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02.10.2013 / Allgemein

Das Interview zum Spiel gegen Borussia Dortmund II

Heute: Erik Durm Erik Durm (21) ist eines der vielen großen Nachwuchstalente bei Borussia Dortmund und hat in dieser Saison bereits viermal Bundesliga-Luft schnuppern dürfen und spielte gestern von Anfang für den BVB in der Champions League. Der gebürtige Pirmasenser kickte bereits im Alter von 5 Jahren bei der SG Rieschweiler. Mit 16 kam er in die Nachwuchsabteilung des 1. FC Saarbrücken, zwei Jahre später wechselte der zum FSV Mainz 05, wo er als B-Jugendlicher die A-Jugend verstärkte und schließlich im Regionalliga-Team spielte. Seit dem Aufstieg der 2. Mannschaft von Borussia Dortmund vergangene Saison ist der gelernte Stürmer beim BVB, wird dort aber auch als Außenverteidiger eingesetzt.

www.sv98.de: Hallo Erik Durm! Seit der Saison 2012/2013 spielen Sie nun beim BVB. Die Saison-Vorbereitung absolvierten Sie gleich gemeinsam mit den Profis. Was waren Ihre ersten Erfahrungen beim damaligen Deutschen Meister? 
Erik Durm: Für mich ist es natürlich nach wie vor etwas ganz Besonderes, beim ehemaligen Deutschen Meister spielen zu dürfen. Wenn man mit Robert Lewandowski oder einem Roman Weidenfeller gemeinsam am Tisch sitzt und sich über alle möglichen Themen unterhält, weiß ich das wirklich sehr zu schätzen. Ich bin stolz, für die Borussia spielen zu dürfen und diese Weltklasse-Trainingsbedingungen nutzen zu können.
Die erste Saison beim BVB in der 3. Liga war äußerst spannend und aufregend. Nach einem relativ schwachen Saisonstart, hat es Ihre Mannschaft am letzten Spieltag mit einem 1:0-Auswärtssieg bei der Zweitvertretung des VfB Stuttgart aber geschafft, sportlich die Klasse zu erhalten. Wie haben Sie Ihre erste Saison in der Dritten Liga persönlich erlebt und was waren aus Ihrer Sicht die Highlights der Saison?
Persönlich bin ich relativ schwer in meine erste Saison gestartet. Ich bin damals als Stürmer aus der Regionalliga zum BVB gekommen und hatte in den ersten Spielen eine regelrechte Torflaute. Danach kam relativ früh in der Saison eine Verletzung, welche mich drei bis vier Monate zurückwarf und mir den Einstieg nicht erleichterte. Hinzu kam, dass es bei mir immer ein wenig dauert, bis ich mich in einer neuen Umgebung zurecht finde und mich dort dann auch heimisch fühle. Nichtsdestotrotz war meine erste Saison in der 3. Liga natürlich etwas super Tolles für mich. Meine persönlichen Highlights waren zum einen das Spiel gegen meinen Ex-Verein, den 1. FC Saarbrücken. Zum anderen war es auch eine eindrucksvolle Erfahrung, gegen Aachen am Tivoli vor über 20.00 Zuschauern zu spielen. Dass wir dann am letzten Spieltag den Klassenerhalt geschafft haben, hat uns alle riesig gefreut und war dann auch ganz klar der emotionale Höhepunkt der Saison.
Blicken wir zurück auf die Spiele gegen die Lilien. Sowohl das Hin- als auch das Rückspiel haben die kleinen Borussen gegen den SV 98 gewonnen. Beide Partien waren äußerst knappe Spiele, welche von großem Kampfgeist geprägt waren. Was für ein Spiel erwarten Sie am kommenden Mittwoch?
Zur Zeit läuft es bei den Lilien ja ganz gut. Die letzten Ergebnisse von Darmstadt sprechen in dieser Hinsicht ja auch für sich. Ich denke, dass wir versuchen müssen, über unsere spielerische Qualität zum Erfolg zu kommen und mit fußballerischen Mitteln dagegen halten werden. Natürlich werden wir versuchen, nach vorne Vollgas zu geben, dürfen dabei aber auch nicht unsere Defensive vernachlässigen. Trotzdem erwarte ich eine sehr kampfbetonte Partie, da es für beide Mannschaften wohl in erster Line darum geht, den Klassenerhalt zu schaffen.
Ihre Mannschaft ist sehr gut in die Saison gestartet und liegt mit dreizehn Punkten im Mittelfeld der Liga. Was sind Ihre Ziele für diese Saison und in welcher Tabellenregion sehen sie den BVB II am 38. Spieltag?
Unser Primärziel für diese Saison ist klipp und klar der Klassenerhalt. Dies wird vom Umfeld und vom Trainer auch klar kommuniziert und vorgegeben. Natürlich wollen wir so viele Punkte wie möglich mitnehmen und ich denke, dass wir mit unserem Potential auch ein wenig mehr erreichen könnten. Wenn dann am Ende ein Platz im gesicherten Mittelfeld herausspringt, wäre das eine tolle Geschichte.
Zu Beginn der aktuellen Saison konnten Sie durch Ihre Leistungen im Trainingslager positiv auf sich aufmerksam machen und absolvierten gleich am ersten Spieltag der Bundesliga Ihr Debüt in der ersten Mannschaft der Borussia. Was für ein Gefühl war es, beim 4:0-Auswärtserfolg für die Profis spielen zu dürfen?
Das war für mich wirklich eine riesige Erfahrung. Es war schon immer ein Kindheitstraum von mir, in der Bundesliga zu spielen und es war einfach überragend, in Augsburg das erste Mal diese eigene Atmosphäre spüren zu dürfen. Mit Sicherheit war das ein Erlebnis, an welches ich mich ein Leben lang zurück erinnern werde.
Es erfolgten daraufhin drei weitere Bundesligaeinsätze. Im Heimspiel gegen den HSV wurden Sie in der 79. Minute eingewechselt und konnten sowohl gegen den 1. FC Nürnberg als auch am vergangenen Wochenende gegen den SC Freiburg sogar über die vollen 90 Minuten agieren. Wie ist es für Sie, sowohl für die erste als auch für die zweite Mannschaft von Borussia Dortmund aufzulaufen?
Das erste Mal vor über 80.000 Zuschauern von Beginn an gegen den SC Freiburg auflaufen zu dürfen war etwas ganz Besonderes für mich. Der BVB ist mein Verein und ich fühle mich in Dortmund sehr wohl. Da ich mit unserer ersten Mannschaft trainiere, sehe ich mich ganz klar als Teil dieser Truppe.  Dies wurde mir von unserem Trainer Jürgen Klopp auch stets vermittelt. Für unsere Amateure habe ich in dieser Saison erst ein Spiel gegen Jahn Regensburg absolviert, fühle mich aber natürlich nach wie vor auch unserer Zweitvertretung zugehörig. Insofern kann ich klar sagen, dass ich mich persönlich zu beiden Mannschaften zähle und einfach nur für den Verein Borussia Dortmund immer alles geben werde.
Wenn man Ihre Entwicklung beobachtet, stellt man fest, dass Ihre Karriere sehr schnell bergauf ging. In vielen Zeitungsartikeln werden Sie sehr stark gelobt und gaben kürzlich sogar Ihren Einstand in der U21-Nationalmannschaft. Wo bestehen aus Ihrer Sicht die Unterschiede zwischen einem Drittliga- und einem Bundesligaspiel und welche Verbesserungen konnten Sie für sich adaptieren?
Sehr deutlich wird der Unterschied im Tempo des Spiels. Während in der Bundesliga das Pass- und Kombinationsspiel sehr schnell ist und sehr viel Wert auf taktische Einstellungen gelegt wird, sind die Spiele in der 3. Liga mehr vom Kampf und dem Einsatz der Spieler geprägt. Hier wird in jedem Spiel bis zur letzten Minute um jeden Punkt gefightet und mitunter sind die Mannschaften vom Leistungsniveau auch sehr eng beieinander, sodass in der 3. Liga wirklich jeder jeden schlagen kann.
Mit Jonas Hofmann und Marvin Ducksch haben es zwei weitere Leistungsträger der BVB-Amateure aus der letzten Saison geschafft, auf den Zug der Profis aufzusteigen. Wie eng ist in Dortmund die Verzahnung zwischen Profis und Amateure?
Die Verzahnung zwischen den Profis und den Amateuren ist in Dortmund sehr eng und ich denke auch, dass das etwas ganz Besonderes in diesem Verein ist, was ich vorher so noch nie erlebt habe. So kann es zum Beispiel sein, dass die Amateure Sonntag vormittags ein Training absolvieren und dann direkt nach dem Training gesagt bekommen, dass die erste Mannschaft, eventuell aufgrund einer Verletzung, noch einen Spieler für ihr eigenes Training braucht und dann trainiert man eben nochmal mit den Profis mit. Insgesamt ist die Atmosphäre in Dortmund sehr familiär. Man sieht die Jungs regelmäßig auf dem Trainingsgelände und redet dann auch ganz unbefangen mit den Profis. Viele Spieler der ersten Mannschaft oder auch Jürgen Klopp schauen sich auch die Partien der Amateure an und stehen in regem Austausch mit unseren jungen Spielern. Ich denke, dass gerade dieser Zusammenhalt die gute Jugendarbeit von Borussia Dortmund ausmacht. Der Verein schafft es, den Spielern Vertrauen entgegen zu bringen -und dann ist natürlich auch die Nervosität viel geringer, wenn man mal bei den Profis mittrainiert oder gar in einem Bundesligaspiel mitwirken kann.
Sie haben kürzlich Ihren Vertrag beim BVB bis 2017 verlängert und sehen Ihre Zukunft in Dortmund. Was sind Ihre persönlichen Ziele und Träume für Ihre Karriere?
Zunächst einmal bin ich überglücklich, dass ich meinen Vertrag in Dortmund bis 2017 verlängern durfte. Deshalb ist es auch mein Ziel, einfach nur so viele Spielminuten wie möglich in der Bundesliga auf dem Platz zu stehen. Zur Zeit läuft es bei mir wirklich gut, aber der Anspruch, einen Stammplatz zu fordern, stellt sich bei mir erst einmal nicht. Ein Ziel ist es natürlich, mich in ein paar Jahren beim BVB zur Stammkraft zu entwickeln und die Meisterschale wieder nach Dortmund zu holen. Allerdings will ich in meiner Entwicklung nichts überstürzen und weiß auch, dass mir der Verein die Zeit gibt, um mich langsam entwickeln zu können. Mit der Nationalmannschaft will ich mich unbedingt für die U21-EM qualifizieren und mir vielleicht auch meinen persönlichen Traum von den Olympischen Spielen erfüllen.
Bei Ihren vorherigen Stationen wurden Sie zumeist als Stürmer eingesetzt. In Dortmund agieren Sie nun als Außenverteidiger. Wie kam es zu dieser Umstellung und wie leicht fiel es Ihnen diese Position auszuüben?
Jürgen Klopp hat mich in der Vorbereitung bei den Profis zur Seite genommen und mich gefragt, was ich davon halte, zukünftig als Außenverteidiger zu spielen. Er meinte, dass er in mir großes Potential sieht und denkt, dass er mich auf dieser Position als absoluten Bundesligaspieler sieht. Dann hat er mir in einem zwanzigminütigen Gespräch erläutert, wie er die Außenverteidiger Position interpretiert und mir war sofort klar, dass ich diese Möglichkeit unbedingt nutzen möchte. Das Ganze hat ja auch bei Lukasz Piszcek wunderbar funktioniert, der bei seinem alten Verein auch ein klassischer Neuner war, weshalb ich keine Sekunde überlegen musste und mich einfach nur überaus gefreut habe, diese Chance von Jürgen Klopp zu bekommen. Im Anschluss hat mir unser Coach dann in vielen Videoanalysen aufgezeigt, wie man als Außenverteidiger agieren sollte. Ich fühle mich mittlerweile pudelwohl auf der Position des rechten Verteidigers und versuche mich im Spiel stets in den Dienst der Mannschaft zu stellen.
Vielen herzlichen Dank, Erik Durm, für das ausführliche Interview.
Das Gespräch führte Chris Schneider.

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