FAQs zum verlegten Testspiel gegen San Antonio
Der SV 98 beantwortet die wichtigsten Fragen zum verschobenen Testspiel der Lilien beim Kooperationspartner San Antonio FC.
Heute: Philipp Pentke Philipp Pentke (28) hütet bereits seit fünf Jahren das Gehäuse des CFC. Der am 1.5.1985 in Freiberg geborene Schlussmann fand über den BSC Freiberg, Dynamo Dresden, 1860 München, den FC Augsburg und Energie Cottbus den Weg zu den Himmelblauen. Bislang stand Pentke seit 2009 in 122 Partien zwischen den Chemnitzer Pfosten und feierte mit dem CFC im Jahr 2011 den Aufstieg in die 3. Liga.
www.sv98.de: Hallo, Herr Pentke! Wenn man sich die großen Fußballfachblätter, die zu Saisonbeginn in Hülle und Fülle erscheinen, durchliest, wird der Chemnitzer FC berechtigterweise zuhauf zu den Aufstiegsaspiranten gezählt. Mit dem Saisonstart konnten Sie indes nicht ganz zufrieden seinâ…
Philipp Pentke: Da haben Sie leider recht. Gerade in den ersten drei Partien, in denen wir nur einen Zähler einfahren konnten, blieben wir unter unseren Möglichkeiten. Ich möchte nicht sagen, dass das an der großen Erwartungshaltung lag, auch nicht unbedingt, dass es am Druck lag. Den verspürt man immer und jederzeit.
Jedenfalls haben wir diese Spiele genauestens analysiert und unsere Lehren daraus gezogen. Mittlerweile haben wir wieder in die Erfolgsspur zurückgefunden.
Der Weg zurück zu der alten Stärke begann beim 5:3-Auswärtserfolg beim Zweitligaabsteiger Jahn Regensburg. Ein verrücktes Spielâ…
Absolut verrückt! Wir gerieten wie schon gegen Osnabrück und Heidenheim erneut früh in Rückstand. Doch in dieser Partie konnten wir den Rückschlag verdauen und unsere eigenen Qualitäten ausspielen, so dass wir mit 4:1 in die Pause gingen. In unseren Köpfen wuchs die Erkenntnis: Wir können es doch!
Das Spiel endete mit einem 5:3-Erfolg für Ihre Himmelblauen. Da lassen sich drei Gegentreffer sicherlich leichter für Sie verschmerzen?
Da muss ich Ihnen vehement widersprechen! Ich ärgere mich über jedes Gegentor! Mein Anspruch ist es eine fehlerfreie Partie abzuliefern. Dass am Ende der 90 Minuten die Null stehen sollte, ist stets mein Anspruch. Ansonsten wäre ich kein guter Profi.
Zu Saisonbeginn verstärkte sich der CFC mit dem Torhüter Stefan Riederer, der von der SpVgg Unterhaching kam. In Riederer bekamen Sie starke Konkurrenz in Form eines etablierten Drittligaschlussmannes. 64 Drittligaeinsätze stehen für ihn zu Buche. Wie beurteilen Sie den Konkurrenzkampf um die Nummer eins?
Ich empfinde es als legitim, dass sich der Verein auf der Torhüterposition verstärkt hat. Letztendlich möchte und muss sich der Verein auf allen Positionen verstärken, um seine sportlich gesteckten Ziele zu erreichen. Konkurrenz belebt das Geschäft, spornt alle zu besseren Leistungen an. Ich gehe folgerichtig -genau wie Stefan -sportlich fair und respektvoll mit der Situation um. Im Tor kann eben nur einer aufgestellt werden. Wenn ich meine Leistung konstant bringe und gute Spiele abliefere, hoffe ich natürlich auch zu Beginn zwischen den Pfosten zu stehen.
Sie selber können sich aber durchaus auch in die Rolle des Ersatztorhüters hineinversetzen. Bei 1860 München, dem FC Augsburg und Energie Cottbus gehörten Sie den jeweiligen Profikadern an, erhielten aber nie die Chance, sich in einem Pflichtspiel zwischen den Pfosten zu beweisen.
Ich wechselte mit 19 Jahren aus Dresden zu den Münchner Löwen, schlug Angebote von Hertha BSC und dem Hamburger SV aus. Die 60er boten mir die besten Perspektiven, auch die Verwirklichung meines Kindheitstraums vom Profispieler. Leider hatte ich sowohl bei den Löwen als auch beim FC Augsburg und in Cottbus enorme Konkurrenz zwischen den Pfosten. Natürlich ist es toll mit dem Profikader am Samstag in die großen Arenen zu fahren, letztendlich spielte ich dann aber zumeist nur am Sonntag in der zweiten Mannschaft in der Regionalliga. Dass ich dabei stets loyal dem jeweiligen Stammkeeper des Profiteams gegenüber stand, versteht sich von selbst. Aber irgendwann möchte man eben auch mal in der ersten Mannschaft spielen. Da kam das Angebot aus Chemnitz im Jahr 2009 wie gerufen. Auf den ersten Blick schien das für den Laien ein Schritt zurück zu sein. Manchmal muss man aber diesen einen Schritt zurück machen, um zwei vorwärts zu kommen. Mit dem Aufstieg in die 3. Liga und der kontinuierlichen Weiterentwicklung des CFC ist mein Bestreben eines Tages in der 2. Bundesliga als Torhüter aufzulaufen weiterhin begründet.
Zurück zu ihrer Station bei 1860 München: Sie spielten damals schon zwei Jahre von 2005 bis 2007 mit Anton Fink zusammen. Der Torjäger stieß zu Jahresbeginn 2012 zum Chemnitzer FC. Haben Sie sich über den Torjäger als Neuzugang gefreut?
Mit Sicherheit! Qualitativ haben wir dadurch in der Offensive gewonnen. Als ich von Antons Verpflichtung aus der Zeitung erfahren habe, musste ich schmunzeln. Die Überraschung ist gelungen. Man sieht sich meistens zweimal im Leben -das ist im Fußball genauso wie im richtigen Leben!
Am Dienstagabend kommt es auch zu einem Wiedersehen mit Elton da Costa, Ihrem ehemaligen Mannschaftskameraden aus gemeinsamen Tagen bei FC Augsburg. Freuen Sie sich darauf?
Ja. Ich schätze Elton sowohl als Menschen als auch als Fußballer. Elton besitzt eine außergewöhnliche Schusstechnik, verfügt über einen starken linken Fuß. Auf dem Platz ist er immer für einen Geniestreich gut. Ich erinnere mich gut an seine gefährlichen Freistöße, die mir immer Schwierigkeiten in den Trainingseinheiten bereiteten -schwierig zu haltende Dinger (lacht).
Was erhoffen Sie sich vom Punktspiel am Böllenfalltor?
Nach Möglichkeit natürlich drei Punkte (lacht)! Ich freue mich aber auf diese Partie, denn in der Vergangenheit waren die Spiele stets heiß umkämpft, selten wurde sich etwas geschenkt. Ich mag diese rassig, intensiv geführten Matches, bei denen man über die volle Distanz konzentriert sein muss und gefordert ist!
Zum Abschluss gestatten Sie mir noch eine klischeebehaftete Frage: Gemeinhin behauptet man, dass Torhüter und Linksaußen "sonderbare Typen" sind. Ist dem so und wenn ja, was sind Ihre Marotten?
Ich befürchte Sie enttäuschen zu müssen, ich kann nicht zwingend von mir behaupten „verrückt“ zu sein. Vielleicht ein bisschen abergläubisch. So ziehe ich mir beispielsweise immer zuerst den linken Schuh an, dann den rechten. Genauso halte ich es auch, wenn ich den Platz betrete -immer mit dem linken Fuß zuerst. Achten Sie mal am Dienstagabend bei unserem Gastspiel beim Einlaufen daraufâ…
Vielen herzlichen Dank Philipp Pentke für das ausführliche und kurzweilige Interview! [PRG]