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01.04.2014 / Allgemein

Das Interview zum Spiel gegen den SC Preußen Münster

Heute: Ralf Loose Ralf Loose (51) übernahm Mitte September den Cheftrainer-Posten beim SC Preußen von Pavel Dotchev und führte die bis dahin stark abstiegsbedrohten Münsteraner mittlerweile auf Platz 9 der Drittliga-Tabelle. Während seiner aktiven Zeit spielte der gebürtige Dortmunder für den BVB (1981-86), Rot-Weiß Oberhausen (86-87) und Fortuna Düsseldorf (87-93), bevor er beim FSV Frankfurt im Jahr 1994 seine Karriere ausklingen ließ. Seine Erfahrung von 342 Erst- und Zweitliga-Einsätzen (18 Tore) brachte er anschließend zunächst als Co- bzw. Cheftrainer bei der 2. Mannschaft vom FSV Mainz 05 ein. Nächste Station seiner Trainertätigkeit war der Liechtensteiner Fußballverband, wo er zunächst die U18 und später die Nationalmannschaft betreute. Anschließend kehrte er nach Deutschland zu den Sportfreunden Siegen zurück, mit denen er 2004/05 den Aufstieg in die 2. Bundesliga schaffte. Dorthin kam er erneut -nach einem kurzen Intermezzo beim FC St. Gallen. Nach einem Engagement beim FC Augsburg führte er Dynamo Dresden in der Saison 2010/11 in den letzten sechs Saisonspielen auf den Relegationsplatz der 3. Liga und setzte sich mit dem sächsischen Traditionsverein in den Entscheidungsspielen gegen den VfL Osnabrück durch.

www.sv98.de: Hallo Ralf Loose! Ihre Erinnerungen an Darmstadt müssen -trotz des 0:4 im Hinspiel mit den Preußen -sehr gut sein: Am Ende der Saison 2004/05 bejubelten Sie durch den 3:2-Auswärtssieg am Böllenfalltor den Aufstieg mit den Sportfreunden Siegen. Wie ordnen Sie diesen Erfolg in Ihrer Trainerlaufbahn ein und wie haben sie diese Zeit erlebt?
Ralf Loose: Es war natürlich ein toller Aufstieg! Gerade als Vorjahres-Fastabsteiger -denn der Verein war nur durch den Lizenzentzug für Schweinfurt drin geblieben -plötzlich den Aufstieg geschafft zu haben, war der größte Erfolg der Siegener Vereinsgeschichte. Deswegen stimmt es, dass ich an Darmstadt gute Erinnerungen habe.
Wie kam dieser plötzliche Höhenflug zustande?
Dazu gehört immer eine glückliche Personalpolitik. Wir hatten mit Adnan Masic einen tollen Torwart, mit Patrick Helmes einen Torjäger, den ich damals aus der 2. Mannschaft in Siegen hochgezogen habe und der nun auch Karriere gemacht hat -und wir hatten einen guten Teamgeist. Alle diese Dinge sind im Fußball wichtig, um ganz oben dabei zu sein. Man sieht, dass das momentan in Darmstadt auch vorhanden ist…
Halten Sie die Situation von damals mit der der Lilien von heute für vergleichbar?
Ja, natürlich. Darmstadt spielt eine tolle Saison, nachdem sie im letzten Jahr große Probleme hatten und -„nomen est omen“ -es könnte dieses Jahr gelingen…
Ihr damaliger Co-Trainer, mit dem Sie auch in Augsburg zusammen gearbeitet haben, war Sascha Franz, der heute Lilien-Coach Dirk Schuster assistiert. Wie war die Zusammenarbeit mit ihm?
Nachdem ich ihn nach Siegen geholt hatte, wollte ich ihn gerne auch in Augsburg dabei haben. Ich denke, wir haben gut kooperiert und die Erfahrungen unter meiner Regie haben ihm sicherlich auch bei seinem weiteren Werdegang gut getan.
Bevor Sie nach Siegen kamen, waren Sie Nationalcoach von Liechtenstein, einer Auswahl, bei der man von vorne herein weiß, dass man nicht viele Siege erringen wird. Was hat Sie dennoch an der Aufgabe gereizt und was haben Sie aus dieser Zeit mitgenommen?
Ich war zu dieser Zeit sicherlich der jüngste Nationaltrainer Europas. Wir haben dort die gesamte Nachwuchsarbeit professionalisiert. Als ich damals kam, hatten wir einen Profi -als ich gegangen bin, hatten wir 18 Profis… Das zeigt, dass auch in so einem kleinen Land eine Entwicklung möglich ist. Und ich glaube, man kann heute noch an den Resultaten sehen, dass diese kontinuierliche Nachwuchsförderung schlussendlich Erfolg bringt.
Preußen Münster hat in der letzten Saison einen der ersten drei Plätze nur denkbar knapp verpasst. Für viele „Fachleute“ galt der Verein durch seinen im Kern zusammengehaltenen Kader erneut als Kandidat für die vorderen Plätze. Woran liegt es, dass sich Preußen insgesamt schwerer getan hat als in der letzten Spielzeit?
Da ich nicht von Anfang an dabei war, kann ich das nicht so beurteilen. Aber es ist oft so, wenn die Erwartungshaltung sehr hoch ist und man nicht so gut in die Saison startet, dass man dann den eigenen Ansprüchen hinterher läuft. Es war zum damaligen Zeitpunkt sicherlich keine leichte Aufgabe, die ich hier übernommen habe, wir haben aber glücklicherweise mit viel Energie und gewachsenem Teamgeist die Kurve gekriegt und hoffen, dass wir jetzt am Ende positiv über die Ziellinie gehen.
Dennoch gelangen -vor allem Zuhause -einige Achtungserfolge: Gerade bezwangen die Preußen nacheinander den Tabellenführer aus Heidenheim (2:0) und den Chemnitzer FC (3:1). Ist das Team auf dem Weg zurück zur Heimstärke aus der letzten Saison, als nur ein Spiel im Preußen-Stadion verloren ging?
Wir haben uns, glaube ich, insgesamt gut entwickelt. Die Mannschaft hat an Stabilität in der Defensive gewonnen, sie arbeitet viel besser auch gemeinschaftlich gegen den Ball, wir sind im Offensivspiel torgefährlicher geworden und haben gerade zu Hause sehr gute Spiele abgeliefert. Vor allem im Abstiegskampf braucht man eine gute Heimbilanz, um sich sicher in den Hafen zu bewegen.
Die Lilien aus Darmstadt sind sicherlich die Überraschungs-Mannschaft dieser Spielzeit. Wie beurteilen sie die Truppe und was erwarten Sie für ein Spiel am kommenden Samstag?
Wir haben die 0:4-Niederlage in Darmstadt, bei der wir zwei Tore auch noch selbst beigetragen haben, gut im Hinterkopf. Wir wissen, dass Darmstadt in diesem Jahr mit Stroh-Engel einen außergewöhnlich treffsicheren Schützen hat und in der Offensive und Defensive gut steht. Es wird ein harter Kampf für uns und wir müssen sicherlich an unsere Leistungsgrenze gehen, vielleicht sogar einen Tick darüber, um den Gegner bezwingen zu können. Das 4:0 im Hinspiel hat, denke ich, auch nicht unbedingt den Spielverlauf so widergespiegelt, wie es das Ergebnis in seiner Höhe ausgedrückt hat.
Vielen herzlichen Dank, Ralf Loose, für das ausführliche Interview.
Die Fragen stellte Markus Sotirianos (FuFa).

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