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30.01.2013 / Allgemein

Das Interview zum Spiel gegen den SV Wacker Burghausen

Heute: Felix Luz Felix Luz (*18.01.1982) erlernte das Fußballspielen bei seinem Heimatverein SG Eintracht Sirnau, einem Stadtteilverein seines Geburtsortes Esslingen am Neckar. Durch gute Leistungen in Sirnau, so wie im weiteren Verlauf beim TSV Deizisau und dem TSV Wäldenbronn-Esslingen wurde auch der VfB Stuttgart auf das Talent aufmerksam, so dass der Blondschopf sich im Alter von 14 Jahren den Schwaben anschloss. Über die Zweitvertretung des VfB und einem halbjährigen Intermezzo bei der TSG 1899 Hoffenheim, wechselte der gelernte Angreifer in der Saison 2005/06 für zwei Spielzeiten vom Neckar an die Elbe zum FC St. Pauli. Luz, der für alle drei Vereine in der Regionalliga Süd und Nord insgesamt 102 Einsätze und 24 Torerfolge verbuchen konnte, wechselte im Sommer 2006 zum damaligen Zweitligisten FC Augsburg, ehe es ihn 2008 zu den Kleeblättern von Rot-Weiß Oberhausen weiterzog. In Augsburg und Oberhausen brachte es der Rechtsfuß in fünf Zweitligajahren verletzungsbedingt "nur" auf 44 Einsätze und ein halbes Dutzend Treffer. Im Jahr 2011 ließ der Mittelstürmer zwei kurze Auslandsengagements beim Da Nang FC (Vietnam) und dem VC Westerlo (Belgien) folgen. Seit dieser Saison schnürt Felix Luz seine Schuhe für den Drittligisten Wacker Burghausen. Den Darmstädtern ist der Angreifer nicht unbekannt, absolvierte der 31-Jährige doch kurz vor seiner Verpflichtung bei den Oberbayern ein Probetraining unter dem damaligen 98er-Trainer Kosta Runjaic.

www.sv98.de:  Hallo Herr Luz! Wenn man sich Ihre Vita als Profifußballer betrachtet kommt man als Außenstehender zu dem Schluss, dass Sie ein aufgeschlossener Mensch sind. Felix Luz der Globetrotter oder der Kosmopolit?
Felix Luz: Im Fußballgeschäft kommt man als Spieler sowieso viel herum. Bei mir ist es sicherlich aber etwas Besonderes, da meine bisherigen Vereine eine große Distanz zueinander aufweisen. Ich betone aber, dass ausnahmslose alle Vereine, in denen ich aktiv war, zu mir gepasst haben. Ich war überall glücklich. Zudem ist es auch so, dass ich als Privatperson sehr gerne reise, die Welt erkunde und andere Kulturen kennenlerne. Ich würde mich somit definitiv als Weltbürger bezeichnen!
Welchen maßgeblichen Anteil haben Ihre Berater Dr. Oliver Wendt und Thomas Zorn an den Transfers in den Vietnam bzw. nach Belgien gehabt? Zumindest der Vietnam ist ein ungewöhnliches Ziel für einen Fußballprofiâ…
Meine Berater hatten bei den Transfers nach Vietnam und nach Belgien keinen großen Einfluss auf mich und meine Entscheidungsfindung. Mein Gastspiel in Vietnam erschließt sich aus meiner erwähnten Abenteuer bzw. Reiselust. Für Westerlo habe ich mich entschieden, da der Verein in der Ersten Liga in Belgien (Jupiler Pro League) spielte. Somit hat der Verein mir noch einmal die Chance gegeben, mich in der höchsten Spielklasse einer europäischen Topliga präsentieren zu können. Der Moment, als ich gegen das Spitzenteam aus Anderlecht eingewechselt wurde, löst bei mir nach wie vor Gänsehaut aus. Dass mir dann auch noch ein Tor gelang, ist einfach überragend. Leider hat es nicht mehr zum Ausgleich und zum Punktgewinn gereicht. Trotzdem bin auf diese beiden, für manche Ausstehende exotische Stationen, sehr stolz!
Sie haben bereits einige Probetrainings als Gastspieler mitgemacht. Wie geht man mit solch einer Situation um, die ja immerhin über die sportliche Zukunft entscheidet? Gewöhnt man sich im Laufe der Zeit daran?
Das ist so nicht richtig. Ich war in meiner Karriere, außer in Burghausen, nur einmal im Probetraining. Das war damals in Darmstadt. Grundsätzlich möchte sich jeder Fußballer in einem Probetraining immer bestmöglich präsentieren und seine Qualitäten auf dem Platz zeigen. Angst oder ähnliche Gefühle hatte ich nie, da ich weiß, was ich kann! Ich denke, dass Angst im Sport niemals nützlich oder förderlich ist, da es den Körper und den Geist nur ablenkt. Meine Konzentration lag und liegt nur auf dem Fußball!
Sie kennen den SV Darmstadt 98 zumindest ein bisschen, als Sie im vergangenen Sommer ein Probetraining absolvierten. Wie kam der Kontakt zu den Lilien zustande und woran scheiterte letztendlich der Transfer aus Ihrer Sicht?
Der Kontakt kam durch den damaligen Trainer Kosta Runjaic zustande. Er kannte mich aus Zweitligazeiten. Er zeigte mir einen Weg auf, den ich mitgegangen wäre. Wir hatten somit ein gemeinsames Ziel.  Allerdings war ich zu dem Zeitpunkt des Probetrainings erst bei 50 % meiner körperlichen Fitness. Meine Verletzung hatte mich sehr weit zurückgeworfen. Somit entschieden beide Parteien, Verein und ich, dass es zu diesem Zeitpunkt zu keiner Zusammenarbeit kommt.
â…und dann kam das Vertragsangebot aus Burghausen. Haben Sie in Oberbayern nunmehr ihr fußballerisches Glück gefunden?
Ich fühle mich in Burghausen absolut wohl und bin hier richtig zufrieden. Das Trainerteam, das Umfeld und die SVW-Anhänger haben mich von Anfang an unterstützt und mir vor allem die Zeit gegeben, mich wieder richtig ranzukämpfen. Zeit bekommt man im Profifußball selten, hier in Burghausen ist das anders. Dafür bin ich dem Verein auch sehr dankbar. Der persönliche Kontakt mit den Verantwortlichen des Vereins hat mich damals absolut überzeugt und stärkt auch nach wie vor meine Entscheidung nach Burghausen zu kommen. Wir haben hier einen Plan und den ziehen wir gemeinsam durch. Nun bin ich in der Lage meinen Teil zum Gelingen des Plans beizusteuern.
Nunmehr ist Burghausen ja eine „schneereiche Region“. Es ist daher also nichts Ungewöhnliches, dass es nahe der österreichischen Grenze vermehrt zu Spielausfällen kommen kann. Wie gehen Sie persönlich damit um?
Grundsätzlich bin ich der Meinung, dass jeder Fußballprofi mit den Platzverhältnissen auskommen muss, welche sich ihm bieten. Ob Schnee, Regen oder Dürre. In Burghausen gab es in dieser Saison nur einen Spielausfall, damals war ein Spiel absolut nicht möglich. Am vergangenen Spieltag aber zeigten Fans und Verein, zu was sie im Stande sind. Der Platz wurde gemeinschaftlich von Schnee und Eis befreit und wir konnten anschließend auf einem super bespielbaren Platz auflaufen. Meines Wissens gab es in Darmstadt auch schon einige Spielausfälle. Von dem her würde ich nicht sagen, dass hier in Burghausen außergewöhnliche Verhältnisse herrschen, an die man sich anpassen muss.
Zur aktuellen Situation: Wacker steht im gesicherten Mittelfeld der Liga, jenseits von Gut und Böse. Welche Saisonziele werden nunmehr vom Verein und Ihrem Trainer Georgi Donkov ausgegeben?
Teil des vorhin erwähnten Plans ist das Erreichen der 42-Punkte-Marke. Erst wenn der sichere Nicht-Abstieg feststeht, gehen wir die intern aufgestellten Ziele an. Von „jenseits von Gut und Böse“ zu sprechen, finde ich ehrlich gesagt nicht angebracht. Wir geben in jedem Spiel 100 Prozent und versuchen selbstverständlich jedes Spiel zu gewinnen. Dafür sind wir Sportler! Andere Vereine wären froh, wenn sie in unserer Lage wären. Wir greifen weiterhin an!
Zum Schluss noch ein Wort zum SV Darmstadt 98:
Darmstadt ist für mich, wie für viele andere Fußballinteressierte, ein absoluter Traditionsverein. Ich wünsche dem Verein für die Zukunft alles Gute und das die Liga gehalten werden kann. Außerdem hoffe ich, dass der Verein die Infrastruktur, vor allem für die Fans, verbessert. Die treuen Anhänger hätten dies verdient! Trotz der guten Wünsche wollen wir die Auswärtspartie gewinnen und ich werde mich wie immer auf dem Platz zerreißen!
Vielen herzlichen Dank, Felix Luz, für das ausführliche Interview. [RP]

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