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20.11.2013 / Allgemein

Das Interview zum Spiel gegen den FC Rot-Weiß Erfurt

Heute: Stefan Kleineheismann Stefan Kleineheismann wurde am 8.2.1988 im fränkischen Fürth geboren. Insofern war es nur eine Frage der Zeit, bis der heute 1,86 Meter große Abwehrspieler bei der SpVgg Greuther Fürth auflaufen würde. Über seinen Heimatverein, den FSV Stadeln, schaffte er schließlich den Sprung zu den Grün-Weißen im Jahr 2001 als 13-Jähriger. Bei den „Kleeblättern“ in Fürth durchlief Kleineheismann von der D-Jugend sämtliche Jugendmannschaften bis hin zum unangefochtenen Stammplatz in Fürths U23. Trotz einiger Nominierungen in den Zweitligakader der SpVgg, stehen beim heute 25 Jahre alten Innenverteidiger bedauerlicherweise (noch) keine Zweitligaeinsätze zu Buche. Von 2011 bis 2013 schnürte der Rechtsfuß seine Fußballstiefel für die Offenbacher Kickers, ehe er zu Saisonbeginn zum FC Rot-Weiß Erfurt wechselte.

www.sv98.de: Hallo Stefan Kleineheismann! Der SV 98 ist im Sommer durch die Zulassungsverweigerung für Ihren Ex-Klub, die Offenbacher Kickers, in der Liga geblieben. Wie erlebten Sie die Zeit vom Bekanntwerden der drohenden Zahlungsunfähigkeit bis hin zum Lizenzentzug?
Stefan Kleineheismann: Seit Anfang April zeichnete sich bereits deutlich das drohende Dilemma ab. Unabhängig von einem möglichen Lizenzentzug stand für mich bereits zu einem früheren Zeitpunkt fest, dass ich mich neu orientieren wollte und meinen Vertrag nicht verlängern würde. Insofern ist mein Weggang vom Bieberer Berg nicht mit dem Lizenzentzug der Kickers in Verbindung zu bringen! Vom Offenbacher Lizenzentzug habe ich dann in meinem Türkeiurlaub erfahren. Das war ein großer Schock, da ich zunächst auf einen positiven Ausgang und den Drittligaverbleib hoffte. Kurz nach Bekanntwerden der Hiobsbotschaft empfand ich nur Betroffenheit und vor allen Dingen großes Mitgefühl für die ganzen Mitarbeitern und Kollegen, die eigentlich gerne in Offenbach bleiben wollten.
Es folgte der Wechsel zu Saisonbeginn von Offenbach nach Erfurt. Es ist nach dem Abschied vom Fürther Ronhof auf den Bieberer Berg ihr zweiter Vereinswechsel als Profi. Gewöhnt man sich an den Gedanken als Profisportler "nicht-sesshaft" zu sein oder kam, im Gegensatz zu Ihrem ersten Wechsel, schon so etwas wie Routine zwischen all den Umzugskartons auf?
Da geht es dem Fußballspieler zunächst einmal nicht anders als dem Otto-Normalbürger: Jeder Umzug ist mit Stress verbunden! Allerdings verhielt es sich bei mir so, dass die Freude auf die neue sportliche Herausforderung in Erfurt deutlich überwog. Insofern ging das Kistenpacken relativ leicht von der Hand (lacht). Bei meinem ersten Transfer von Fürth nach Offenbach war es schon ein wenig emotionaler für mich. Man verlässt die Heimat, lässt Freunde, Bekannte und das vertraute Umfeld zurück. Andererseits entwickelt man sich mit den Orts- und Wohnungswechseln allerdings auch menschlich und persönlich weiter. Man lernt neue Gegenden, Menschen und deren Mentalitäten kennen. So etwas bildet und bringt neue Erkenntnisse für das weitere Leben.
Folgerichtig scheinen Sie sich gut an Ihr neues Umfeld in Thüringen gewöhnt zu haben und sind auch gut von der Mannschaft aufgenommen worden. Sie selber bezeichneten sich in einem früheren Interview als Führungsspieler. Würden Sie sich selber nach einem knappen halben Jahr in Erfurt auch schon in dieser Rolle sehen?
Wenn mich meine Mitspieler und Freunde charakterisieren, höre ich oft, dass ich hilfsbereit sei -sowohl auf als auch neben dem Platz. Ich denke, dass sich die Hilfsbereitschaft auch auf meine Position auf dem Spielfeld übertragen lässt: Ich habe das Spielgeschehen zumeist vor mir und kann daher dirigieren, sehen, wie sich die einzelnen Mannschaftsteile optimal verschieben müssen, um den Gegner in seinem Aktionsradius einzuengen. Ich gehe davon aus, dass ich mit zunehmender Zeit bei RWE langsam in die Rolle eines Führungsspielers hineinwachse.
Beim Aufeinandertreffen gegen die Lilien am morgigen Freitagabend treffen Sie u.a. auch auf drei ehemalige Mannschaftskameraden von sich: Benjamin Maas  und Marco Sailer kennen Sie noch aus gemeinsamen "Kleeblatt-Zeiten", währenddessen Sie mit Elton da Costa in Offenbach zusammenspielten. Bitte charakterisieren Sie das Trio mit jeweils drei Eigenschaften.
Ich habe alle drei als freundliche, ehrliche und auf ihrer jeweiligen Position gute Mitspieler kennenlernen dürfen (schmunzelt).
Die SpVgg Greuther Fürth wurde in der Saison 2007/08 von Bruno Labbadia trainiert, einer Darmstädter Fußballlegende. Gibt es irgendwelche Erinnerungen an Bruno Labbadia, die Ihnen im Gedächtnis hängen geblieben sind?
Oh ja, die gibt es: Bruno Labbadia hat mich damals aus der Jugend hochgezogen und ich durfte als 18-, 19-Jähriger meine ersten Trainingseinheiten mit den Zweitligaprofis absolvieren. Zudem nahm er mich auch mit ins Trainingslager. Später im Saisonverlauf hat er mich auch dreimal in den Kader zu einem Zweitligaspiel berufen, jedoch bin ich damals leider nicht zum Einsatz gekommen. Bruno Labbadia bleibt mir ansonsten als äußerst ehrgeiziger Coach in Erinnerung, der besonders mit seinen taktischen Fähigkeiten besticht.
Im Ligaalltag standen Sie sich und der SV 98 bislang zehnmal gegenüber. Erstaunlich, dass die Hälfte der Partien remis endeten. Ihr spektakulärstes Duell gegen die Lilien  – vielleicht sogar eines Ihrer denkwürdigsten Spiele Ihrer bisherigen Karriere – dürfte aber wohl das Hessenpokalhalbfinale 2012 gewesen sein: Nach torlosen 120 Minuten rangen die Offenbacher Kickers den SV 98 vom Elfmeterpunkt mit 8:7 niederâ…
Auf jeden Fall war das ein sehr intensives Derby, das trotz guter Chancen auf beiden Seiten 0:0 endete. Ich glaube, erst der 20. Schütze beendete damals das Elfmeterschießen. Glücklicherweise hielt mein Nervenkostüm dem Druck stand und ich konnte meinen Penalty gegen Jan Zimmermann verwandeln. Für uns war es damals sehr wichtig ins Finale einzuziehen, da wir uns anschließend als Hessenpokalsieger für den DFB-Pokal qualifizieren konnten. Immerhin drangen wir im DFB-Pokal bis ins Viertelfinale vor und schalteten höherklassige Mannschaften wie meinen Ex-Klub Greuther Fürth oder aber den Erstligisten Fortuna Düsseldorf aus.
Vielen herzlichen Dank, Stefan Kleineheismann, für das Interview!  [PRG]

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