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15.10.2012 / Allgemein

Das Interview zum Spiel gegen den 1. FC Saarbrücken

Heute: Sven Sökler Die Karriere von Sven Sökler (27) begann in seiner schwäbischen Heimat und führte ihn im Jahre 2005 zu den Stuttgarter Kickers. Bei den Kickers stieg er von der zweiten in die erste Mannschaft auf und spielte in der Regionalliga Süd (damals noch dritte Klasse). 2008 erfolgte dann der Wechsel in die dann viertklassige Regionalliga Süd zum SSV Reutlingen, wo er bereits in der Winterpause 08/09 innerhalb der Liga wieder wechselte, und zwar zu unseren Lilien.

In Darmstadt wurde Sökler schnell Stammspieler und Publikumsliebling. Der technisch versierte Mittelfeldspieler hatte in den folgenden zweieinhalb Jahren 63 Ligaeinsätze für den SV 98 und erzielte 14 Tore (12 Assists). Unvergessen natürlich die Saison 2010/11, die mit dem Gewinn der Meisterschaft in der Regionalliga und dem Aufstieg in die 3. Liga endete -für Sven Sökler der größte sportliche Erfolg seiner Karriere. Im letzten Spiel dieser Saison setzte er ein zusätzliches Glanzlicht: Sein Schlenzer zum 3:0 gegen Memmingen vor 17.000 begeisterten Zuschauern wurde für das Tor des Monats nominiert. Sven Sökler verließ den SV 98 nach der Aufstiegssaison und schloss sich dem 1. FC Saarbrücken an. Hier brachte er es auf bisher 46 Einsätze (5 Tore und 12 Assists).
www.sv98.de: Hallo Sven Sökler, wie fühlt man sich als Topspieler der 3. Liga? Nach 14 Spieltagen führen Sie nach kicker-Noten (2,64) die Wertung der Feldspieler vor Marc Schnatterer (Heidenheim) an.
Sven Sökler: Das ehrt einen natürlich. Aber ich will mich da gar nicht so sehr herausheben. Was zählt ist die Mannschaft. Wir können nur als Einheit glänzen.
Als Sie nach Darmstadt kamen lagen die Lilien auf dem letzten Platz in der Regionalliga. Nach zwei 15. Plätzen folgten Meisterschaft und Aufstieg 2011. Wie haben Sie diese Wandlung und den Aufstieg erlebt?
Ich habe in Darmstadt wirklich alles mitgemacht, alle Höhen und Tiefen. Zu Beginn ging es nur um den Klassenerhalt. Aber dann kam diese Wahnsinns-Saison mit Meisterschaft und Aufstieg. Wir hatten eine tolle Kameradschaft im Team und eine sehr gute Verbindung zu den Fans. Ich werde das nie vergessen und blicke sehr gerne zurück.
Fragt man die Lilienfans, dann bedauern viele Ihren Abschied nach der Meistersaison. Was ist da passiert? Wollten Sie weg?
Zunächst muss ich sagen, dass ich mich in Darmstadt wohl gefühlt habe. Obwohl ich eine sehr gute Runde gespielt hatte, hatte ich das Gefühl, dass der damalige Trainer (Kosta Runjaic) nicht wirklich auf mich setzt. Dann kam das Angebot aus Saarbrücken. Ich hatte in den Gesprächen direkt ein gutes Gefühl und habe mich dann für einen Wechsel entschieden.
Sie haben von Ende 2008 bis Mai 2011 in Darmstadt gespielt. Haben Sie als einer der "Aufstiegshelden" und Publikumsliebling noch Kontakte?
Ich habe kaum noch Kontakte zum aktuellen Kader. Das Team hat sich seitdem ja stark verändert.
Ist ein Spiel gegen Darmstadt immer noch etwas Besonderes für sie?
Auf jeden Fall! Ich hatte ja ein wirklich gutes Standing bei den Fans. Das vergisst man nicht. Ich verfolge immer noch die Spiele der 98er. Das ist und bleibt ein besonderes Spiel.
Während Ihrer Zeit bei den Stuttgarter Kickers haben Sie unter Robin Dutt gearbeitet…
Er hat mich sehr geprägt. Schließlich war er mein erster Trainer im Profibereich. Von ihm habe ich sehr viel gelernt. Er hat einen tollen Charakter und ist ein absoluter Fachmann. Man braucht nur seine Karriere zu verfolgen, dann sieht man, was er kann.
Sie gelten als Familienmensch. Nun spielt auch ihr Bruder beim FCS und Sie haben mit ihm eine WG gegründet. Auch Ihre 18-jährige Schwester spielt Fußball…
Das ist schon eine besondere Sache. Wir hatten zuvor nie gemeinsam in einer Mannschaft gespielt. Allgemein ist meine Familie sehr wichtig für mich. Ich telefoniere regelmäßig mit ihnen. Jetzt, wo mein Bruder bei mir wohnt, können wir uns direkt über alles austauschen.
Der FCS blieb letzte Saison mit dem 10. Platz unter seinen Möglichkeiten. Aktuell hat ihre Mannschaft 1:4 in Chemnitz verloren und belegt Platz 11. Welche Erwartungen haben Sie an den weiteren Saisonverlauf?
Wir wollen auf jeden Fall weiter nach oben. In Chemnitz haben wir einen ganz schlechten Tag erwischt. Das muss eine Ausnahme gewesen sein. Die Liga ist sehr eng, da muss man immer alles abrufen. Wille, Einsatz und Laufbereitschaft müssen stimmen. Aber wir haben ein gutes Team, charakterlich und qualitativ. Müssen uns aber konstanter präsentieren.
In der Heimtabelle liegt der FCS mit 4 verlorenen Begegnungen zusammen mit RW Erfurt auf dem letzten Platz. Hat der FCS einen Heimkomplex?
Vielleicht kann man das sagen. Zumindest wenn man die Ergebnisse ansieht, scheint es so. Es waren aber oft sehr enge Spiele, in denen wir auch gute Leistungen gezeigt haben. Im Endeffekt konnten wir uns dann aber nicht belohnen. Daran müssen wir weiter hart arbeiten und uns und die Fans schnellstmöglich mit dem zweiten Heimsieg beschenken.
Was zeichnet ihren Trainer Jürgen Luginger aus?
Er spricht viel mit uns, macht ein gutes Training und findet immer die richtige Mischung im Umgang mit den Spielern. Er hat mich definitiv nochmal weiter gebracht.
Die Topspieler der jeweiligen Ligen sind umworben. Liebäugeln Sie mit der 2. oder gar 1. Liga? Ihr Lieblingsverein ist ja der VfB Stuttgart…
Natürlich will man immer nach oben. Zunächst zählt aber nur das Hier und Jetzt. Ich habe einen Vertrag beim FCS und fühle mich hier sehr wohl. Ich will meinen Teil dazu beitragen, dass wir erfolgreich sind.
Was sagen Sie zu dem unfassbaren 4:4 der Nationalelf gegen Schweden?
Ein kurioses Spiel. Wir haben es beim Geburtstag meiner Mutter gesehen. Zuerst überragend und dann der Absturz. Ich weiß auch nicht. Wenn halt plötzlich ein paar Prozent fehlen…
Fehlt da der vielzitierte "Aggressive Leader"? Und wie ist das beim FCS?
Das ist für mich nicht zu beurteilen, dafür bin ich zu weit weg. Wir haben hier Jungs, die die Mannschaft wachrütteln und pushen können. Ich bin eher ein ruhigerer Typ, vielleicht muss da auch von mir mehr kommen. Der Trainer fordert das auch.
Wie beurteilen Sie das aktuelle Lilienteam?
Der SV 98 hat eine gute Mannschaft. Ihr werdet Euch da hinten wieder heraus kämpfen. Das gönne ich Eurem Team.
Falls Ihnen am Samstag ein Tor gelingt, werden Sie jubeln?
Ich hoffe, dass mir endlich mal ein Tor gelingt, wenn auch gegen Darmstadt. Ich würde ganz normal jubeln. Man freut sich doch, wenn man trifft…
Vielen herzlichen Dank, Sven Sökler, für dieses Gespräch. [HK]

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