FAQs zum verlegten Testspiel gegen San Antonio
Der SV 98 beantwortet die wichtigsten Fragen zum verschobenen Testspiel der Lilien beim Kooperationspartner San Antonio FC.
Marco Sailer und Sandro Sirigu freuen sich auf das Duell mit ihrem Ex-Klub Marco Sailer (27) ist seit Beginn dieser Saison im Trikot des SV Darmstadt 98 aktiv. Seither bildet er zusammen mit seinem Mannschaftskollegen Dominik Stroh-Engel das Angriffsduo der Lilien. In bisher fünf Pflichtspielen verpasste er keine einzige Minute und das obwohl er während dem Spiel gegen die SpVgg Unterhaching kurzeitig das Bewusstsein verlor. In Schwäbisch Hall geboren, erlernte Marco Sailer beim TSV Bitzfeld das Fußballspielen. Noch als Jugendlicher schloss er sich dem VfR Heilbronn an, bevor er 2004 zum damaligen Regionalligisten VfR Aalen wechselte. Nach 133 Spielen und 36 Treffern wechselte er 2009 zur SpVgg Greuther Fürth. Während dieser Zeit kam er zu 19 Einsätzen in der 2. Bundesliga und zu drei DFB-Pokal-Partien. Highlight aus seiner Sicht war natürlich das Viertelfinale gegen den FC Bayern München, was aber mit 6:2 verloren ging. Weitere Stationen waren der SV Wehen Wiesbaden und zuletzt der 1. FC Heidenheim. Sandro Sirigu (24) wechselte ebenfalls zu Beginn dieser Saison aus Heidenheim ans Böllenfalltor. Zu Beginn seiner Jugend spielte Sandro Sirigu beim SB Ulm und dem FV Senden, ehe er ab der E-Jugend für den SSV Ulm 1846 aktiv war. Sein ehemaliger Trainer Marcus Sorg berief ihn schließlich in den ersten Kader der Ulmer, ehe er ihn 2009 zur zweiten Mannschaft des SC Freiburg und anschließend auch in den Profikader der Breisgauer holte. Mit dem SC Freiburg stieg der auf der rechten sowie linken Seite flexible Allrounder 2009 als Zweitligameister in die Fußballbundesliga auf. 2010 folgende schließlich der Wechsel zum 1. FC Heidenheim. Während dieser Zeit kam er zu 79 Einsätzen.
www.sv98.de: Hallo Marco, Hallo Sandro! Für euch ist es die erste Saison im Trikot des SV Darmstadt 98. Was sind eure bisherigen Eindrücke vom Team?
Sandro Sirigu: Ich bin rundum zufrieden mit meiner Entscheidung von Heidenheim nach Darmstadt gewechselt zu sein. In Heidenheim hatte ich nicht mehr langfristig die Perspektive auf einen Stammplatz. Ein Fußballer will immer spielen, insofern musste ich nicht lange überlegen das Angebot von Darmstadt anzunehmen. Die Gespräche mit den Verantwortlichen haben mich zudem voll überzeugt. Mitunter hat mir auch Christian Beisel mit Informationen über den SV 98 als Ratgeber zur Seite gestanden. Innerhalb der Mannschaft herrscht ein gutes Klima. Auf und neben dem Platz präsentieren wir uns als geschlossene Einheit.
Und bei dir Marco?
Marco Sailer: Bei mir war es ein bisschen anders: Zur Rückrunde war ich in Heidenheim nur noch als dritter Stürmer gehandelt. Das war für mich eine unbefriedigende Situation. In dem Angebot von Darmstadt sah ich eine neue sportliche Perspektive für mich. Und da mit Sandro ein ehemaliger Mannschaftskamerad schon bei den Lilien im Kader stand, er mir zudem viel Positives über den SV Darmstadt 98 berichtet hat, habe ich ohne großes Zögern das Angebot angenommen.
Was hast Du schon von der Stadt schon gesehen?
Marco Sailer: In der kurzen Zeit, in der ich in Darmstadt bin, konnte ich mich bereits ein wenig umschauen. Zum Beispiel sind der Herrngarten oder auch die Innenstadt nette Orte, die mir gefallen. Nach Niederlagen sieht man mich allerdings eher weniger in der Öffentlichkeit, da mir diese schon ziemlich nahe gehen. Zum Glück gab es diese Saison erst eine Niederlage.
Worin liegen die gravierenden Unterschiede zwischen Darmstadt und Heidenheim?
Sandro Sirigu: An erster Stelle steht die Erwartungshaltung. Insbesondere in Heidenheim herrscht ein extremer Erfolgsdruck. Die Kaderzusammenstellung ist mittel- bis kurzfristig auf Zweitliga-Fußball ausgerichtet. In Darmstadt hingegen ist man bescheidener, gerade wenn man sich an die letzte Saison erinnert.
Marco Sailer: Auch die Tatsache, dass Darmstadt 98 ein Traditionsverein ist, macht einen Unterschied aus. Heidenheim hat zwar den höheren Zuschauerschnitt, aber Darmstadt eben eine gewachsene Fanszene. In Heidenheim ist dies alles noch am wachsen.
Was ist in dieser Saison mit den Lilien möglich ist?
Marco Sailer: Wir versuchen möglichst schnell die 40 bis 45 Punkte zu sammeln und natürlich wollen wir nichts mit dem Abstiegskampf zu tun zu haben. Wenn wir dieses Ziel erreicht haben, stecken wir uns neue.
Mit welchen Mitteln wollt ihr Heidenheim am Samstag schlagen und was traut ihr eurem Ex-Club in dieser Saison zu?
Sandro Sirigu: Natürlich ist Heidenheim in diesem Spiel der Favorit. Die Chance, die wir als Außenseiter dennoch haben, wollen wir trotzdem wahrnehmen. Wichtig hierfür ist es, vor allem Defensiv gut zu stehen und die Abstände zwischen den Mannschaftsteilen der Heidenheimer zu nutzen. Darüber hinaus dürfen wir vor allem Marc Schnatterer nicht ins Spiel kommen lassen und natürlich muss auch Marco sein Tor schießen (lacht).
Marco Sailer: Und du musst darauf achten "Schnatti" (Anm. d. Redaktion: Marc Schnatterer) eng zu markieren. Das wird dir natürlich nur gelingen, wenn er nicht seine Stärken als Freistoßspezialist ausspielen kann, da hat er ja 9,15 Meter Abstand bzw. Freiraum (lacht).
Auf welches Wiedersehen freut ihr euch am meisten und habt ihr mal Kontakt zu alten Mannschaftskameraden aufgenommen?
Sandro Sirigu: Besonders freue ich mich auf das Wiedersehen mit Dennis Malura und Alper Bagceci. Kontakt haben wir unter der Woche dennoch keinen aufgenommen -wir wollen uns schließlich nicht in gegenseitig in Verlegenheit bringen.
In dem Film "Trainer" von Aljoscha Pause wird u.a. auch euer ehemaliger Trainer Frank Schmidt portraitiert. An einer Stelle im Film trägt er sein "Siegergen" zur Schau, erzählt, dass er noch nicht einmal seine kleine Tochter beim "Mensch ärgere dich nicht" freiwillig gewinnen lassen will. Euer Eindrücke?
Sandro Sirigu: Die Geschichte vom Spielen und dem Nicht-Verlieren-Können habe ich bestimmt schon zehnmal in den letzten drei Jahren gehört. Es stimmt, dass Frank Schmidts Ego so ist. Das sehe ich aber positiv, da sich so die Siegermentalität auf die Mannschaft überträgt.
Marco Sailer: Auch beim Trainingsspiel will er stets als Sieger vom Platz gehen. In der Heidenheimer Kabine hatten wir eine Tischtennisplatte aufgestellt. Dreimal dürft ihr raten, wer unbedingt gewinnen wollteâ…
Wie findest Du den Film "Trainer", in dem ihr ja auch vor der Kamera als Protagonisten mitwirkt?
Marco Sailer: Anfangs ist es schon eine komische Erfahrung vor der Kamera zu stehen, aber mit der Zeit verliert sich das. Szenen, die wir im Nachhinein nicht hätten zeigen wollen, hätten auch problemlos herausgeschnitten werden können. Davon gab es aber kaum welche, so dass der Film einen guten und authentischen Einblick in das Leben eines Profifußballtrainers bietet.
Marco, als abschließende Frage für unsere Leser, die es noch nicht wissen sollten: Wie bist du zu deinem Spitznamen "Toni" gekommen?
Marco Sailer: Der Spitzname "Toni" stammt aus meiner Jugendzeit. Mein damaliger Trainer war großer Ski-Fan und somit begeistert von den Abfahrtskünsten Toni Sailers. Aufgrund meines Nachnamens bot sich der Spitzname regelrecht an. Von da ab heiße ich eben Toni Sailer (lacht).
Vielen herzlichen Dank, Sandro Sirigu und Marco "Toni" Sailer, für das ausführliche Interview!
Das Interview führte Patrick Hentze.