FAQs zum verlegten Testspiel gegen San Antonio
Der SV 98 beantwortet die wichtigsten Fragen zum verschobenen Testspiel der Lilien beim Kooperationspartner San Antonio FC.
Wie vor jedem bevorstehendem Punktspiel des SV Darmstadt 98 lassen wir einen Spieler, Trainer, Funktionär, Journalist oder eine ehemalige Lilie zu Wort kommen. Dabei liegt der Fokus natürlich auf dem des SV 98 und seinem jeweiligen Gegner.
Heute: Nico Beigang
Nico Beigang (*24.8.1982) debütierte in der Saison 2000/01 bei seinem fünfminütigen Kurzeinsatz im Regionalligaspiel des SV Darmstadt 98 gegen den VfR Mannheim (1:1) als Profi. Der gelernte Stürmer blieb den „Lilien“ über sieben Spielzeiten treu, erzielte dabei in 152 Punktspielen 45 Tore. Danach wechselte er im Sommer 2007 zu den Stuttgarter Kickers, 2008 zum SSV Jahn Regensburg, 2010 zu den Sportfreunden Lotte und ein halbes Jahr später zur SpVgg Weiden. Bei den zuletzt genannten vier Vereinen sammelte Nico Beigang weitere 86 Einsätze und bejubelte 16 weitere eigene Treffer.
SV 98: Hallo Nico! Wie läuft es gerade beim FC Tegernheim, für den Du derzeit gegen den Ball trittst?
NB: Momentan belegen wir in der Bezirksoberliga Oberpfalz den zweiten Tabellenplatz. Um in der kommenden Saison in der Landesliga spielen zu können müssen wir einen Platz unter den ersten sechs erreichen. Das wird uns mit Sicherheit gelingen! In meinen bislang 19 Einsätzen traf ich bereits 21 Mal.
SV 98: Ich unterstelle Dir einfach mal, dass man vom gezahlten Gehalt des FCT seinen Lebensunterhalt nicht bestreiten kann. Was machst Du derzeit beruflich?
NB: Es kommen ja derzeit noch haufenweise Punkt- und Siegprämien hinzu (lacht). Nein, im Ernst, zum Leben reicht das natürlich nicht aus. Insofern habe ich mich mit einer Salatbar namens „SalTo“ selbstständig gemacht. Die Salatbar liegt etwas außerhalb der Regensburger Altstadt. Den Anstoß zu dieser Geschäftsidee erhielt ich übrigens von meinem damaligen Jahn-Mannschaftskameraden Marcel Hagmann.
SV 98: Vermisst Du manchmal den höherklassigen Fußball?
NB: Bedingt. Einerseits waren da natürlich die unvergesslichen Erlebnisse der Aufstiege mit Darmstadt 98 und Jahn Regensburg in die jeweils höhere Spielklasse. Auch das 3:0 mit dem Jahn in Braunschweig im Dezember 2008 bleibt mir in bester Erinnerung; 12.000 Braunschweiger im Stadion beklatschten letztendlich den siegreichen SSV. Andererseits bin ich momentan als Amateurspieler sehr zufrieden. Weidens Insolvenz betrachte ich heute als Wendepunkt in meinem Leben. Ich hatte nicht mehr den nötigen Biss und Elan für höherklassigen Fußball. Insofern bot sich für mich die Gelegenheit ins Berufsleben einzusteigen. Der Fußball spielt aber natürlich weiterhin eine zentrale Rolle für mich. So habe ich bspw. im Januar 2011 meinen Trainer-C-Schein abgeschlossen und strebe in diesem Sommer die B-Lizenz an. Nach meiner aktiven Karriere möchte ich dem Fußball auch weiterhin erhalten bleiben, denn ich würde meine gesammelten Erfahrungen gerne an andere weitergeben.
SV 98: Du hast sowohl für den SSV Jahn Regensburg, als auch für den SV Darmstadt 98 gespielt. Gibt es noch Kontakte in die jeweiligen Vereine?
NB: Ja, die gibt es. Insbesondere zu den Darmstädtern Tom Eilers und Christian Beisel pflege ich einen guten Kontakt. Auch mit Oliver Heil, mit dem ich witzigerweise nie selbst in einer Elf stand, spreche ich öfter. Aber auch zu den Spielern des SSV Jahn Regensburg habe ich ein gutes Verhältnis. Ich sehe sie ja fast tagtäglich in der Innenstadt (lacht).
SV 98: Dem Fußball hast Du also nicht abgeschworen. Demnach gehe ich davon aus, dass Du Deine beiden Ex-Vereine weiterhin mit Interesse verfolgst. Vielleicht sogar auch live im Stadionâ…
NB: Auch wenn ich schon eine halbe Ewigkeit nicht mehr am Böllenfalltor war, so schaue ich mir die Geschehnisse in Darmstadt via Internet noch ganz genau an. Darmstadt war der Beginn meiner Karriere und folgerichtig sind die „Lilien“ in meinem Herz tief verwurzelt. Über den Aufstieg in die 3. Liga habe ich mich riesig gefreut! Dass ich als Wahl-Regensburger natürlich auch die Spiele des SSV verfolge versteht sich von selbst. Ich bin auch des öfteren im Jahn-Stadion, leider aber nicht beim Gastspiel des SV 98. Die Spielansetzung liegt zu ungünstig für mich.
SV 98: Wie beurteilst Du die Arbeit vom Jahn-Trainer Markus Weinzierl, unter dem Du ja selbst noch als Drittligaprofi eingesetzt worden bist?
NB: Weinzierl hat mit den ihm zur Verfügung stehenden geringen finanziellen Mitteln eine schlagkräftige Truppe zusammengestellt. Dabei setzt er verstärkt und gezielt auf jüngere Spieler aus der Region und Spieler aus Bundesligazweitvertretungen, da der Etat beim Jahn sehr begrenzt ist. Spielerisch hat er dem Team seine Philosophie des gepflegten Fußballs erfolgreich vermitteln können. Mit Akribie wird er versuchen den Jahn weiterhin auf Aufstiegskurs zu halten. Ob ihm dies weiterhin gelingt, entscheiden die kommenden Wochen.
SV 98: Zum Schluss möchte ich natürlich noch Deinen Tipp zum Gastspiel des SV Darmstadt 98 beim Jahn wissen.
NB: Auch wenn ich mich dem SV 98 noch ein Stückchen mehr als dem SSV Jahn Regensburg verbunden fühle, denke ich, dass der Jahn aufgrund seiner Heimstärke mit 2:1 gewinnen wird. Darmstadts Chance auf Punkte liegt womöglich in der Angeschlagenen- und Verletztenmisere im Regensburger Sturm. Vielleicht hätte ich aufgrund dessen ja sogar noch eine Chance als Stürmer einen Einsatz zu erhalten, wenn ich noch das Trikot der Rot-Weißen tragen würde. So aber kann ich dieser Zwickmühle guten Gewissens entfliehen (lacht).