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30.07.2012 / Allgemein

Das Interview zum Spiel gegen den SC Preußen Münster

Heute: Jens Truckenbrod Jens Truckenbrod ist mit seinen 32 Jahren einer der erfahrensten Akteure bei Preußen Münster. Der defensive Mittelfeldspieler kam zur letzten Saison von Carl Zeiss Jena und wurde beim Mitaufsteiger der Lilien sofort Stammspieler (37 Einsätze). Zuvor war er für Borussia Mönchengladbach, die Sportfreunde Siegen, den FC Schaffhausen (Schweiz) und Dynamo Dresden aktiv. Der gebürtige Singener hat weit über 400 Profispiele bestritten, darunter über 40 Einsätze für Jugend-Nationalmannschaften des DFB.

www.sv98.de: Hallo Jens Truckenbrod, Ihnen und Preußen Münster ist ein optimaler Start in die Saison geglückt. Woher kommt diese starke Frühform?
Jens Truckenbrod: Wir haben uns gut verstärkt und gut gearbeitet in der Vorbereitung. Dazu greifen die ersten Automatismen bereits.
Trotz des Abgangs wichtiger Spieler wie José-Pierre Vunguidica hat sich Preußen Münster mit Matthew Taylor oder Amaury Bischoff weiter verstärken können. Was ist in dieser Saison für Münster möglich?
Die dritte Liga ist wie in den Jahren zuvor sehr ausgeglichen. Wir müssen in jedem Spiel an unsere Grenze gehen und am Ende schauen, was dabei herausspringt. Wir wollen aber eine bessere Platzierung als letztes Jahr erreichen.
Sie selbst haben bereits dreimal am Böllenfalltor gespielt -letzte Saison mit Preußen Münster und davor zweimal zu Beginn der "nuller" Jahre mit den Sportfreunden Siegen. Welchen Eindruck macht das Darmstädter Stadion auf Sie und haben Sie besondere Erinnerungen?
Das ist ein Stadion, in dem immer eine sehr gute Stimmung herrscht. Deswegen macht es am Böllenfalltor immer besonders viel Spaß zu spielen.
In der Siegener Zeit hatten Sie einen Mannschaftskollegen, der nun für die Lilien spielt. Haben Sie noch Kontakt zu Cem Islamoglu und wie haben Sie ihn damals erlebt?
Direkten Kontakt haben wir nicht. Wenn wir uns treffen reden wir aber über die aktuellen und vergangenen Zeiten.
Als Jugendlicher haben Sie über 40 Länderspiele für verschiedene U-Auswahlen des DFB bestritten, unter anderem die U17-WM in Ägypten 1997, wo Sie Vierter wurden. Welchen Stellenwert haben diese Einsätze für Sie?
Natürlich macht einen diese Zahlen stolz, aber das sind aktuell nur Randerscheinungen. Dafür kann ich mir nichts kaufen.
Ihre erste Profistation war Borussia Mönchengladbach. Trotz Ihrer vielen Einsätze in den Jugendnationalteams hat es aber mit einem Einsatz in der Bundesliga nicht geklappt. Worin sehen Sie die Gründe?
Auf der einen Seite hatte ich keine besonders gute Lobby. Ich musste mir immer alles hart erkämpfen. Auf der anderen Seite wusste ich in jungen Jahren auch noch nicht wie es im Profigeschäft zugange geht. Mit dem Wissen von heute hätte ich wahrscheinlich andere Voraussetzungen gehabt.
Sie haben durch den Fußball den Westen (Mönchengladbach, Siegen), Süden (Konstanz, Schaffhausen/CH), Osten (Dresden, Jena) und Nordwesten (Münster) Deutschlands kennen gelernt. Wo haben Sie sich -abgesehen natürlich von Münster -am wohlsten gefühlt?
Münster ist wirklich wunderbar. Darüber hinaus hat mir die Zeit in Schaffhausen am besten gefallen, da ich dann auch in der Nähe meiner Heimat gespielt habe und viele Freunde in der Region habe.
Kam der Wechsel von Siegen nach Schaffhausen, also in die Nähe Ihrer Heimat, aus familiären Gründen zustande? Wie unterscheidet sich der Fußball in der Schweiz von dem in Deutschland?
Natürlich hat die Nähe zu meiner Heimat auch eine Rolle gespielt. In der Schweiz wird viel taktischer gespielt. In Deutschland wird auch ein großer Augenmerk auf die Athletik gelegt. Darüber hinaus ist das Zuschaueraufkommen in Deutschland viel größer. Hier kann es sein, dass in der 3.Liga mehr Besucher ins Stadion kommen als in der 1. Liga in der Schweiz.
Sie standen bei über 400 Profispielen auf dem Platz und haben immer nur sehr wenige Spiele pro Saison verpasst. Wie bleibt man so lange ein "Dauerbrenner"?
Man muss wirklich für den Fußball leben, auf seinen Körper achten und konzentriert in den Trainingseinheiten arbeiten. Auch muss man im Alltag auch mal auf Dinge, die man gerne machen würde, verzichten.
Als Mittelfeldspieler hat man besondere Aufgaben auf dem Feld. Welche Rolle spielen Sie am liebsten?
Am liebsten spiele ich im Zentrum vor der Abwehr. Da ist man mittendrin im Geschehen.
Die Lilien konnten in der vergangenen Saison zweimal gegen Preußen Münster gewinnen. Sind die Darmstädter Münsters "Angstgegner"? Wie schätzen Sie die Elf vom Böllenfalltor ein und wo landet Sie Ihrer Meinung nach am Saisonende?
Ich würde sie nicht als Angstgegner bezeichnen, aber wir haben auf jeden Fall noch eine Rechnung offen. Darmstadt hat eine gute, mannschaftlich geschlossene Truppe. Mit da Costa haben sie einen erfahrenen Akteur verpflichtet. Ich gehe davon aus, dass sie nichts mit dem Abstieg zu tun haben werden.
Wie ist Ihr Tipp für das Spiel am Freitag?
Ich tippe nie vorher auf ein exaktes Ergebnis. Aber ich hoffe natürlich auf einen positiven Ausgang für uns.

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