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21.02.2019 / Allgemein

„Das Arbeiten bin ich gewohnt“

Das Mediengespräch am Dienstagvormittag (19.2.) hatte bereits geendet, doch der neue Sportliche Leiter nahm sich die Zeit, um noch einige Minuten mit den anwesenden Journalisten zu plaudern. Ob er bereit für den Job sei, wurde Carsten Wehlmann gefragt. Seine augenzwinkernde Antwort: "Ich habe eine Tochter, ich bin es also gewohnt, Verantwortung zu tragen und in Stresssituationen einen kühlen Kopf zu bewahren." Aber: Es sind vielmehr die gesammelten Erfahrungen im Profifußball, die Carsten Wehlmann zur neuen Position befähigen.

Schon während seiner Zeit als Profi wusste Wehlmann, dass er später mal im Management tätig sein wollen würde und absolvierte nebenbei ein Praktikum bei einem Sportvermarkter. Mittlerweile bringt er es zu mehr als 20 Jahren Erfahrung im Fußballgeschäft, großem Know-how und einem beachtlichen Netzwerk.
Profi-Karriere als Torwart, erste Management-Erfahrungen in Katar
Der SV 98 stellt für Wehlmann eine Premiere dar. Zum ersten Mal ist der gebürtige Hamburger in einem Verein aktiv, der nicht in Norddeutschland zuhause ist. Als kleiner Junge schnürte er sich die Fußballschuhe noch für den SV Eidelstedt. Danach folgten Stationen beim FC St. Pauli, dem HSV, Hannover 96 und dem VfB Lübeck. Insgesamt hütete der ehemalige Keeper in 74 Zweitligaspielen das Tor.
Nachdem Wehlmann seine gesamte Profikarriere im Norden der Republik verbracht hatte, verschlug es ihn nach seiner aktiven Zeit nach Katar. Dort war er von 2008 bis 2009 als Clubmanager Sport bei der Qatar Stars League tätig. In dem Wüstenstaat arbeitete er zusammen mit der FIFA und dem Asiatischen Fußballbund (AFC) daran, die Liga zu professionalisieren und Strukturen zu schaffen. Eine enorm vielfältige Tätigkeit, deren Teilbereiche unter anderem auch die Administration, das Marketing und die Kommunikation waren.
Neun Jahre als Chefscout bei Holstein Kiel
Nach dem prägenden Auslandsaufenthalt ging es für das Nordlicht zurück nach Deutschland. Der Grund für die Rückkehr fand sich in Holstein Kiel, als dessen Chefscout er verpflichtet worden war. Neun Jahre lang blieb er letztendlich bei den Störchen, einer sehr erfolgreichen Zeit für Wehlmann, in der man sich aus der Regionalliga kommend 2018 beinahe das Ticket zur Bundesliga gelöst hatte. In der Relegation scheiterten die Störche am VfL Wolfsburg. Und wie schon in Katar war das Tätigkeitsfeld in Kiel alles andere als ein Eindimensionales. "Ich war gleichzeitig Scout und teilweise auch Torwarttrainer. Das Arbeiten bin ich also gewohnt."
Auch beim SV 98, wo Wehlmann in seiner bisherigen Funktion als Sportkoordinator dazu beigetragen hatte, "dass der Verein stabiler und strukturell besser aufgestellt ist", gestaltete sich das Aufgabenfeld als sehr breit. Neben seinen Aufgaben als Scout und Kaderplaner unterstützte er das Lilien-Nachwuchsleistungszentrum bei der Weiterentwicklung. Dafür arbeitete er stets eng mit den sportlichen Verantwortlichen zusammen: "Wenn ich nicht gerade unterwegs bin, um Spiele zu gucken, bin ich täglich am Vereinsgelände."
Mit Fachkenntnis und Erfahrung auf Trainersuche
Seit Montag ist Wehlmann nicht mehr nur ein wichtiger Teil der sportlichen Leitung, sondern selbst federführend. Seine erste große Aufgabe, mit der er betreut ist, ist die Trainersuche. Dabei verfolgt der neue Sportliche Leiter klare Vorstellungen: "Wir brauchen einen Trainer, der die Situation annimmt und sich mit dem vorhandenen Kader identifizieren kann. Er soll dabei sowohl sich selbst als auch die Mannschaft weiterentwickeln." Um den passenden Coach zu finden, werden allerdings keine Bewerbungslisten durchgegangen, sondern eigene Ideen verfolgt, so Wehlmann.
Wichtig sei es ihm, "schnellstmöglich die bestmögliche Lösung zu finden." Bei dieser Aufgabe kommt ihm in erste Linie seine große Fachkenntnis und die Erfahrung zugute, die er sich über die lange Zeit im Fußballgeschäft erarbeitet hat. Auch Vereinspräsident Rüdiger Fritsch ist überzeugt: "Wehlmann hat in den vergangenen Jahren nachgewiesen, dass er einen Verein in seiner Entwicklung nachhaltig voranbringen kann." Und wer weiß, vielleicht haben ihm dabei doch auch seine privaten Erfahrungen zuhause mit seiner Tochter geholfen.

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