FAQs zum verlegten Testspiel gegen San Antonio
Der SV 98 beantwortet die wichtigsten Fragen zum verschobenen Testspiel der Lilien beim Kooperationspartner San Antonio FC.
Alle die Arme nach oben. Bei jedem Klatscher ein Buchstabe. Südtribüne. Nordtribüne. Gegengerade. Dazu die Mannschaft auf dem Rasen. Einfach alle im Stadion. Es waren beeindruckende Bilder, die nach Abpfiff im Merck-Stadion am Böllenfalltor entstanden. Man hätte meinen können, die Lilien hätten gerade gewonnen oder nach großer Aufholjagd noch ein Unentschieden errungen. Das war aber nicht der Fall, ganz im Gegenteil. Der SV Darmstadt 98 verlor mit 2:5 gegen Schalke 04. Und trotzdem diese Bilder. “Die Reaktion der Fans nach dem Spiel war ein Gänsehautmoment”, sagte Fabian Holland sichtlich ergriffen. Ein Augenblick, der abermals den unglaublichen Zusammenhalt aller Darmstädter unterstrich. Und das feine Fan-Gespür für das Auftreten der Lilien-Mannschaft.
Zwischen Fans und Mannschaft ist eine Symbiose entstanden. Schon die ganze Saison über konnte man dieser beim Wachsen zuschauen. Zuletzt nach dem 1:3 in Nürnberg wurde sie deutlich, am Ostersonntag gegen Schalke noch einmal auf noch eindrucksvollere Art und Weise.
Lieberknecht: Das ist am meisten wert
“Wenn zwei unterschiedliche Arten von Lebewesen in einer Symbiose zusammenleben, dann unterstützen sie sich gegenseitig. Beide gewinnen durch diese Beziehung Vorteile”, lautet eine der gängigsten Definitionen des Wortes ‘Symbiose‘. Die Fans und das Team der 98er füllen diesen Begriff mit Leben. Und wie. “Es war ein gigantisches Erlebnis im Stadion. Diese Gemeinsamkeit zwischen Fans und Mannschaft ist heute am meisten wert”, verdeutlichte Torsten Lieberknecht in seinem Eingangsstatement auf der Pressekonferenz nach der Partie. Normalerweise wird in dieser rein auf den Spielverlauf eingegangen. Doch für den Darmstädter Cheftrainer gab es nach diesen bemerkenswerten Bildern nach Abpfiff eben ein viel wichtigeres Anliegen: “Im Namen meiner Mannschaft ein extrem großes Dankeschön für diese Stimmung. Die Fans haben unsere Leistung und den unglücklichen Spielverlauf honoriert. Und ich bin massiv stolz, dass ich Trainer der Lilien bin.”
Das Ergebnis fiel dennoch deutlich aus, ja. Doch gemessen am Spielgeschehen während der 90 Minuten auch deutlich zu hoch. Der Blick auf die Zahlen untermauert den Eindruck: ein Tick mehr Ballbesitz (50,7:49,3 Prozent), mehr Torschüsse (21:14) und die leicht bessere Passquote (77,5:76 Prozent). Die Südhessen investierten viel, sie zeigten bis zum Abpfiff Engagement und Leidenschaft. Sie gingen in Führung, zeigten später Moral und glichen aus. Doch am Ende siegten die kaltschnäuzigen Gäste aus Gelsenkirchen. Dieser absolute Aufstiegsfavorit der 2. Bundesliga mit einem enormen Spieleretat und hoher individueller Qualität. Weil S04 die schon zuvor stärkste Offensive des Wettbewerbs auch am Böllenfalltor einzusetzen wusste – mit brutaler Effizienz. “Wir haben nicht viel mehr Chancen zugelassen”, erkannte Holland mit Blick auf das Endergebnis, betonte aber auch selbstkritisch: “Es spricht nicht für uns, wenn daraus fünf Tore entstehen.” Nicht präsent genug in den entscheidenden Situationen, nicht den Fuß vor den Ball bekommen oder einfach einen Schritt zu spät. “Dann gibt es gegen so einen Gegner auf die Schnauze”, wurde der Kapitän des SV 98 deutlich.
“Dafür lege ich meine beiden Hände ins Feuer”
Jetzt also die Köpfe hängen lassen? Fehlanzeige, auf gar keinen Fall. “Wir sind mental stark genug und können mit Rückschlägen umgehen”, sagte Holland. Dafür ist das Team eine viel zu eingeschweißte Truppe. Zu sehen schon vor dem Anpfiff, als sich nicht nur die elf Spieler der Startaufstellung im Kreis formierte, sondern eben die komplette Mannschaft. Und dann auch noch diese beeindruckende Reaktion der Fans nach Abpfiff. Holland: “Das hat uns direkt wieder ein wenig aufgebaut. Es gibt uns eine Menge Kraft, dass die Fans unsere Leistung so honoriert haben.”
Und mit diesem Gefühl und dieser besonderen Unterstützung reist der SV Darmstadt 98 nun am kommenden Wochenende zum nächsten Top-Spiel ins Millerntor-Stadion. Am Samstagabend (23.4./20.30 Uhr) treffen die Blau-Weißen auf den FC St. Pauli. Der heiße Saisonendspurt, er ist längst eingeleitet. 360 Minuten sind noch zu absolvieren, zwölf Punkte sind noch zu vergeben. Aktuell weilen die Lilien auf dem vierten Tabellenplatz, doch immer noch auf Schlagdistanz nach ganz oben. Das wissen die Fans, das wissen die Spieler. Tietz: “Ich kann meine beiden Hände dafür ins Feuer legen, dass wir bis zum letzten Spieltag alles geben werden.” Die Mannschaft auf dem Platz, die Anhänger der 98er auf den Rängen. Nur als blau-weiße Einheit kann in dieser Spielzeit etwas Einzigartiges gelingen. Mit diesem unglaublichen Darmstädter Zusammenhalt.