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09.02.2013 / Allgemein

Das Interview zum Spiel gegen den 1.FC Heidenheim

Heute: Marcel Titsch-Rivero Marcel Titsch-Rivero (23), offensiver Mittelfeldspieler beim 1. FC Heidenheim, ist ein Südhesse. Der gebürtige Frankfurter spielte in seiner Jugend bei der SpVgg 03 Neu-Isenburg, bevor er zur SG Rosenhöhe Offenbach und schließlich zur Eintracht wechselte. Dort wurde er sieben Jahre lang in den Jugendteams sowie der 2. Mannschaft ausgebildet und gehörte dem Profi-Kader an. Zu ungewollter Berühmtheit kam er allerdings bei seinem zweiten Kurzeinsatz: Im Spiel gegen Borussia Dortmund am letzten Spieltag der Saison 10/11 erhielt er nach 43 Sekunden Spielzeit mit einer Notbremse die schnellste rote Karte in der 50jährigen Bundesliga-Geschichte. Nach einer weiteren Spielzeit für das Reserveteam der SGE wechselte er zu Beginn der laufenden Saison auf die Ostalb.

www.sv98.de: Hallo Marcel Titsch-Rivero, kein Interview ohne eine Frage zu Ihrem „Bundesliga-Rekord“: Wenn Sie so häufig auf diesen Platzverweis angesprochen werden, müssen Sie da nicht manchmal schmunzeln, dass Ihnen solch eine unglückliche Aktion so viel Berühmtheit eingebracht hat?
Marcel Titsch-Rivero: Damals war das natürlich schon eine bittere Angelegenheit, aber heute kann ich darüber schmunzeln. Diesen Rekord muss mir erst einmal jemand nachmachen. Es gibt sicherlich Schlimmeres im Fußball.
Aus dem letztjährigen Kader der Eintracht-U23 mischen einige Spieler derzeit die 3. Liga auf, neben Ihnen zum Beispiel Dimitrij Nazarov bei Preußen Münster. Ihr Ex-Team hat viel Substanz verloren und liegt nun auf dem letzten Platz der Regionalliga. Wie kam es zu den vielen Wechseln -und speziell zu Ihrem nach Heidenheim?
Natürlich verfolge ich die Tabelle hin und wieder. Es ist auch für mich schon ein wenig erstaunlich, dass Frankfurt in der Regionalliga aktuell auf dem letzten Tabellenplatz steht. Eigentlich hat die Eintracht dort immer eine gute Rolle gespielt.
Wie fühlen Sie sich als Kind des Rhein-Main-Gebiets auf Ihrer ersten Station außerhalb der Landesgrenzen?
Klar, es ist schon eine Umstellung von einer Großstadt wie Frankfurt nach Heidenheim zu ziehen. Die Stadt ist überschaubar, aber gemütlich. In unserem Kader herrscht ein außergewöhnlich gutes Klima -die Integration lief reibungslos. Außerhalb des Trainingsplatzes verbringen wir viel Zeit miteinander. Jeder kommt mit Jedem gut klar. Kurz gesagt: Ich fühle mich hier sehr wohl. Wenn wir zwei freie Tage hintereinander haben, nutze ich diese Zeit dennoch, um meine Familie und Freunde zu Hause zu besuchen.
In Heidenheim herrscht gerade im Offensivbereich ein großer Konkurrenzkampf. Dennoch haben Sie sich gerade in den letzten Spielen zum unumstrittenen Stammspieler entwickelt. Welche fußballerische „Zutat“ bringen Sie für die mit 48 Toren beste Offensive der Liga ein?
In erster Linie sehe ich meine Aufgabe darin, die Defensive und die Offensive miteinander zu verbinden. Außerdem versuche ich dafür zu sorgen, dass das Umschaltspiel schnell funktioniert. Die Tore sprechen eine deutliche Sprache, dass wir offensiv sehr gut aufgestellt sind. Hinzu kommt, dass bei uns die Spieler, die von der Bank kommen, sehr gefährlich sind. Ich denke, das gibt der Mannschaft häufig nochmals einen echten Schub und macht uns aktuell auch stark.
Neben Ihnen spielen erfahrene und starke Spieler wie Marc Schnatterer oder Michael Thurk. Wie hilft Ihnen das in der eigenen Entwicklung?
Zweifelsohne ist es eine Bereicherung gemeinsam mit einem so erfahrenen Bundesligaspieler wie Michael Thurk auf dem Platz zu stehen. Marc Schnatterer spielt schon lange beim FCH. Es ist immer gut, wenn du erfahrene Spieler neben dir hast, die dir auch wichtige Tipps geben können und sagen, worauf du noch ein bisschen mehr zu achten hast.
Heidenheim arbeitet seit vielen Jahren gezielt in Richtung 2. Bundesliga. Die Voith-Arena entwickelt sich zur Festung. Was macht die Atmosphäre dort aus?
Meiner Meinung nach, ist die Voith-Arena moderner und besser als so manches Zweitliga-Stadion. Es herrscht immer eine tolle Atmosphäre. Im Schnitt kommen 8000 Fans zu unseren Heimspielen. Selbst als wir unser Nachholspiel gegen Rot-Weiß Erfurt unter der Woche bestreiten mussten, sind weit mehr als 7000 Menschen ins Stadion geströmt. Das ist in der 3.Liga mit Sicherheit keine Selbstverständlichkeit.
Obwohl es zur Winterpause schon etwas Abstand zu den Aufstiegsrängen gab, sind die Top-Plätze nach einer Siegesserie wieder in Reichweite. Doch kleine Rückschläge wie letzte Woche in Chemnitz lassen sich noch nicht verhindern. Was fehlt insgesamt noch zur Konstanz, wie sie etwa Karlsruhe gerade hat?
Wir haben zuletzt eine gute Serie hinlegen können. In Chemnitz haben wir zwar eine unglückliche Niederlage hinnehmen müssen, das wird uns aber nicht zurückwerfen. In der ersten Halbzeit haben wir es dort leider verpasst unsere Chancen zu nutzen. Nichts desto trotz müssen wir bis zur letzten Sekunde konzentriert bleiben. Ich glaube, das hat uns ein wenig gefehlt, um uns nochmals in den Schuss zu schmeißen, der zum 1:2-Endstand geführt hat. Dennoch haben wir unsere Leistung seit der Winterpause stabilisieren können und ein gewisses Niveau erreicht, auf dem wir aufbauen können.
In den drei Spielen mit der Eintracht gegen Darmstadt haben Sie zweimal getroffen. Wie haben Sie die Derbies erlebt?
Wenn du als Eintrachter gegen Darmstadt spielst, herrscht immer Derbystimmung. Da ist immer Brisanz drin. Es war daher stets ein besonderes Erlebnis gegen den SV Darmstadt 98 zu gewinnen oder Tore zu erzielen.
Darmstadt steht tief im Tabellenkeller, hat aber letzte Woche die rote Laterne abgegeben und scheint sich zu stabilisieren -Torwart Jan Zimmermann, den Sie auch noch aus Eintracht-Zeiten kennen, ist mittlerweile seit 287 Minuten ohne Gegentor. Wie schätzen Sie die Lilienelf ein und was für ein Spiel erwarten Sie?
Die Lilien werden sicherlich mit Rückenwind nach Heidenheim reisen. Gerade, weil sie am vergangenen Wochenende gegen den SV Wehen Wiesbaden gewinnen konnten. Die Darmstädter haben zweifelsohne gute Fußballer in ihren Reihen -vor allem im Mittelfeld. Gegen uns werden sie höchstwahrscheinlich eher defensiv agieren. Das wird für uns aber keine Relevanz haben. Wir werden bei uns zu Hause in der Voith-Arena alles tun, um den Sieg einzufahren.
Vielen herzlichen Dank, Marcel Titsch-Rivero, für das ausführliche Interview! [MS]

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