mannschaftsärzte des SV 98 aufs Feld und versorgen den bosnischen Patienten. Sie nähen die offene Wunde noch auf dem Spielfeld - ohne Betäubung versteht sich. Kein Problem für Dumic. Wenn man jemanden als harten Hund titulieren kann, dann ihn. Immer noch leicht blutverschmiert verlässt er das Spielfeld, drückt einen Verband auf die Wunde und lächelt. Denn diese Nummer 35 kriegt so schnell niemand kaputt. "Keine Sorge, das ist ein bosnischer Schädel", schreibt Dumic nach der Partie mit einem Augenzwinkern in seiner Instagram-Story.
An der Seitenlinie wickeln ihm die Mannschaftsärzte derweil einen blauen Turban um den Kopf. Kaum ist der Verband umgelegt, fuchtelt Dumic bereits wild gestikulierend mit den Armen. So ein tiefer Cut ist für ihn doch kein Hindernis, nichts kann ihn aufhalten. Er will wieder rein, rauf auf den Platz und die 2:0-Führung der Lilien gegen den 1. FC Heidenheim verteidigen – mit Erfolg. Die Lilien haben inklusive Schweiß und Blut alles dafür gegeben, um die drei Punkte gegen eine spielerisch sehr starke Mannschaft aus Heideheim fest am heimischem Böllenfalltor zu behalten. “So steht am Ende ein verdienter und souveräner Sieg”, betont Yannick Stark – noch so ein harter Hund, der seit zwei Spielen trotz Nasenbeinbruch und Spezialmaske 90 Minuten lang für den SV 98 kämpft und sich in jeden Zweikampf wirft.
Es zeigt deutlich: Die Lilien sind derzeit nicht aufzuhalten – weder von Cuts und Nasenbeinbrüchen noch vom Tabellenvierten. Die letzten Siege haben dem SV 98 Selbstvertrauen eingeimpft, der Last-Minute-Erfolg in Nürnberg hat zusätzliche Energie freigesetzt. So sind die Darmstädter zu echten Serienjunkies mutiert: seit neun Partien ungeschlagen, seit vier Duellen ohne Punktverlust. Das kann sich sehen lassen und ist in der 2. Bundesliga aktuell einzigartig. Der Lohn? In der Rückrundentabelle haben sich die Lilien dank des 2:0-Heimerfolgs auf Platz eins geschossen (Bielefeld kann am Sonntag noch nachziehen). “Trotzdem sollte man weiterhin vorsichtig sein und die Kirche im Dorf lassen”, mahnt Stark, der von seinem Cheftrainer dabei Unterstützung bekommt. “Die Euphorie, die wir zusammen mit den Fans entfacht haben, wollen wir genießen, ohne dabei abzuheben. Wir müssen weiter demütig bleiben”, fordert Dimitrios Grammozis. Denn in dieser enorm engen zweiten Liga müssen sich die Lilien jeden Sieg brutal hart erarbeiten. So einfach, wie es gegen den Tabellenvierten aus Heidenheim manchmal aussah, war es beileibe nicht.
Von wegen Ruhestörung
Der FCH zählt zu den defensivstärksten Mannschaften der Staffel, kassierte zuvor mit die wenigsten Gegentreffer. Dieses Bollwerk mussten die Lilien erst einmal knacken und haben es eindrucksvoll gleich doppelt getan. Und dann war da ja noch das Thema der vergangenen Woche. Dimitrios Grammozis lehnte das Angebot des Vereins ab, seinen im Sommer auslaufenden Vertrag um ein Jahr zu verlängern. Nach dieser Saison gehen Trainer und Lilien getrennte Wege. Doch wer glaubt, die Mannschaft ließe sich davon auch nur für einen Moment aus der Ruhe bringen, liegt falsch – aber sowas von falsch. “So eine Leistung abzuliefern, zeigt den Charakter der Spieler. Das war heute unsere beste Saisonleistung”, lobt Grammozis.
Ablenkung? Fehlanzeige. “Wir alle – Mannschaft, Trainerteam, Verantwortliche und Mitarbeiter – haben uns geschworen, dass wir die Saison positiv zu Ende bringen wollen”, gibt Mathias Honsak einen Einblick in das Kabinenleben der vergangenen Woche. “Und ich denke, man hat heute gesehen, dass wir uns fokussieren konnten und eine großartige Leistung gezeigt haben”, so der Torschütze zum 2:0-Endstand. Doch darauf wollen und werden sich die Lilien nicht ausruhen. “Wir dürfen nicht den Fehler machen und satt werden”, fordert der SV98-Coach. Denn schon am kommende Samstag (7.3./13 Uhr) wartet mit dem VfL Bochum ein erneut schwieriger Gegner, den es am heimischem Bölle zu bezwingen gilt. Und dabei können sich alle Lilien einer Sache sicher sein: Der SV Darmstadt 98 wird wieder leidenschaftlich kämpfen, beißen und alles geben – mit Schweiß und Blut.