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25.06.2017 / Allgemein

„Dafür beißen wir die Zähne zusammen“

Seit einer knappen Woche bereiten sich die Lilien auf die anstehende Saison vor. Mit sv98.de sprach Terrence Boyd über die ersten Einheiten, sein Training im USA-Urlaub und die Verpflichtung von Landsmann Orrin McKinze Gaines II.

sv98.de: Terrence, knapp eine Woche Vorbereitung ist um, wie fühlen sich die Beine nach der Belastung an?
Terrence Boyd: Zu Beginn benötigt man schon eine gewisse Eingewöhnungszeit, speziell weil wir direkt mit zwei Einheiten pro Tag gestartet sind. Aber das Trainerteam hat ein sehr gutes Empfinden dafür, wann wir mal eine Pause brauchen und wie wir sehr intensiv arbeiten können. Es vertraut uns auch dann auch an dem freien Tag, dass wir keine unvernünftigen Sachen machen. Wir haben alle das Ziel, zum Start topfit zu sein. Dafür beißen wir dann auch die Zähne zusammen. Im Team ist es immer leichter als für einen Einzelkämpfer.
sv98.de: Du selbst hast schon in deinem USA-Urlaub geschuftet und an einem Trainingsprogramm teilgenommen…
Boyd: Ich wollte nicht einfach nur Läufe absolvieren, zumal das nicht meine Lieblingsdisziplin ist (lacht) Daher war ich bei Exos, die mit ihren Programmen auf Profisportler spezialisiert sind. Normalerweise bereiten sich dort die Collegespieler auf den NFL-Draft vor, oder die Profi-Footballer trainieren dort, wenn sie nicht in der Saison sind. Ich habe dort jeden Tag Einheiten im Kraft- und Sprintbereich absolviert, um explosiver zu werden. Durch den Verkehr in Los Angeles musste ich leider täglich um 6 Uhr aufstehen, habe dann dort trainiert, danach aber auch den Urlaub genossen.
sv98.de: Ein Bild aus dem Trainingszentrum zeigt dich mit Italiens Nationalspieler Alessandro Florenzi. Eine schöne Sache, sich nicht alleine durch die Übungen gequält zu haben?
Boyd: Auf jeden Fall. Wir waren die einzigen Fußballer dort und hatten überhaupt nichts zu melden (lacht) Neben den Footballern kennt uns dort ja fast niemand. Es war eine schöne Abwechslung, weg vom Fußball und sich rein auf die körperliche Arbeit zu konzentrieren. Florenzi war auch wirklich cool drauf.
sv98.de: Du bist großer Football-Fan und hast dich auch in den USA ein wenig ausgetobt. Mit der Erkenntnis, lieber beim Fußball zu bleiben?
Boyd: Ja (lacht) Das war keine ganz überraschende Erkenntnis. Da müsste ich sicherlich noch größer, breiter und schneller sein. Ich bin schon sehr froh, dass es zumindest für das Kicken gereicht hat. (schmunzelt) Football ist nochmal eine andere Welt, aber es macht Spaß, ab und zu mal ein paar Bälle zu werfen und zu fangen.
sv98.de: Zurück zum Fußball. In der Schlussphase der vergangenen Saison konntest du aufgrund einer Fußverletzung nicht mehr eingreifen. Nun scheint wieder alles zu passen?
Boyd: Genau, das funktioniert alles wieder. Aktuell machen mir nur ein paar Blasen zu schaffen, die leider zu einer Vorbereitung dazugehören. Aber das sind Wehwehchen, die keinen interessieren. Es tut zwar weh und man läuft teilweise auf offenem Fleisch, aber das nimmt keiner ernst (lacht) Aber es geht darum, in der Vorbereitung alles rauszuholen, um dann am ersten Spieltag auf einem Top-Level zu sein.
sv98.de: Zumindest das Toreschießen lief im ersten Test schon wie geschmiert. Fünf Tore fühlen sich als Stürmer immer gut an, oder?
Boyd: Natürlich, auch wenn ich den Gegner gut einschätzen kann. Aber Tore schaden nie, ganz egal gegen wen. So will ich auch weitermachen. Die Konkurrenz schläft nicht und einige Jungs kommen bald von der Nationalmannschaft zurück. Am Ende des Tages musst du dich so vorbereiten, dass du die Chancen nutzt, wenn du auf dem Platz stehst. Natürlich wollen wir aktuell mit all den Neuzugängen zusammenwachsen und sie integrieren, aber in der Vorbereitung ist jeder Spieler gewissermaßen auch eine kleine „Ich-AG“. Jeder kämpft für sich und seinen Platz und muss Verantwortung für sich tragen, damit jeder Einzelne seinen Part ausfüllt und wir als Mannschaft abliefern können.
sv98.de: Beim Test in Modau standest du auch erstmals mit Orrin McKinze Gaines II auf dem Platz. Ihr habt schon gut harmoniert und über den US-Zuwachs im Team scheinst du dich sowieso zu freuen?
Boyd: Auf jeden Fall. Ich wusste davon überhaupt nichts, plötzlich saß Orrin bei uns in der Kabine. Immer wenn ich etwas von möglichen Neuverpflichtungen gelesen habe, war die Hoffnung da, dass wir einen US-Boy verpflichten. (lacht) Er ist ein super Junge, der geschliffen werden muss. Die Ansätze sind überragend, jetzt muss er noch effizienter werden. Dabei wollen wir ihn lenken, dann werden wir noch viel Freude an ihm haben.
sv98.de: Neben Orrin sind bislang einige Neuzugänge zum Team gestoßen. Wie läuft die Integration und wie machen sich die Jungs im Training?
Boyd: Der Trainer hat immer gesagt, dass er viel Wert darauf legt, dass die Charaktere der Neuen zu uns passen. Und alle Jungs machen einen vernünftigen Eindruck, wollen arbeiten und man kann auch Spaß mit ihnen haben. Wir fühlen uns wohl. Wichtig ist auch, dass wir Jungs wie Laca (Lacazette) oder Orrin, die wenig Deutsch sprechen, an die Hand nehmen, damit sie direkt miteinbezogen werden. Das macht jeder Spieler bei uns.
sv98.de: Speziell war die gestrige Krafteinheit im Old-School-Gym unter der Haupttribüne. Wie fandest du das eher ungewöhnliche Studio?
Boyd: Es hatte einen besonderen Charme direkt unter der Haupttribüne. Das macht Darmstadt auch aus. Niemand hatte Probleme damit, das hat einfach zu uns gepasst. Aus den Möglichkeiten das Beste zu machen. Wir nehmen diese alte Romantik auch mit ins Boot. Es war eine coole Sache.
sv98.de: Ein Souvenir aus deinem US-Urlaub ist ein Shirt von NFL-Legende Marshawn Lynch, der für seinen Beastmode berühmt ist. Ist sein Motto auch ein Ziel für dich?
Boyd: Kann man durchaus so sagen. Ich bin sicherlich nicht der filigranste Spieler, sondern eher auch als Beast zu bezeichnen (lacht) Es ist sicherlich nicht falsch, speziell die Vorbereitung als „Beastmode“ zu bezeichnen. Grundsätzlich will ich gesund bleiben, mich optimal vorbereiten und dann die komplette Power in die Saison hauen.

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