FAQs zum verlegten Testspiel gegen San Antonio
Der SV 98 beantwortet die wichtigsten Fragen zum verschobenen Testspiel der Lilien beim Kooperationspartner San Antonio FC.
Heute: Markus Husterer Markus Husterer (*16.6.1983) erlernte das Fußballspielen bei seinem Heimatverein FC Böhmfeld, ehe es ihn als Jugendlichen weiter zum renommierten MTV Ingolstadt (heute FC Ingolstadt 04) verschlug. Dort wusste der talentierte Innenverteidiger mit guten Leistungen auf sich aufmerksam zu machen, die auch dem großen FC Bayern München nicht verborgen blieben. Die logische Konsequenz folgte auf dem Fuß: Der Rekordmeister angelte sich das Talent. Über die B- und A-Jugend gelang dem beidfüßigen Defensivspezialisten im Jahr 2001 der Sprung in die U23 der Roten. Den Traum von der Bundesliga erfüllte sich der 1,85 Meter große Oberbayer aber nicht an der Isar, sondern am Neckar. Beim VfB Stuttgart, für den er in der Spielzeit 2003/04 unter Vertrag stand, bestritt er unter dem damaligen VfB-Trainer Felix Magath zwei Erstligaspiele. Nach nur einem Jahr bei den Schwaben zog es Markus Husterer für anderthalb Spielzeiten zur Frankfurter Eintracht, ehe er im Januar 2006 für ein halbes Jahr an seine alte Wirkungsstätte zu den "kleinen" Münchner Bayern zurückkehrte. Über Eintracht Braunschweig (2006/07) und den FSV Frankfurt (2007-2010) gelangte der gebürtige Ingolstädter im Sommer 2010 schließlich zu seinem heutigen Arbeitgeber, den Offenbacher Kickers. Seit nunmehr zweieinhalb Jahren schnürt der 29-jährige Abwehrspieler mit der Rückennummer vier seine Fußballschuhe für den OFC. Mit zwei Bundesligaeinsätzen, 86 Zweit- und 186 Drittligaeinsätzen zählt Markus Husterer damit zu den erfahrensten Spielern bei den Kickers.
www.sv98.de: Hallo Herr Husterer! Sicherlich haben Sie das legendäre 4:4 zwischen Deutschland und Schweden am TV verfolgt. Hatten Sie Mitleid mit Bastian Schweinsteiger und Philipp Lahm?
Markus Husterer: (lacht) Sie spielen auf meine Zeit bei Bayern München an. Ich kenne Bastian und Philipp sehr gut, wir haben lange in Bayerns Zweitvertretung in der damaligen Regionalliga Süd zusammengespielt. Mitleid im eigentlichen Sinne hatte ich mit den beiden nicht, gleichwohl das Verspielen eines Vier-Tore-Vorsprungs schon etwas Einmaliges, etwas Historisches und Tragisches hatte. Dennoch denke ich, dass sich die Nationalelf ohne größere Mühen für die WM in Brasilien qualifizieren wird. Mit Philipp (Lahm) habe ich heute noch gelegentlich Kontakt, wir telefonieren öfter miteinander.
Können Sie sich an ein ähnlich kurioses Spiel in Ihrer Karriere erinnern?
Nein, beim besten Willen nicht. Und um ganz ehrlich zu sein, kann ich auf das Verspielen eines so hohen Vorsprunges auch getrost verzichten. Ich bin nicht scharf darauf, so etwas zu erleben.
Das Derby gegen den SV Darmstadt 98 steht unmittelbar bevor. Ein ähnlicher Spielverlauf wie beim oben erwähnten 4:4 würde die Massen sicherlich begeistern. Ist ein solches Spektakel für Sie denkbar am kommenden Samstag?
Für mich ist das unvorstellbar, gleichwohl im Fußball bekanntlich ja nichts unmöglich ist. Trotzdem halte ich an meiner Überzeugung fest und sage, dass das wohl utopisch wäre.
Was halten Sie von der These, dass Spieler besonders gerne gegen Ihren Ex-Verein treffen? Der SV 98 hat mit dem zu Saisonbeginn aus Offenbach ans Böllenfalltor gewechselten Elton da Costa solch einen Kandidaten in seinen Reihen. Reporter bemühen dann gerne die Phrase, dass „ausgerechnet“ Spieler XY getroffen hatâ…
Ich kenne keine genauen Zahlen und Statistiken, glaube aber, dass das in solchen Fällen dann gerne von den Medien hochstilisiert wird. Aus meiner eigenen Erfahrung heraus kann ich sagen, dass ich immer gerne gegen meine ehemaligen Vereine gespielt habe. Gegen meine Ex-Clubs war ich immer besonders motiviert -im positiven Sinne. Witzigerweise habe aber auch ich schon gegen Ex-Vereine von mir getroffen: VfB Stuttgart II und Ingolstadtâ…
Mittlerweile ist Ihr OFC in der 3. Liga seit elf Partien ungeschlagen, also die „Mannschaft der Stunde“. Dabei verliefen die ersten Spiele nicht gerade optimal für Sie und die Kickers. Sie starteten mit vier Niederlagen in die Saison. Die Lilien warten hingegen seit fünf Spielen auf einen Dreier. Können Sie dem SV 98 einen Tipp geben, wie man solch eine Serie beendet?
(lacht) Nein, das kann und möchte ich beim besten Willen nicht. Ich kann aber für uns sprechen: Auch wenn wir die ersten vier Spiele allesamt verloren haben, so hat doch die Leistung auf dem Platz gestimmt, die Ergebnisse hingegen nicht. In drei Matches hätten wir durchaus punkten können. Da wir aber wussten, welche Qualitäten wir haben und wir nur unglückliche Niederlagen einstecken mussten, hielten sich die Selbstzweifel in Grenzen. Jede Mannschaft hat im Laufe einer Saison eine Phase, in der es nicht läuft; wir haben uns diese Phase bereits zu Rundenbeginn geleistet. Zudem war und ist unser Team intakt, der verkorkste Start hat uns nicht auseinandergerissen. Dann folgten die Siege in Aachen und gegen Dortmund II und daraus entwickelte sich eine Eigendynamik. Der momentan anhaltende Lauf soll am Samstag nicht enden.
Ist das DFB-Pokalspiel gegen Union Berlin am vergangenen Mittwoch im Nachhinein eher als Belastung zu bewerten vor dem Derby?
Nein, sicherlich nicht. Jeder Fußballer zieht ein Spiel dem Training vor, zudem wird das Training durch unseren Coach Arie van Lent aufgrund des Pokalspiels ja auch angepasst und reduziert. Ich mag englische Wochen.
Was sind Ihre persönlichen Erwartungen an das traditionsreiche Derby am kommenden Samstag?
Ich erwarte ein stimmungsvolles Derby mit einer tollen Kulisse! Ich freue mich auf bedingungslos anfeuernde Anhänger aus beiden Fanlagern, die ihre Elf lautstark unterstützen. Allerdings wünsche ich mir auch, dass das Nachbarschaftsduell friedlich bleibt. Schon alleine der Gedanke daran, dass trotz aller vorhandenen Emotionen ein paar gewaltbereite Chaoten die Stimmung "versauen" könnten, lässt sich meine Nackenhaare aufstellen! Dafür bringe ich nullkommanull Verständnis auf! Fernab des Wunsches auf ein friedliches Event auf den Zuschauerrängen freue ich mich insbesondere auf das Wiedersehen mit meinen ehemaligen Mannschaftskameraden Jan Zimmermann, Elton da Costa und Michael Stegmayer. Insbesondere zu "Stegi" und Elton pflege ich noch heute einen freundschaftlichen Kontakt. Am Samstag wird die Freundschaft zu dem Darmstädter Trio aber zunächst einmal für 90 Minuten ruhen müssen. Freundschaften können dann gerne nach Abpfiff weiter gepflegt werden.
Vielen herzlichen Dank, Markus Husterer, für das ausführliche Interview. [RP]