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27.03.2014 / Allgemein

Das Interview zum Spiel gegen den Halleschen FC

Heute: Sören Bertram Sören Bertram wurde am 05.06.1991 Uelzen geboren. Als Dreijähriger begann er das Fußballspielen bei seinem Heimatverein Teutonia Uelzen. Von dort wechselte er 2002 zum FC St. Pauli, wo er dreieinhalb Jahre blieb, ehe er sich dem Stadtrivalen Hamburger SV anschloss. Während seiner Zeit beim HSV durchlief er alle Jugendmannschaften und avancierte zum U-18, U-19 und U-20 Nationalspieler. Unter dem damaligen HSV-Trainer Bruno Labbadia feierte der Freistoßspezialist gegen den FSV Mainz 05 sein Bundesligadebüt und auch im UEFA-Cup, der heutigen Europa-League, durfte er sich über einen Einsatz gegen Rapid Wien freuen. Nach seinem Wechsel zum VfL Bochum folgte im Sommer 2013 die Leihe zum kommenden Gegner Hallescher FC, bei dem der Blondschopf mit aktuell neun Treffern zu den Toptorschützen seines Vereins zählt.

www.sv98.de: Hallo Sören Bertram! Im Alter von sieben Jahren haben Sie sich dem FC St. Pauli angeschlossen. Es folgte der fußballerische Werdegang über den HSV, mit Zwischenstation Augsburg, in Richtung Bochum bis hin zu Ihrem jetzigen Verein, dem Halleschen FC. Somit verschlug es Sie in alle vier Himmelsrichtungen der Republik -Norden, Osten, Süden und Westen. Welche Unterschiede konnten Sie als persönliche Lebenserfahrung für sich verbuchen? Haben Sie eine Himmelsrichtung auf dem Kompass ganz besonders ins Herz geschlossen?
Sören Bertram: Jede Region beheimatet seine ganz besonderen Reize, sowohl vom kulturellen als auch vom menschlichen Aspekt her. Ich bin mit allen Mentalitäten problemlos zu recht gekommen, so dass festzuhalten bleibt, dass ich mich überall wohlgefühlt habe und ich auch keine Eingewöhnungsprobleme hatte. Stimmte dann auch noch der sportliche Erfolg, dann habe ich mich noch ein kleines Stückchen wohler gefühlt.
Nicht zuletzt durch Ihre Leihgeschäfte verschlug es Sie von Hamburg nach Augsburg und nunmehr von Bochum nach Halle. Wie stehen Sie der "Leiharbeit" gegenüber?
Generell eigentlich positiv, denn alle Seiten profitieren von dem Leihgeschäft. Manchmal muss man als Spieler eben den Schritt in eine niedrigere Liga gehen, um sich dadurch wieder empfehlen zu können. Das gilt gerade dann, wenn man merkt, dass man sich nicht zwingend beim höherklassig spielenden Verein durchsetzen kann. Ziel ist es daher immer für mich gewesen, mich mit guten und konstanten Leistungen wieder in das Gedächtnis des alten Vereins zu spielen.
Bei meinem Ausleihgeschäft vom HSV nach Augsburg wusste ich beispielsweise, dass meine Entwicklung genau beobachtet wurde, denn die Hamburger meldeten sich des Öfteren bei mir, der Kontakt war stets vorhanden.
Und der VfL Bochum, von dem Sie ja nun zum HFC ausgeliehen sind? Zittern Sie mit dem VfL im Kampf um den Zweitligaklassenerhalt? Wie geht es in der kommenden Saison mit Ihnen weiter?
Das hängt ganz entscheidend davon ab, ob der VfL Bochum den Klassenerhalt schafft oder nicht. Insofern kann und will ich Ihnen bezüglich einer Rückkehr an die Ruhr keinerlei Wasserstandsmeldungen verkünden. Fakt indes ist, dass ich mich in Halle wohlfühle. Ebenso Fakt ist aber auch, dass mein persönlicher Ehrgeiz ausgeprägt genug ist, höherklassig spielen zu wollen.
Das Talent zu höheren Weihen ist Ihnen durchaus in die Wiege gelegt worden: Im Jahr 2009 verlieh man Ihnen die Fritz-Walter-Medaille in Silber (Auszeichnung Nachwuchsspieler des Jahres, Anm. d. Red.).
In der Tat eine Auszeichnung, die mir sehr viel bedeutet. Die dazugehörige Urkunde hat einen Ehrenplatz inne, hängt bei meiner Mutter im Keller. Und auch die Medaille hat ein sicheres Plätzchen gefunden, dass ich hier allerdings nicht verraten werde (lacht).
Letztendlich kann man sagen, dass Sie sowohl von Ihrer fußballerischen als auch schulischen Ausbildungszeit in Ihrer Zeit beim HSV stark profitierten. Und auch der Ex-Darmstädter Bruno Labbadia als Chefcoach schien Ihr Talent auf dem grünen Rasen nicht übersehen zu haben. Interessanterweise bauten Sie ihr Abitur in Hamburg mit Kim Kulig (33 A-Länderspiele für die deutsche Damennationalmannschaft, Anm. d. Red.), einer weiteren namhaften Persönlichkeit im Fußballzirkus.
Bruno Labbadia habe ich tatsächlich sehr viel zu verdanken. Unter ihm durfte ich zweimal in der Bundesliga auflaufen und schnupperte gar Europacup-Luft. Ich habe seine Entlassung beim HSV damals sehr bedauert.
Kim und ich sind im gleichen Alter, saßen in der gleichen Klasse und bauten gemeinsam unser Abitur, was durch eine HSV-Partnerschule zustande kam. Ich erinnere mich, dass wir uns sogar einmal in einem Match auf dem Platz zu B-Jugendzeiten gegenüberstanden. An das genaue Ergebnis erinnere ich mich heute nicht mehr, wohl aber, dass wir Jungs gegen die jungen HSV-Damen ziemlich hoch gewonnen haben (lacht).
Zurück zu Ihrer jetzigen Station, dem Halleschen FC: Der Saisonstart missglückte, die ersten vier Partien gingen allesamt verloren. Der HFC fing sich, rutschte aber am 21. Spieltag wieder auf einen Abstiegsplatz ab. In den folgenden Partien entledigte sich der HFC dann jedoch aller Abstiegssorgen.
Als zwischenzeitlich der Absturz auf Rang 18 folgte, hielt der Hallesche FC an seinem Trainer Sven Köhler fest -eine richtige Entscheidung?
Generell muss man Trainerdiskussionen immer individuell beurteilen, das kommt auf den jeweiligen Charakter des Trainers und auf die Situation des jeweiligen Vereins an. In Sven Köhlers Fall war es aber zu 100% die richtige Entscheidung ihm das Vertrauen auszusprechen! Mittlerweile wurde er für seine akribische und sehr gut zu bewertende Arbeit auch mit einer Vertragsverlängerung belohnt. Nicht umsonst wurde er zum Trainer des Monats Februar gewählt! Die gewahrte Ruhe und die Geduld im Verein haben sich bezahlt gemacht!
Der holprige Saisonstart lässt sich in erster Linie mit dem Kaderumbau festmachen; 15 neue Spieler stießen zu uns. Und dass wir uns aus unserer Krise zur Mitte der Saison befreien konnten, hat sicherlich auch mit den beiden Winter-Neuverpflichtungen Tim Kruse und Francky Sembolo zu tun, die sich sofort als Stammspieler etablierten und einschlugen. Bei Francky sprechen sechs Treffer in neun Spielen für sich alleine.
Daher gehen wir im Moment einen richtig guten Weg: Wir setzen die Zielvorgabe des Trainers um und erzielen Ergebnisse. Der vierte Tabellenplatz, der zur DFB-Pokalteilnahme berechtigt, ist in Sichtweite.
Vielen herzlichen Dank, Sören Bertram, für das ausführliche Interview! [PH/PRG]

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