FAQs zum verlegten Testspiel gegen San Antonio
Der SV 98 beantwortet die wichtigsten Fragen zum verschobenen Testspiel der Lilien beim Kooperationspartner San Antonio FC.
Nach langer Leidenszeit ist Thomas Isherwood endlich bei den Lilien angekommen. In den vergangenen fünf Spielen stand der 23-jährige Schwede immer in der Startelf und überzeugte mit Robustheit und Zweikampfstärke. Wir haben mit dem Innenverteidiger über die aktuelle Phase, seinen Spieltagsmodus und den Traum von der Nationalmannschaft gesprochen.
sv98.de: Du hast die vergangenen fünf Spiele in der Startelf bestritten, das Team hat 13 von möglichen 15 geholt. Du dürftest zufrieden sein…
Isherwood: „Die aktuelle Phase ist sehr positiv. Nicht nur für mich, sondern für das gesamte Team. Ich bin glücklich darüber, diese Spielzeit zu bekommen und darüber, dem Team endlich helfen zu können. Wir haben aktuell einen kleinen Lauf, der zum einen für viel positive Stimmung sorgt, uns auf der anderen Seite aber auch schon voller Vorfreude auf die nächsten Aufgaben blicken lässt.“
sv98.de: Die aktuelle Phase dürfte bislang deine schönste in Darmstadt sein…
Isherwood: „Auch meine ersten Tage hier waren sehr schön, weil ich mich extrem über die Unterschrift hier gefreut habe. Aber natürlich folgten dann schwierige Zeiten mit vielen Rückschlägen in Form von Verletzungen. Im Rückblick hat mich diese Zeit stärker gemacht und ich weiß viele Dinge nun mehr zu schätzen. Und ja, die jetzige Situation fühlt sich wirklich sehr gut an.“
sv98.de: Hat dich während der Verletzungen auch der Gedanke an Momente wie die aktuellen motiviert?
Isherwood: „Ich habe immer die Rückendeckung des gesamten Vereins gespürt. Das hat mir sehr dabei geholfen, weiter zu arbeiten und motiviert zu bleiben. Ich wusste, dass ich dem Team mit meiner Art und meiner Spielweise helfen kann, wenn ich gesund bin. Es ist schön, dass ich aktuell etwas zurückgeben kann.“
sv98.de: Nehmen dich deine Mitspieler nun anders war? Mussten sie dich vielleicht sogar erst einmal richtig kennenlernen, weil du zuvor aufgrund der Verletzungen nicht so häufig mit ihnen trainiert hast?
Isherwood: „Als Person kannten sie mich schon, da bin ich heute derselbe, der im Januar hier unterschrieben hat. Ich verstelle mich nicht, da wissen die Jungs, wie ich ticke. Aber natürlich hat sich etwas in der Wahrnehmung gegenüber mir als Spieler geändert. Insbesondere an den Spieltagen war ich ja oftmals überhaupt nicht mit den anderen in der Kabine, sondern nur als Zuschauer bei den Spielen. Nun merken sie, wie es ist, mit mir auf dem Platz zu stehen. Jeder Fußballer weiß, dass starke Verbindungen an den Spieltagen entstehen. Das passiert in dieser Form nicht im Training, sondern am Wochenende, wenn man gemeinsam für drei Punkte kämpft. Also ich würde sagen, dass sie mich als Menschen seit Januar kennen, als Spieler so richtig aber erst seit ein paar Wochen.“
sv98.de. An den vergangenen beiden Spieltagen hast du auch den Sprung in die kicker-Elf des Tages geschafft. Spielst du auf dem Level, das du dir vorstellst oder gibt es weiterhin Dinge, die du besser machen möchtest?
Isherwood: „Ich freue mich, dass ich dem Team zuletzt mit meinen Leistungen helfen konnte. Ich hatte quasi keine Spielpraxis, als ich in Heidenheim eingewechselt wurde und dann gegen Sandhausen begonnen habe. Speziell bei diesen Spielen habe ich mich dann extrem darauf konzentriert, meine Aufgabe bestmöglich zu lösen und mich in das funktionierende Team einzugliedern. Mit jedem Spiel steigt natürlich das Selbstvertrauen und viele Abläufe passieren automatischer. Das Zusammenspiel mit Patric und Schuh ist sicherlich schon besser geworden, ich habe in der kurzen Zeit auch schon einiges dazugelernt. Als Spieler gibt es immer Dinge, die man verbessern kann. Auch nach so einem tollen Sieg wie auf Schalke bekommen wir unsere Sequenzen gezeigt und sehen, wo wir Potenzial nach oben haben. Ich bin 23 Jahre alt und es wäre schlimm, wenn ich denken würde, dass ich mich nicht mehr verbessern kann.“ (lacht)
sv98.de: Nach dem Nürnberg-Spiel haben wir ein Bild von dir auf Instagram gepostet. Fabian Holland kommentierte darunter: „Selbst wir haben Angst vor dem.“ Wie viel Ernsthaftigkeit steckte hinter dieser Aussage?
Isherwood: (lacht) „Ich denke, dass es ein Witz war. Es gibt nichts, wovor sie Angst haben müssten. Aber natürlich bin ich ein Spieler, der sehr körperbetont spielt und eine gewisse Physis mitbringt. Im Zweikampf kenne ich keinen Spaß. Ich gebe immer hundert Prozent, aber wir haben viele Spieler, die körperlich stark sind und bei denen es in den Zweikämpfen kracht. Im Training tut das häufiger mal weh, umso schöner ist es, dass wir am Wochenende alle zusammen in einem Team sind.“
sv98.de: Vor den Spielen wirkst du immer sehr fokussiert, spätestens mit der Busankunft sieht man auch kein Lächeln mehr von dir. Bist du am Spieltag immer komplett im Tunnel?
Isherwood: „Yes, i am in the Zone.“ (lacht) Ich glaube, dass ich eigentlich ein sehr netter und umgänglicher Typ bin, das wissen auch die Leute, die mich besser kennen. Von außen betrachtet kann ich aber sicherlich ein wenig böse wirken.“ (grinst)
sv98.de: Nach dem Sieg auf Schalke war dann aber zu beobachten, wie du vor dem Gästeblock getanzt hast, plötzlich mit einem ganz breiten Lächeln im Gesicht. Diese Seite gibt es also auch…
Isherwood: „Nach den Spielen lässt der Fokus dann langsam nach und speziell nach Siegen kann ich dann auch den Moment genießen. Während des Spiels ist es wichtig, in jeder Sekunde die Konzentration hoch zu halten. Nach den 90 Minuten fällt Vieles ab, dann kann es auch passieren, dass ich tanze.“ (lacht)
sv98.de: Zumal besondere Gäste unter den Zuschauern gewesen sind…
Isherwood: „Genau, mein Vater kam aus Stockholm, mein Onkel und meine Cousine sind extra aus Manchester angereist. Da war es natürlich wirklich schön, dass sie einen Sieg in diesem tollen Stadion sehen konnten. Es gehört für einen Spieler im Ausland zum notwendigen Übel, dass er auf einen Großteil der Familie verzichten muss. Da ist es etwas Besonderes, wenn die Verwandtschaft solche Strecken auf sich nimmt, um bei den Spielen dabei zu sein. Das bedeutet mir wirklich viel.“
sv98.de: Jetzt ist Länderspielpause. Du hast sehr viele Länderspiele für die U-Nationalmannschaften Schwedens bestritten. Hast du den Traum von der A-Nationalmannschaft?
Isherwood: „Ich habe alle Jugendnationalmannschaften durchlaufen und einen Monat vor meiner Unterschrift in Darmstadt mein letztes Spiel für die U21 bestritten. Natürlich hat man dann den Traum, irgendwann einmal für die A-Nationalmannschaft zu spielen. Aber das ist ein großer Schritt, den ich nur erreichen kann, wenn ich hier konstant sehr gute Leistungen abliefere. Ich verfolge die Spiele der Nationalmannschaft und habe einige Freunde dort, mit denen ich in den Jugendmannschaften zusammengespielt habe.“
sv98.de: Zurück zum Vereinsfußball: Bis zum Jahresende stehen noch fünf Spiele auf dem Programm. Hast du Ziele für diese Zeitspanne oder zählt nur das Spiel gegen St. Pauli?
Isherwood: „Wir wollen weiterhin konstant gute Spiele zeigen und dort weitermachen, wo wir aufgehört haben. Und ein ganz wichtiger Bestandteil dabei ist bislang, dass wir uns nur auf das nächste Spiel konzentrieren. Jetzt sammeln wir Kraft am freien Wochenende und dann zählt nur St. Pauli.“