FAQs zum verlegten Testspiel gegen San Antonio
Der SV 98 beantwortet die wichtigsten Fragen zum verschobenen Testspiel der Lilien beim Kooperationspartner San Antonio FC.
Heute: Leonhard Haas Leonhard Haas wurde am 9.1.1982 in Rosenheim geboren. Bevor "Leo" im Sommer 2012 auf der Hansa-Kogge anheuerte, spielte er u.a. für so renommierte Clubs wie Bayern München oder den Hamburger SV. Der beidfüßige Mittelfeldstratege stand 2004/05 sogar im Erstligakader der Hamburger, ein Bundesligaeinsatz blieb ihm jedoch verwehrt. Dafür kann der verheiratete zweifache Familienvater auf immerhin 113 Zweitligaeinsätze in den Trikots des FC Augsburg, der SpVgg Greuther Fürth und dem FC Ingolstadt zurückblicken, bei dem ihm 16 Tore gelangen.
www.sv98.de: Hallo Leonhard Haas! Beginnen wir mit einer "bösen Frage": Können Sie sich an die höchste Niederlage in Ihrer Profikarriere erinnern?
Leonhard Haas: Wenn Sie schon so fragen, dann kann es sich ja nur um das 0:6 im Hinspiel am Böllenfalltor gegen Darmstadt 98 handelnâ… Nach dieser Klatsche war die Stimmung bei uns verständlicherweise auf dem Tiefpunkt. An diesem Tag lief rein gar Nichts bei uns zusammen, angefangen von der frühen roten Karte gegen Mustafa Kucukovic bis hin zu unserer "bescheidenen Tagesform". Aber so ist das eben manchmal im Fußball, da gibt es solch rabenschwarze Tage. Die Kunst besteht darin das Geschehene abzuhaken und den Blick nach vorne zu richten. Ich denke, dass uns das in der Folgezeit dann auch recht gut gelungen ist.
Dennoch -oder gerade deswegen -haben Sie und der FC Hansa am kommenden Samstag mit den Lilien noch eine Rechnung offen. Bei sieben Zählern Rückstand auf den SV 98 und den Relegationsrang eigentlich schon fast Ihre letzte Chance in Richtung Aufstiegâ…
Das mag den Anschein haben, als dass wir nur mit einem Sieg die Aufstiegschancen am Leben halten würden. Aber danach sind immer noch 27 Punkte zu vergeben und im Fußball kann viel passieren, da hat es schon die verrücktesten Aufholjagden gegeben. Fakt ist, dass wir bei einem Dreier am Samstag wieder dick im Geschäft wären. Eine Rechnung im Sinne Ihrer Fragestellung gilt es dabei nicht zu begleichen, letztendlich zählt nur der Sieg für den FC Hansa -und sei es auch nur ein 1:0!
Sie selber werden sicherlich alles in die Waagschalen werfen, dass die Punkte an der Ostsee bleiben. Mit zehn Torvorlagen sind Sie einer der Topvorbereiter der 3. Liga. Mit drei Treffern profitierte Ihr Mannschaftskamerad David Blacha besonders von Ihren finalen Pässen. Ist Blacha Ihr „Lieblinsgvollstrecker“?
Ein interessanter Fakt, der mir so gar nicht bewusst gewesen ist. Nein, letztendlich freue ich mich, wenn ich den Kollegen die Treffer servieren kann. Wer letztendlich den Ball über die Linie drückt, ist einerlei.
Ebenso ein erwähnenswerter Fakt ist, dass der FCH auswärts eine bessere Bilanz aufweist als in der heimischen Arena. In fremden Gewässern fischte die Kogge24 Zähler an Bord, daheim waren es „nur“ 19 (5-4-4). Worin sehen Sie die Gründe dafür?
Wenn ich dafür eine plausible Erklärung hätteâ… Wenn man sich die vier Niederlagen genauer betrachtet stellt man fest, dass sie mit sehr viel Unvermögen zustande gekommen sind. Wir haben uns schlichtweg dumm angestellt, besonders was die Chancenverwertung angeht. Daher waren sie allesamt vermeidbar gewesen, was uns natürlich ärgert. Dieses Manko gilt es abzustellen.
Ihr Spitzname lautet "Leo". Gemeinhin ist es so, dass abzufangende Flankenbälle des Torhüters zumeist mit eben jenem Ruf, nämlich "Leo", kommentiert werden. Können die Spieler des SV 98 am Wochenende diesbezüglich mit einem Missverständnis zwischen Ihrem Keeper und Ihnen liebäugeln…
(lacht) Nein, da muss ich Ihre Hoffnungen wohl leider schon im Vorfeld zerstören. Sowohl Johannes Brinkies als auch Jörg Hahnel beanspruchen die ihnen zustehenden Flankenbälle mit "Torwart".
Sicherlich wird das Match zwischen dem FC Hansa und den Lilien vor einer beachtlichen Zuschauerkulisse ausgetragen werden. Haben Sie mitbekommen, dass sich einige Lilienfans mit einem eigens gecharterten Flugzeug auf die Reise an die Ostsee begeben?
Ja, das habe ich im Internet gelesen. Wahnsinn, was manche Fans für tolle Aktionen starten, das ist wahrlich toll! Ebenso zolle ich aber auch unseren Hansa-Anhängern tiefsten Respekt! Wenn man sich nur unser letztes Auswärtsspiel in Dortmund anschaut, als wir an einem Sonntagnachmittag von über 2.000 Supportern unermüdlich angefeuert wurden -gigantisch! Und auch bei den Heimspielen sind unsere Fans im wahrsten Sinne des Wortes unser zwölfter Mann. Es macht unheimlich viel Spaß diese fußballbegeisterten Anhänger im Rücken zu wissen, die ohne Zweifel schon bald wieder Zweitligafußball verdient haben!
Zum Abschluss gestatten Sie mir die folgende Frage: Sie spielten in Ihrer Jugend zwischen 1998 und 2003 für den FC Bayern München. Dabei machten Sie sicherlich auch die Bekanntschaft von Uli Hoeneß, der momentan die Schlagzeilen aufgrund hinterzogener Steuern beherrscht. Wie erlebten Sie seinerzeit den Bayern-Präsidenten und haben Sie seinen Prozess verfolgt?
Sie werden Verständnis haben, wenn ich mich zu den Vorfällen nicht äußern kann und möchte. Ich persönlich habe Uli Hoeneß als menschlich integere Person kennengelernt, gleichwohl ich natürlich nicht privat bei ihm ein- und ausging. Aber mir sind die Montage nach den Trainingseinheiten im Gedächtnis hängen geblieben, als die Geschäftsstelle sich zum Abendspielchen drei gegen drei auf dem Platz einfand. Neben Uli Hoeneß trat u.a. auch Karl-Heinz Rummenigge zum munteren Kicken an. Manchmal aber war nicht das erforderliche halbe Dutzend an Spielern zugegen, so dass ich das Vergnügen hatte die vorhandene Lücke zu füllen. Hoeneß gab keinen Ball verloren und war öfter regelrecht außer Atem. Aber er kämpfte unermüdlichâ…
Vielen herzlichen Dank, Leonhard Haas, für das kurzweilige und äußerst amüsante Interview! [PRG]