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24.04.2012 / Allgemein

Das Interview zu Spiel gegen den SV Werder Bremen II

Wie vor jedem bevorstehendem Punktspiel des SV Darmstadt 98 lassen wir einen Spieler, Trainer, Funktionär, Journalist oder eine ehemalige Lilie zu Wort kommen. Dabei liegt der Fokus natürlich auf dem des SV 98 und seinem jeweiligen Gegner.

Heute: Thomas Wolter
Thomas Wolter (*4.10.1963) zählt zu den Urgesteinen beim SV Werder Bremen. Seit 1984 ist der gebürtige Hamburger ununterbrochen bei den Grün-Weißen von der Weser. In seiner aktiven Profilaufbahn von 1984-1998 absolvierte der Mittelfeldspieler und Verteidiger 312 Bundesligapartien für die Norddeutschen und erzielte dabei ein Dutzend Tore. Nach Beendigung seiner aktiven Laufbahn betreute der einmalige Nationalspieler zunächst jeweils für zwei Jahre als Co-Trainer Werders U23 und in eigenverantwortlicher Regie die U18/19 Nachwuchsmannschaft. Seit der Saison 2002/03 zeichnet sich Thomas Wolter als Cheftrainer für die Geschicke von Werders Zweitvertretung verantwortlich.
Zu den sportlichen Erfolgen des Werderaners Thomas Wolter zählen die beiden Deutschen Meistertitel 1988 und 1993, zwei DFB-Pokaltriumphe (1991 und 1994), sowie der dreimalige Gewinn des DFB-Supercups. Als internationalen Erfolg weist die Vita von Thomas Wolter den Europapokalsieg der Pokalsieger von 1992 auf.
SV 98: Hallo Herr Wolter! Wie viel "Otto Rehhagel" steckt in Ihnen drin?
TW: (lacht) Auch wenn ich elf Spielzeiten unter Otto Rehhagel trainiert und gespielt habe, so habe ich als Trainer doch meinen eigenen Stil gefunden. Das ein oder andere habe ich mir sicherlich von ihm angeeignet, aber das ist wahrscheinlich eher unbewusst geschehen. Letztendlich habe ich ja auch noch unter den Trainern Aad de Mos, Dixie Dörner und Wolfgang Sidka als Aktiver gespielt. Von den letztgenannten drei habe ich sicherlich auch einige Dinge verinnerlicht. Trotzdem gehe ich als Trainer meinen eigenen Weg.
SV 98: Sie trainieren die U23 des SV Werder Bremen seit nunmehr zehn Jahren. Sicherlich eine reizvolle Aufgabe mit talentierten jungen Spielern zu arbeiten. Reizt es Sie aber nicht, es irgendwann Ihren namhaften Kollegen wie Frank Schäfer (1. FC Köln) oder Christian Streich (SC Freiburg) nachzumachen und auf dem Trainerstuhl eines Erstligisten Platz zu nehmen? Sowohl Schäfer als auch Streich trainierten zunächst auch Zweitvertretungenâ…
TW: Das würde ja heißen, dass ich Thomas Schaaf ablösen würde! Nein, das ist nicht meine Intention, zumal er hervorragende Arbeit leistet und diesbezüglich gar kein Handlungsbedarf besteht! Ich bin dem SV Werder überaus loyal verbunden, was meine langjährige Vereinstreue auch beweist. Mit der derzeitigen Situation als Trainer der zweiten Mannschaft bin ich absolut zufrieden, die Arbeit erfüllt mich und macht mir riesigen Spaß! Daher denke ich zum jetzigen Zeitpunkt nicht an ein Engagement auf höherer Ebene. Was allerdings irgendwann mal in der Zukunft sein wird, wenn ein anderer Verein eine Anfrage stellt, wird sich zeigen.
SV 98: Seit dieser Saison spielen nunmehr einige Ihrer Zöglinge in der Bundesligamannschaft von Thomas Schaaf. Überwiegt bei Ihnen die Freude darüber, dass bspw. Niclas Füllkrug, Lennart Thy, Florian Trinks oder Tom Trybull den Sprung zu den Profis geschafft haben oder bedauern Sie es, dass Ihnen die Talente im Abstiegskampf in der 3. Liga frühzeitig abhanden gekommen sind?
TW: Ganz klar überwiegt die Freude darüber, dass die Jungs zum Bundesligakader gestoßen sind! Mit solch einer rasanten Entwicklung rechneten wir übrigens auch nicht, umso größer die Freude darüber. Dass es gleich so viele talentierte Spieler in diesem Jahr geschafft haben, ist nahezu unglaublich! Generell ist das Konzept ohnehin darauf ausgelegt, dass die jungen Spieler der U23 irgendwann den Sprung in die erste Mannschaft schaffen sollen. Insofern sind personelle Fluktuationen während der Saison bei meinem Team ohnehin absehbar.
SV 98: Für Sie und Ihr junges Team ist es sicherlich frustrierend am Tabellenende zu stehen und das Gros der Spiele verloren zu haben. Wie halten Sie Ihre Spieler bei Laune und wie motivieren Sie sie?
TW: Sicherlich sind wir mit dem jetzigen Tabellenstand unzufrieden. Oftmals sind wir auch unter Wert geschlagen worden. Es versteht sich doch von selbst, dass man nach Niederlagen niedergeschlagen ist, aber auch das gehört zum Lern- und Reifeprozess auf dem Weg zum Bundesligaprofi dazu. Daher steht "das große Ziel", irgendwann einmal in der Beletage zu spielen, immer im Vordergrund und ist Motivation genug.
SV 98: Der Abstieg ist seit geraumer Zeit besiegelt, nunmehr geht es in einer der neugegründeten fünf Regionalligen für die U 23 des SV Werder weiter. Wie fatal ist der Abstieg in die Viertklassigkeit im Hinblick auf ein Heranführen junger Talente an den Bundesligakader? Mit welcher Zielsetzung gehen Sie in die bevorstehende Spielzeit? Sofortiger Wiederaufstieg?
TW: Trotz des Abstieges werden wir unser Konzept im Jugend- und Nachwuchsbereich nicht über den Haufen werfen, sondern halten daran fest. Das heißt, dass wir auch in der Regionalliga an den Vollprofibedingungen festhalten werden. Natürlich wäre die sofortige Rückkehr in die 3. Liga wichtig und wünschenswert für uns, denn die Leistungsspanne zwischen Bundesliga und Zweitvertretung soll möglichst gering ausfallen. Allerdings wird der sofortige Wiederaufstieg sicherlich nicht zum Selbstläufer, denn erfahrungsgemäß ist die Regionalliga Nord – gerade was die Spitzenvereine angeht – in der Leistungsdichte durchaus ausgeglichen.

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