FAQs zum verlegten Testspiel gegen San Antonio
Der SV 98 beantwortet die wichtigsten Fragen zum verschobenen Testspiel der Lilien beim Kooperationspartner San Antonio FC.
Wie vor jedem bevorstehendem Punktspiel des SV Darmstadt 98 lassen wir einen Spieler, Trainer, Funktionär, Journalist oder eine ehemalige Lilie zu Wort kommen. Dabei liegt der Fokus natürlich auf dem des SV 98 und seinem jeweiligen Gegner.
Heute: Carsten Sträßer
Carsten Sträßer (*5.7.1980) ist der Mannschaftskapitän des Chemnitzer FC. In seiner bewegten Karriere spielte der gebürtige Berliner bereits für eine Vielzahl heutiger Drittligisten. Neben zweimaligen Engagements beim FC Carl Zeiss Jena (1998/99 und 2008-2010) trug er u.a. auch die Trikots des FC Rot-Weiß Erfurt, der Berliner Hertha, des SSV Jahn Regensburg, der SpVgg Unterhaching und des FC Erzgebirge Aue. Seit nunmehr zwei Spielzeiten schnürt der 31 Jahre alte Mittelfeldakteur mit der Rückennummer acht die Fußballschuhe für die Himmelblauen. Der einstige DFB-Jugendauswahlspieler sammelt in seiner Karriere bislang über 200 Zweit- und Drittligaeinsätze, stand zudem noch in einer Vielzahl von Regionalligaspielen im Süden und Norden auf dem Platz.
SV 98: Hallo Herr Sträßer. Wissen Sie, dass Sie mit dem Chemnitzer FC in vier Wochen Historisches erreichen können?
CS: Wenn Sie auf die vorhandene Durchmarschmöglichkeit von der Regionalliga in die 2. Bundesliga anspielen – ja, das ist uns bekannt. Allerdings lassen wir uns dadurch nicht unter Druck setzen, denken weiterhin nur von Spiel zu Spiel. Damit sind wir in der Vergangenheit gut gefahren. Warum sollten wir diese Strategie ändern?
SV 98: Sie empfinden die derzeitige Situation und die damit aufkeimende Euphorie also nicht als druckvoll? Wie gehen Sie und die Spieler der Himmelblauen mit der aktuellen Situation um?
CS: Ich würde die derzeitige Situation als "positiven Stress" bezeichnen. Wir als Aufsteiger können in der jetzigen Situation nur gewinnen, indem wir als Hecht im Karpfenteich weiterhin versuchen werden, den anderen Mannschaften ein Bein zu stellen. Wir werden jedenfalls nicht abheben. Und wenn am Ende des Saison tatsächlich ein Platz unter den ersten drei herausspringt, sagen wir mit Sicherheit nicht Nein.
SV 98: Zum Abschluss der Hinrunde stand der CFC auf dem 17. Tabellenplatz, setzte dann zu einem Höhenflug bis auf Platz 3 an. Seit 15 Spielen sind Sie derzeit ungeschlagen. Was ist das Geheimnis für diese unglaubliche Erfolgsserie und warum wird die Serie gegen den SV Darmstadt 98 aus Ihrer Sicht nicht reißen?
CS: Ich möchte die 0:3-Heimniederlage gegen Jahn Regensburg in der Hinrunde als Knackpunkt für den Aufschwung festmachen. Danach redeten wir untereinander Tacheles, wir analysierten die Fehler im Spiel schonungslos und offen. Das negative Ereignis und die darauffolgende Aussprache nach dem Jahn-Spiel hat uns definitiv noch fester als Team zusammengeschweißt!
Wenn wir gegen Darmstadt, wie in den vorangegangenen Partien auch, an unsere Grenzen gehen, jeder für jeden arbeitet und defensiv weiterhin so sicher wie bislang stehen, dann bin ich vom Ausbau unserer Serie auf 16 Spiele überzeugt. Unterschätzen werden wir die 98er aber keinesfalls.
SV 98: Es ist auffallend, dass der Aufschwung mit dem Wintertransfer Anton Fink zusammenhängt. Zehn Tore in elf Spielen von ihm sprechen eine eindeutige Sprache…
CS: Anton war eine wichtige und sinnvolle Verstärkung für uns. Ich denke aber in seinem Sinne sprechen zu dürfen, dass der momentane Erfolg sich auf viele Schultern verteilt. Jeder trägt seinen Teil dazu bei. Dazu gehört natürlich auch, dass wir Anton in schöner Regelmäßigkeit mit Vorlagen füttern, die er zu Torerfolgen verwertet (lacht).
SV 98: Wenn es am Ende nicht mit dem Aufstieg klappen sollte, würde die Welt in Chemnitz also auch nicht untergehen.
CS: Sicherlich nicht, gleichwohl sich zunächst wahrscheinlich Enttäuschung einstellen würde. Wenn man so dicht ein Ziel vor Augen hat, dann will man es unbedingt erreichen! Des Weiteren befinden sich die Baupläne des neuen Stadions in der Umsetzungsphase. Insofern wäre es schön, wenn dort Zweitligafußball gespielt werden würde. Der CFC blickt also positiv in die Zukunft!
SV 98: Lassen Sie uns zum Abschluss noch die Frage nach der Platzierung des SV Darmstadt 98 im Endklassement stellen.
CS: Klassenerhalt, ganz eindeutig! Die 98er spielen noch gegen eine Vielzahl direkter Konkurrenten und hier wird sich ihre Heimstärke auszahlen. Auf eine Platzierung in der Abschlusstabelle kann ich mich aber nicht festlegen.