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14.10.2013 / Allgemein

Das Interview zum Spiel gegen den Halleschen FC

Heute: Pierre Kleinheider Pierre Kleinheider wurde am 7.11.1989 in Offenbach am Main geboren. Bereits als Vierjähriger begann er bei der SpVgg Dietesheim mit dem Fußballspielen, ehe er seinen Stammverein im Jahr 2002 verließ. In den folgenden Jahren schaffte er über die SG Rosenhöhe Offenbach den Sprung in die A-Jugend des FSV Mainz 05. In seiner Zeit bei den Rheinhessen, wo er u. a. auf den heutigen Darmstädter Torwarttrainer Dimo Wache traf, hütete der blonde Torhüter 24 Mal das Gehäuse der Nullfünfer in der U-19-Bundesliga und stand 46 Mal zwischen den Pfosten der Mainzer-Zweitvertretung. 2011 folgte schließlich der Wechsel zum FSV Frankfurt II, wo er es auf 21 Einsätze brachte und Bestandteil des Zweitligakaders war. Zum Saisonbeginn 2013/14 schloss sich der heute 23-Jährige verheiratete Familienvater schließlich dem Halleschen FC an, wo er seit dem vierten Spieltag das Tor hütet.

www.sv98.de: Hallo Pierre Kleinheider, Sie sind gebürtiger Offenbacher, so dass der Verdacht nahe liegen könnte, dass Sie Fan der Offenbacher Kickers sind. Liege ich mit meiner Vermutung richtig und falls ja, dann müsste das bevorstehende Match gegen des SV 98 ja ein ganz besonderes Spiel für Sie sein?
Pierre Kleinheider: Weder noch. Mein Vater, der übrigens selber für den OFC spielte, nahm mich als Kind oft mit auf den Bieberer Berg. Fan der Kickers im engeren Sinne bin ich allerdings nie geworden, folgerichtig ist das Spiel gegen den SV Darmstadt 98 auch nicht von einer persönlichen Rivalität für mich geprägt.
Zu Saisonbeginn legte sich Ihr Trainer auf Dominik Kisiel als neue Nummer eins im HFC-Gehäuse fest. Mitte August bekam Kisiel allerdings Probleme mit den Adduktoren, so dass Sie fortan zwischen den Pfosten standenâ…
Man wünscht niemanden eine Sperre oder gar eine Verletzung wie im Falle von Dominik, zumal wir gut miteinander auskommen. Es ist mein Job dann parat zu stehen, wenn ich gebraucht werde. Speziell auf der Torhüterposition ist Geduld gefragt, kann doch immer nur einer spielen. Ich denke, ich rufe seit dem verletzungsbedingten Wechsel gute Leistungen ab, so dass Coach Sven Köhler mir sein Vertrauen zu Recht ausspricht. Mir ist aber auch bewusst, dass ich Woche für Woche meine Leistungen abrufen muss. Einen Freifahrschein besitze auch ich nicht zwischen den Pfosten.
Ihre Leistung gipfelte mit der Nominierung zum "Spieler des Tages" durch Deutschlands größte Fußballfachzeitschrift nach dem 2:1 gegen den Chemnitzer FC. Ist diese Nominierung für Sie umso höher zu bewerten, wenn man weiß, dass mit Darko Horvat zu Saisonbeginn ein "Torhüterdenkmal" den Halleschen FC verlassen hat?
Sicherlich freut man sich über eine solche Auszeichnung, gleichwohl sie natürlich der gesamten Mannschaft gebühren müsste. Wir gewinnen schließlich immer noch zu elft! Mit Darko Horvat verließ tatsächlich ein verdienter Spieler den HFC. Seine Fußstapfen zu füllen ist mit Sicherheit nicht leicht. Darko besucht uns ab und zu noch bei Heimspielen. Wie es der Zufall wollte, war dies der Fall vor dem eben erwähnten 2:1 gegen Chemnitz. Scheinbar ein gutes Omen (lacht).
Nach einem Fehlstart mit vier Niederlagen am Stück, steht der HFC nunmehr mit nahezu ausgeglichener Bilanz (5 Siege, 1 Unentschieden, 6 Niederlagen) im Tabellenmittelfeld. Wo sehen Sie die Gründe für den Aufschwung?
Der Saisonstart war in der Tat mehr als bescheiden. So haben wir uns das nicht vorgestellt. Die Wende kam am 5. Spieltag mit dem 2:0-Heimsieg gegen den SV Elversberg. Durch zwei Tore in der Schlussphase ernteten wir zwar erst spät die Früchte unserer Arbeit, aber wir merkten, dass wir nur geduldig sein und an uns glauben müssen. Seitdem greifen die Räder in unserem System ineinander, die Ergebnisse stimmen seitdem, wir punkten konstant. Das soll sich auch gegen Darmstadt am Samstag nicht ändern!
Die Lilien werden Ihnen die Punkte sicherlich nicht kampflos überlassen. Mit Dominik Stroh-Engel trifft Ihr Team zudem auf den führenden der Torschützenliste. Was erwarten Sie für ein Spiel am Samstag?
Der SV 98 hat derzeit einen regelrechten Lauf, wobei Dominik Stroh-Engel sicherlich regen Anteil hat. Es wäre aber fatal den Fokus alleine auf ihn zu richten, denn beim SV 98 sind mehrere Spieler in der Lage zu treffen. Aus jenem Grund werden wir die Darmstädter genauestens per Video–Analyse studieren und uns u.a. auch das Pokalspiel gegen Schalke noch einmal aufmerksam anschauen.
Ihr Spitzname lautet "Handschuh". Im Kader des Halleschen FC findet sich auch Pierre Merkel, der durch Ihre Mitspieler den liebevollen Titel "Kanzler" verpasst bekommen hat. Gibt es weitere ausgefallene Spitznamen?
Da fällt mir ad hoc keiner ein. Dass ich "Handschuh" genannt werde, verdanke ich übrigens Michael Görlitz aus gemeinsamen Zeiten beim FSV Frankfurt. Er verpasste jedem einen "innovativen Spitznamen", so z.B. Marcel Gaus, der heute für den 1. FC Kaiserslautern spielt -Hackstock (lacht)! Ich glaube Sven Kmetsch, mein damaliger Co-Trainer beim FSV Frankfurt, kannte nicht einmal meinen richtigen Vornamen (schmunzelt)â…
Beim FSV spielten Sie u.a. mit einem verdienstvollen und unter den Fans des SV 98 überaus beliebten und wertgeschätzten Ex-Lilienspieler zusammen: Yannick Stark.
Yannick war mein Sitznachbar in der Kabine. Menschlich ein hervorragender, unkomplizierter Typ, mit dem ich heute noch gelegentlich Kontakt habe. Ich freue mich über seine sportliche Entwicklung. In seiner Zeit am Bornheimer Hang hat er enorme Fortschritte gemacht. Yannick hat dank harter Arbeit fußballerisch, aber auch an körperlicher Robustheit hinzu gewonnen. Es freut mich, dass es für ihn beim TSV 1860 München gut läuft und drücke ihm die Daumen, dass sein Treffer gegen Aue mit der Medaille zum "Tor des Monats September" belohnt wird.
In Ihrer Karriere begegneten Sie auch dem heutigen Torwarttrainer des SV Darmstadt 98, Dimo Wache.
Richtig, Dimo und ich verbrachten als Torhüter beim FSV Mainz 05 zwischen 2008 und 2010 zwei gemeinsame Jahre. Dimo verdanke ich einiges; er hat mich geprägt, immer wieder Tipps gegeben und mich als damaligen Nachwuchskeeper regelrecht gefördert. Für diese Unterstützung bin ich ihm dankbar. Als ich mitbekam, dass er zum Jahresbeginn ein Engagement als Torwarttrainer beim SV 98 bekam, hat mich das riesig gefreut. Ich freue mich ihn am Samstag wiederzusehen, schätze ich seine Art doch besonders.
Vielen herzlichen Dank, Pierre Kleinheider, für das ausführliche und aufschlussreiche Interview!  [Patrick Hentze & PRG]

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