FAQs zum verlegten Testspiel gegen San Antonio
Der SV 98 beantwortet die wichtigsten Fragen zum verschobenen Testspiel der Lilien beim Kooperationspartner San Antonio FC.
Heute: Maik Wagefeld Maik Wagefeld (31) ist Kapitän beim Halleschen FC. Der Mittelfeldmotor spielt dort seit letzter Saison und hatte maßgeblichen Anteil am Aufstieg des HFC. Auch in der laufenden Spielzeit hat er noch keine Minute verpasst und bereits drei Tore erzielt. Mit 24 Bundesliga-Einsätzen für den 1. FC Nürnberg gehört er zu den wenigen Spielern in der 3. Liga mit Erstliga-Erfahrung. Weitere Stationen seiner Laufbahn waren Dynamo Dresden und Hansa Rostock.
www.sv98.de: Hallo Maik Wagefeld, der Hallesche FC ist mit 12 Punkten aus 8 Spielen gut in die Saison gestartet und liegt auf Rang 7. Dabei hat Ihr Team ligaweit die wenigsten Gegentreffer kassiert. Was macht Ihre Defensive zur Zeit so stark?
Maik Wagefeld: Wir sind definitiv nicht nur zur Zeit sehr defensivstark, das war ein Grundstein des Aufstiegs. Der Grund liegt sicherlich darin, dass wir als komplette Mannschaft verteidigen.
Als Kapitän der Mannschaft haben Sie drei Tore selbst erzielt und ein weiteres vorbereitet. Es läuft also auch für Sie persönlich sehr gut. Was kann der HFC in dieser Saison insgesamt erreichen?
Wenn es uns gelingt, unsere Offensive so stark zu machen wie unsere Defensive, werden wir eine gute Rolle spielen und mit dem Abstieg nichts zu tun haben. Der Optimalfall wäre ein einstelliger Tabellenplatz.
Der HFC hat den Aufstieg gegen RB Leipzig, einen scheinbar übermächtigen Konkurrenten, geschafft -ähnlich wie die Lilien im Jahr zuvor gegen Kassel. Wie haben Sie die letzten Wochen der vergangenen Saison erlebt und was war ausschlaggebend für den Erfolg?
Über die ganze letzte Saison ist in Halle eine sehr große Euphorie gewachsen. Auch deshalb haben wir uns als geschlossene Mannschaft gegen die scheinbar übermächtige Konkurrenz aus Kiel und Leipzig durchgesetzt.
Seit dem Abstieg 1992 aus der 2. Bundesliga gab es in Halle keinen Profifußball mehr. Was bedeutet die Rückkehr für Verein und Umfeld?
Für jeden Verein, der 20 Jahre lang nix mit Profifußball zu tun hatte, ist es eine Befreiung. Auch für die Fans, was unsere guten Zuschauerzahlen beweisen.
Welchen Anteil am Erfolg hat der ERDGAS Sportpark, Halles "Schmuckkästchen"?
Ein neues Stadion muss nicht immer automatisch ein Pluspunkt sein. Bei uns ist es einer. Wir haben viel Spaß, einen sehr guten Rasen und viele Leute, die hautnah am Geschehen dran sind.
Sie gelten als Dresdner Urgestein und haben in Ihrer Karriere über zehn Jahre -mit Unterbrechungen -für Dynamo gespielt. Was macht diesen Verein aus und wie beurteilen Sie die Entwicklung in den letzten Jahren?
Dresden ist grundsätzlich eine wahnsinnig fußballverrückte Stadt. Es war nur eine Frage der Zeit, dass Dynamo die 2. Liga packt. Vielleicht ist in den nächsten fünf Jahren sogar die Bundesliga drin. Solch ein Traditionsverein würde der Liga richtig gut tun.
Zur Saison 2004/05 sind Sie zum 1. FC Nürnberg in die Bundesliga gewechselt. Welchen Stellenwert hat diese Station in Ihrer Karriere?
Es war ein wichtiger Schritt, den ich nie bereut habe. Nürnberg insgesamt war eine schöne Zeit, die möchte ich nicht missen.
Beinahe wären es noch mehr Bundesliga-Spiele geworden, denn mit Hansa Rostock schafften Sie in der Saison 2006/07 den Aufstieg in die 1. Liga. Trotz vieler Einsätze in der Rückrunde wurde Ihr Vertrag aber nicht verlängert. Kam das für Sie überraschend?
Es war überraschend, ich trauere dem aber nicht hinterher. Keiner soll vergessen, dass ich vor meiner Zeit in Rostock eine schwere Knieverletzung hatte. Als ich wieder gesund war, hatte ich einen gewissen Anteil daran, dass Hansa wieder in die Bundesliga aufgestiegen ist.
Von außen betrachtet herrscht in Halle große Euphorie, trotzdem scheint auch ruhiges Arbeiten möglich zu sein. Würden Sie dies als ein Grund für den Erfolg ansehen?
Das war ein Puzzlesteinchen zu unserem Erfolg. Grundsätzlich sind die Erwartungen hier nicht überdimensional hoch. Eben genau so, dass wir sie als junge Mannschaft erfüllen können.
Sie wohnen mit Ihrer Frau und Ihren beiden kleinen Töchtern in Dresden. Wie verbinden Sie Pendelei und Familie?
Als ich meinen Vertrag hier beim HFC unterschrieb, hatte ich keine praktische Vorstellung, wie alles konkret mit Fußball in Halle und Familie in Dresden funktioniert. Dresden wird mein Lebensmittelpunkt nach Ende der Karriere sein, dort leben Familie und Freunde. Jetzt freue ich mich auf der Autobahn auf meine Frau und unsere Kinder. Es gibt wirklich Schlimmeres.
Mit dem SV 98 ist ein weiterer Traditionsverein zu Gast. Die Lilien tun sich bislang auswärts recht schwer und sind nicht gut gestartet. Wie schätzen Sie die Truppe vom Böllenfalltor ein, gerade auch nach dem Trainerwechsel?
98 wird ein unangenehmer Gegner. Aber einer, auf den ich mich besonders freue, weil ich noch nie gegen den Verein gespielt habe, wo mein Freund Benny Lense unter Vertrag stand. Wichtig ist, dass wir nach zwei Niederlagen zu Hause drei Punkte einfahren und die Konkurrenz auf Abstand halten.
Was erwarten Sie vom Spiel und geben Sie einen Tipp ab?
Ich tippe nie, hoffe auf ein interessantes Spiel.
Herr Wagefeld, vielen Dank für das Interview.