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07.02.2014 / Allgemein

Das Interview zum Spiel gegen den 1. FC Heidenheim

Heute: Marc Schnatterer Marc Schnatterer (28) gilt seit mehreren Spielzeiten als einer der herausragenden Akteure der 3. Liga. Der offensive Mittelfeldspieler, der auf der linken Außenbahn zu finden, ist schon seit 2008 beim 1. FC Heidenheim 1846 und hat damit die große Entwicklung des Teams von der Ostalb vom Aufstieg aus der Regionalliga bis zur Spitzenposition in Liga 3 stark mitgeprägt: in 195 Einsätzen gelangen ihm 61 Tore für den FCH -zudem trägt er die Kapitänsbinde. Der gebürtige Heilbronner spielte in seiner Jugendzeit beim TSV Bönnigheim, dem VfB Stuttgart und dem SGV Freiberg, mit dem er als 18-jähriger das DFB-Junioren-Pokalfinale gegen Hertha BSC Berlin erreichte. Als Aktiver spielte er außer in Freiberg noch bei der 2. Mannschaft des Karlsruher SC, bevor er an die Brenz wechselte. Aller Verlockungen höherklassiger Vereine zum Trotz verlängerte er seinen Vertrag im Team von Trainer Frank Schmidt bis 2015.

www.sv98.de: Hallo Marc Schnatterer, für Sie persönlich begann das Jahr 2014 mit einem Glanztag samt Dreierpack gegen Chemnitz. Vergangenes Wochenende folgte der nächste 3:0-Sieg in Dortmund. Heidenheim liegt 14 Punkte vor Rang 3. Mal ehrlich: Von wem sollte sich Heidenheim auf dem Weg in die 2. Bundesliga noch aufhalten lassen?
Marc Schnatterer: Auch wenn es sich unspektakulär anhört: Wir schauen nur auf uns. Wenn wir weiter gewinnen, werden wir unseren Weg auch zu Ende gehen. Damit sind wir bislang gut zurecht gekommen. Daran werden wir nun nichts ändern, egal wie groß der Vorsprung sein mag. Wichtig ist, dass wir nach dem 38. Spieltag in der 2. Bundesliga sind. Alles andere ist zum momentanen Zeitpunkt unwichtig für uns.
Am Ende der letzten Saison wurde die Aufstiegsrelegation denkbar knapp verpasst. Ist die derzeitige Stärke und Konstanz auch ein bisschen eine Trotzreaktion nach diesem Erlebnis?
Klar, das war damals eine riesige Enttäuschung für uns, gegen Offenbach am letzten Spieltag den Relegationsplatz zur 2. Bundesliga noch abgeben zu müssen. Das hat natürlich seine Zeit gebraucht, um das zu verarbeiten. Wir als Mannschaft haben uns gesagt, dass wir so etwas nie wieder erleben wollen. Mit dem Start der Vorbereitung im vergangenen Sommer war das bei jedem Einzelnen zu spüren. Deshalb hat uns diese Enttäuschung im letzten Jahr wohl tatsächlich stärker gemacht.
Wir in Darmstadt erleben gerade eine ähnliche Trotzreaktion, waren sportlich abgestiegen, das "Team von Absteigern", wie es 98er-Kapitän Aytac Sulu bezeichnete, will sich rehabilitieren und spielt eine tolle Saison. Hätten Sie den Lilien diese Entwicklung zugetraut und warum läuft es aus Ihrer Sicht so gut?
Nein, ich glaube Darmstadt hatten vor der Saison die wenigsten als Aufstiegskandidaten auf dem Zettel. Wenn man sich jedoch den Kader genauer ansieht, kommt diese Entwicklung keineswegs von ungefähr. Darmstadt verfügt reihenweise über erfahrene Spieler, die die notwendige Qualität besitzen, um ganz oben mitzuspielen. Das spiegelt sich ja in der Tabelle eindeutig wieder.
Sie selbst sind schon in Ihrer sechsten Saison in Heidenheim. Ist der Verein noch mit dem von 2008 vergleichbar?
Nein, der Verein hat sich enorm entwickelt. Wobei diese Entwicklung damals so natürlich nicht abzusehen war. Es war zu erkennen, dass die Verantwortlichen eine Idee verfolgen und die haben sie sehr glaubhaft vermittelt. Aber man darf nicht vergessen, dass der FCH damals Viertligist war. Das war noch eine andere Welt. Es war sicher vorteilhaft, dass wir in meinem ersten Jahr hier direkt aufgestiegen sind.
Sie sind Kapitän und einer der wichtigsten Spieler für das Heidenheimer "Projekt". Medienberichten zufolge waren mehrere höherklassige Vereine an Ihnen interessiert. Vereinstreue ist in der heutigen Zeit nicht mehr so häufig. Was hat Sie bewogen, dennoch weiter den Weg des FCH mitzugehen?
Sicher gab es immer wieder mal die eine oder andere interessante Anfrage. Es gibt jedoch einfach keinerlei Anlass für einen Wechsel. Sportlich und menschlich passt es zu 100 Prozent. Das Umfeld in Heidenheim stimmt einfach, ich fühle mich hier absolut wohl. Wir stehen kurz vor dem größten Erfolg der Vereinsgeschichte.
Im Film "Trainer" konnte man Sie hautnah bei Ihrer Arbeit erleben. Wie lief die Zusammenarbeit mit dem Filmteam im alltäglichen Betrieb ab?
Die Zusammenarbeit lief völlig problemlos, weil uns das Team von Aljoscha Pause seit der Vorbereitung 2012 die ganze Saison hinweg immer wieder begleitet hat. Wie man im Film sieht, waren sie auch überall ganz nah dran – ob in der Kabine, am Spielfeldrand oder im Bus. Am Ende haben sie quasi zum Team gehört.
Während der Sommerpause sind Marco Sailer und Sandro Sirigu nach Darmstadt gewechselt. Wie haben Sie die beiden in Heidenheim erlebt und gibt es noch Kontakt zu ihnen?
Momentan ist der Kontakt nicht mehr so regelmäßig, weil sich jeder auf seine Aufgaben konzentriert. Trotzdem freue ich mich, die Jungs am Samstag mal wieder zu sehen. "Toni" und ich sind ja schließlich in der gleichen Region aufgewachsen -das verbindet natürlich. Sandro war in den letzten zwei Jahren bei Auswärtsspielen mein Zimmerkollege. Beide waren super Mitspieler, an die ich positive Erinnerungen habe.
2013 gab es für Heidenheim insgesamt nur drei Niederlagen in Ligaspielen -eine davon in der Hinrunde in Darmstadt. Das Stadion am Böllenfalltor ist sehr in die Jahre gekommen, Sie haben dort mehrfach gespielt. Nimmt man als Aktiver die verschiedenen Stadien der Liga unterschiedlich wahr oder spielt es keine große Rolle, wie das Rasenrechteck umbaut ist? Wie würden Sie das Darmstädter Stadion auch im Vergleich zu anderen atmosphärisch beschreiben?
Das Stadion am Böllenfalltor ist natürlich nicht mit den vielen modernen Fußball-Arenen zu vergleichen. Dafür ist es wahrscheinlich eines der traditionsreichsten Stadien in Deutschland. Es hat bislang immer Spaß gemacht dort aufzulaufen. An die Atmosphäre im Hinspiel hab ich, trotz unserer Niederlage, noch beste Erinnerungen. Damals haben uns, wenn ich mich richtig erinnere, fast 500 Heidenheimer auswärts vor Ort unterstützt. Das war natürlich etwas Besonderes.
Was erwarten Sie vom Spiel am Samstag und geben Sie einen Tipp ab?
Wir freuen uns auf ein echtes Spitzenspiel zu Hause. Die Lilien sind – besonders in der Defensive – zweikampfstark und äußerst kompakt. Wir wollen cleverer agieren als beim letzten Mal und müssen vom Anpfiff weg hochkonzentriert sein. Durch die Niederlage im Hinspiel haben wir noch eine Rechnung offen.
Vielen herzlichen Dank, Marc Schnatterer, für das ausführliche Interview!

Die Fragen stellte Markus Sotirianos (FuFa).

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