FAQs zum verlegten Testspiel gegen San Antonio
Der SV 98 beantwortet die wichtigsten Fragen zum verschobenen Testspiel der Lilien beim Kooperationspartner San Antonio FC.
Heute: Marvin Ducksch Marvin Ducksch (19) spielt bereits seit 2002 bei der Dortmunder Borussia und hat es in der Vorbereitung zur aktuellen Saison geschafft, sich in den Fokus von Jürgen Klopp zu spielen. So konnte Marvin Ducksch in dieser Runde das erste Mal Bundesligaluft beim BVB schnuppern, ist aber nach wie vor auch eine Stütze der zweiten Mannschaft, für welche er in dieser Saison bereits zwölf Tore schießen konnte. Aktuell plagt sich der Stürmer mit einer Erkältung herum, weshalb sein Einsatz gegen die Lilien am Samstag noch fraglich ist.
www.sv98.de: Hallo Herr Ducksch, eigentlich wären Sie heute mit der ersten Mannschaft von Borussia Dortmund in St. Petersburg, um im Champions League Achtelfinal-Hinspiel ein gutes Ergebnis gegen Zenit zu erreichen. Jetzt haben Sie sich leider erkältet und sind zu Hause in Dortmund geblieben. Wie schwer fällt es Ihnen, heute Abend das Spiel vor dem Fernseher zu verfolgen?
Marvin Ducksch: Klar habe ich mich sehr auf die Reise nach Russland gefreut und es ist wirklich ärgerlich, dass ich nicht dabei sein kann. Ich war in der aktuellen Champions League bereits ein paar Mal im Kader, konnte aber noch keine Spielpraxis in der europäischen Eliteklasse sammeln, sodass ich mich auf das Spiel schon sehr gefreut hatte. Nichtsdestotrotz hoffe ich, dass ich schnell wieder gesund werde, damit ich am Wochenende wieder voll angreifen kann.
Sie sind nun schon fast 15 Jahre beim BVB und haben Ihren Vertrag erst kürzlich um vier Jahre verlängert. Somit haben Sie durchaus viele Höhen aber auch viele schwierige Zeiten im Verein miterlebt. Wie empfinden Sie die Entwicklung der Borussia in den letzten Jahren?
Die Entwicklung der Borussia ist schon bewundernswert. Als ich 2002 zum BVB kam, waren die Profis eine Spitzenmannschaft, die stets eine tragende Rolle in der Bundesliga gespielt hat. Im Laufe der Zeit ging es dann aber stets bergab und die Borussia stand sogar kurz vor der Insolvenz. Mit der Verpflichtung unseres Trainers Jürgen Klopp kam dann aber die Wende zum Guten und wir haben es geschafft mit relativ geringen finanziellen Mitteln das Maximale zu erreichen. Als echter Dortmunder Junge ist diese Entwicklung des Vereins natürlich überragend!
Seit dem Jahr 2002 spielen Sie nun für den Ballspielverein aus Dortmund. Wann war Ihnen klar, dass Sie den Sprung in den Profibereich schaffen werden und was waren die Voraussetzungen um sich bei Jürgen Klopp empfehlen zu können?
Vor anderthalb Jahren wurde mir in der Vorbereitung zur Saison 2012/2013 von Jürgen Klopp vermittelt, dass ich den Sprung in die Profimannschaft schaffen kann und ab sofort auch bei den Profis mittrainieren darf. Ich habe schon als kleiner Junge immer davon geträumt, einmal für die Borussia spielen zu dürfen und als mir dieser Traum erfüllt wurde, war das echt der Wahnsinn für mich.
In dieser Saison läuft es für den BVB sehr gut in der 3. Liga. Ihre Mannschaft steht zur Zeit im Mittelfeld der Tabelle und scheint dieses Jahr nichts mit den Abstiegsrängen zu tun zu haben. Wo sehen Sie die kleine Borussia am Ende der Runde?
Diese Frage ist sehr schwierig zu beantworten, da diese Liga wirklich sehr ausgeglichen ist. Im Prinzip ist in der aktuellen Spielzeit noch alles möglich. Wenn man drei Spiele gewinnt, ist man oben dabei, verliert man drei Spiele, rutscht man in der Tabelle wieder ab. Unser Ziel für diese Saison ist es, uns stetig zu verbessern und stets das Beste heraus zu holen. Wir wollen so weit es geht nach oben kommen.
Im August 2012 debütierten Sie in der 3. Liga und zogen sich bereits am fünften Spieltag in der Partie gegen Kickers Offenbach einen Ermüdungsbruch im Mittelfuß zu, welcher Sie zu einer Pause von sechs Monaten zwang. Wie schwer war diese Zeit für Sie und wie groß war die Enttäuschung, nachdem Sie sich gerade in der Mannschaft etabliert hatten?
Das war eine ganz schwierige Situation für mich und sicherlich die bisher schwierigste Zeit meiner noch jungen Karriere. Bereits vor dem Ermüdungsbruch hatte ich nach dem Trainingslager mit einer Entzündung zu kämpfen und konnte eine Zeitlang nicht mit der Mannschaft trainieren. Als ich gerade wieder fit wurde, kam dann das Spiel gegen Offenbach, in welchem ich mir ohne gegnerische Einwirkung einen Ermüdungsbruch im Mittelfuß zuzog. Die Zeit danach war nicht einfach für mich, aber ich habe immer gekämpft und daran geglaubt, dass ich wieder zurückkomme und das hat sich im Endeffekt auch ausgezahlt.
Mittlerweile sind Sie sehr nah an die Bundesligamannschaft der Borussia herangerückt und konnten beim DFB-Pokalspiel gegen den SV Wilhelmshaven in diesem Jahr sogar Ihren ersten Pflichtspieltreffer für die erste Mannschaft der Borussia bejubeln. Zu welchem Team fühlen Sie sich mehr zugehörig und was sind Ihre persönlichen Ziele für diese Saison und darüber hinaus?
Ich fühle mich definitiv zu beiden Mannschaften zugehörig und sowohl als Teil der ersten als auch der zweiten Mannschaft. Natürlich freue ich mich über jeden Einsatz in der Bundesliga, bin aber auch froh, wenn ich in unserer Zweiten Spielpraxis sammeln und mich für die Profis empfehlen kann. Im nächsten Jahr möchte ich dann angreifen und mich in der Bundesliga etablieren.
Was für ein Gefühl ist es, wenn man die Möglichkeit bekommt mit großen Spielern wie Marco Reus, Mats Hummels oder Robert Lewandowski zu trainieren und wie groß ist der Lerneffekt, welchen man im Zusammenspiel mit solch gestandenen Spielern erfährt?
Wenn man mit solchen Weltklassespielern zusammen spielen darf, ist der Lerneffekt natürlich immens. Die Jungs sind alle super unkompliziert, offen und direkt. Sie geben uns Jungen oft Tipps, sprechen über unsere Stärken und Schwächen und zeigen wie wir unser Spiel verbessern können. Es freut mich sehr ein Teil dieser Truppe zu sein.
David Wagner hat eine Darmstädter Vergangenheit und war zwischen 1999 und 2002 insgesamt 79 Mal aktiv für die Lilien am Ball. Was sind die größten Unterschiede zwischen den beiden Trainern Wagner und Klopp?
Um ehrlich zu sein, sehe ich zwischen den beiden Trainern gar keine allzu großen Unterschiede. Beide sind sehr offene und direkte Trainer, welche sehr viel mit den Spielern sprechen und immer die direkte Kommunikation bevorzugen.
Sie kennen nun sowohl die 3. Liga als auch die Bundesliga und haben in beiden Ligen Ihre Erfahrungen sammeln können. Wie schwer ist es für Sie nach einem Punktspiel für den BVB II, sich an das Niveau der Bundesliga anzupassen und wie würden Sie die Unterschiede der beiden Klassen aus Ihrer Sicht beschreiben?
Die Umstellung fällt mir eigentlich nicht so schwer. Natürlich wird in der Bundesliga schneller und ein mehr taktisch geprägter Fußball gespielt. Dafür geht es aber in der 3. Liga immer rauf und runter. Es wird oft mit langen Bällen ein Kick and Rush gespielt und insgesamt ist die 3. Liga sicherlich ausgeglichener als die Bundesliga. Hier kann im Prinzip, Heidenheim mal ausgeschlossen, jeder jeden schlagen und die Spiele werden oftmals über den puren Kampf gewonnen.
Am kommenden Samstag spielt die Borussia nun am Böllenfalltor gegen die Lilien aus Darmstadt. Im Hinspiel war die Partie von großem Kampf geprägt und endete letztlich 1:1. Was für ein Spiel erwarten Sie gegen Darmstadt und wie beurteilen Sie den bisherigen Saisonverlauf der 98er?
Ich hoffe, dass ich aufgrund meiner Erkältung am Samstag überhaupt spielen kann. Natürlich wissen wir um die Stärke der Darmstädter Mannschaft. Die Lilien treffen im Prinzip in fast jedem Spiel und haben mit ihrem Schlüsselspieler Dominik Stroh-Engel den besten Torjäger der Liga in ihren Reihen. Wir wollen versuchen, Stroh-Engel aus dem Spiel zu nehmen und hoffen darauf, dass Darmstadt dann einen neuen Plan braucht, um uns zu schlagen. Wir wollen auf jeden Fall unsere Chancen nutzen und ich bin davon überzeugt, dass es am Samstag wieder ein sehr interessantes Spiel zwischen uns und den Lilien gibt.
Marvin Ducksch, vielen Dank für das Interview!
Das Interview führte Chris Schneider (FuFa).