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27.11.2013 / Allgemein

Das Interview zum Spiel gegen den SV Wehen Wiesbaden

Heute: Dominik Stroh-Engel Dominik Stroh-Engel (seit dem vergangenen Mittwoch 28) spielt seit dieser Saison für den SV Darmstadt 98 und führt derzeit die Torschützenliste der Liga mit 14 Toren an. Der aus dem mittelhessischen Ehringshausen stammende Stürmer ist ein erfahrener Fußballspieler, der für Eintracht Frankfurt in der Saison 2005/06 drei Bundesligapartien absolvierte. Dort konnte er sich auf Dauer jedoch nicht durchsetzen und wechselte im Winter 2007 zum SV Wehen Wiesbaden. Nach drei Jahren suchte Stroh-Engel in Babelsberg (2010-2012) eine neue Herausforderung, kehrte vor der vergangenen Saison jedoch wieder nach Wiesbaden zurück. Das letzte Jahr verlief für den großen, kopfballstarken Angreifer aber alles andere als zufriedenstellend: Lediglich drei Treffer und drei Vorlagen gelangen in 34 Spielen. Insgesamt traf Stroh-Engel in 135 Drittliga-Spielen 41mal und zählt dazu zu den treffsichersten Stürmer der Liga-Historie.

www.sv98.de: Hallo Dominik, oder doch eher "ei gude wie"!? Denn bis auf Deinen Abstecher nach Babelsberg hast Du immer bei hessischen Vereinen gespielt. Ist Hessen einfach das schönste Bundesland oder weshalb hat es Dich meist hier gehalten?
Das hat sich meist so ergeben. Ich hatte oft mehrere Optionen, wohin ich hätte wechseln können, aber irgendwie bin ich dann doch meist hier in Hessen in der Heimat geblieben.
Was Darmstadt 98 angeht, warst Du auch schon vor Deinem Wechsel ans Böllenfalltor ein Experte. Du hast bereits neunmal gegen die "Lilien" gespielt: Vier Siege, drei Unentschieden und zwei Niederlagen gab es, dabei gelang Dir ein Tor. Was sind denn Deine Erinnerungen an die Spiele gegen Darmstadt?
Ich fand’s immer schwer gegen Darmstadt zu spielen, besonders am Böllenfalltor war es immer sehr hart. Ich hätte auch nicht gedacht, so viele Siege gegen Darmstadt zu haben, gefühlt bin ich da immer mit leeren Händen nach Hause gefahren. Die Fans haben ihre Mannschaft immer nach vorne gepeitscht und die Teams waren immer sehr aggressiv.
Du hast einige Zeit bei Eintracht Frankfurt gespielt, hast da also einen großen Traditionsverein erlebt. Anschließend ging es nach Wiesbaden zu einem Club, der eher das Gegenteil darstellt und gerade dabei war, sich in der Stadt zu etablieren. Wie hast Du diesen Unterschied wahrgenommen?
Der Unterschied war schon extrem. Zuschauer, Fans und Presse, das war alles einige Nummern kleiner. Da musste ich mich erstmal dran gewöhnen.
Macht das wirklich einen solch großen Unterschied, ein Publikum hinter sich zu haben?
Ja, auf jeden Fall. Die Unterstützung der Fans ist sehr wichtig. Wiesbaden versucht es seit damals, mehr Zuschauer ins Stadion zu locken, weil sie so ein wichtiger Faktor sind. Jede Mannschaft freut sich darüber, wenn die Ränge voll sind und die Unterstützung da ist. Das ist in Darmstadt gegeben und das war auch ein Grund, warum ich hierher gewechselt bin.
Du bist ein Stürmer der Extreme. Entweder es läuft richtig, wie bislang in dieser Saison oder auch während der Saison 2011/12 in Babelsberg mit am Ende 13 Toren und fünf Vorlagen, oder es läuft weniger gut, wie im vergangenen Jahr. Wie erklärst Du dir das?
Das hängt zum einen von den Einsatzzeiten ab, die ich letzte Saison in der Form nicht hatte. Zum anderen natürlich vom berühmten "Lauf", den man manchmal als Stürmer hat. Da fällt einem der Ball auf einmal auf den Kopf und man weiß gar nicht, wie der jetzt im Netz gelandet ist. Dazu kommen noch die Elfmeter, die ich hier schieße und auch in Babelsberg geschossen habe. Wenn man dann noch gute Mitspieler hat, ist es natürlich noch besser. Davon profitiere ich und deshalb spiele ich hier so befreit auf. Ich bin sehr zufrieden bei Darmstadt 98.
Nach den vielen Toren die Du jetzt schon geschossen hast: Haben sich die Gegner auf Dich eingestellt, hat sich da im Vergleich zum Anfang etwas geändert?
Ich merke da einen großen Unterschied. Die gegnerischen Trainer werden ihre Teams vor den Spielen schon besonders drauf hinweisen. Die Verteidiger sind wachsamer und motivierter. Ich bin da schon mehr im Fokus als vorher.
In Erfurt setzte es die dritte Niederlage in Folge. Wie schätzt Du die derzeitige Situation ein, wie sieht es in Dir drin aus?
Wenn uns vor der Saison jemand gesagt hätte, dass wir nach 17 Spielen 25 Punkte haben würden, hätten wir das alle sofort unterschrieben. Von daher sehe ich die Situation im Moment eher entspannt. Wir haben jetzt fast gegen jede Mannschaft gespielt, wir waren immer auf Augenhöhe oder besser. Heidenheim haben wir zuhause geschlagen, die sind jetzt mit Abstand Tabellenführer. Gegen Halle gab es einige fragwürdige Schiedsrichterentscheidungen, in Burghausen waren wir selbst schuld, gegen Leipzig hatten wir Pech und in Erfurt waren wir wieder selbst schuld. Man verliert schon mal ein paar Spiele hintereinander, genauso wie wir Anfang der Saison einige aufeinanderfolgende Partien gewonnen haben. Wir sind absolut im grünen Bereich.
Am Samstag geht es gegen Deinen alten Verein Wehen Wiesbaden, den Du sehr gut kennst. Wie schätzt Du das derzeitige Team mit dem neuen Trainer Marc Kienle ein?
Mit dem neuen Trainer ist es natürlich schwer zu sagen, wie sich die Mannschaft entwickeln wird. Die Spieler, die ich noch kenne haben große Erfahrung. Generell sehe ich Wehen Wiesbaden als körperlich robuste Mannschaft, die sich mit dem neuen Trainer noch spielerisch verbessern wollen. Wir wollen zu Hause aggressiv auftreten und unsere Stärken ausspielen. In Wiesbaden herrscht der Anspruch, in die Zweite Liga zu kommen, aber ich denke, wir können mithalten.
Stichwort Anspruch: Die Saisonziele von Darmstadt und Wehen Wiesbaden waren von Anfang an unterschiedlich. Ihr wollt den Klassenerhalt, sie den Aufstieg, trotzdem seid ihr Tabellennachbarn. Glaubst Du das Wiesbaden bislang auch ein Stück weit mit diesem Anspruch zu kämpfen hatte?
Auf jeden Fall. Ich habe lange dort gespielt, das kann sehr schnell passieren. Wenn es mal nicht läuft, kommt dort sehr schnell Unruhe auf, die Ansprüche sind sehr hoch. Sie haben am Samstag viel mehr zu verlieren als wir und ich denke, dass wir sie ärgern können.
Letzte Frage: Du hast bisher jeden Elfmeter für Darmstadt richtig cool verwandelt, bis auf jenen im DFB-Pokal gegen Mönchengladbachs Torhüter Marc-André ter-Stegen. Wieso hat es da nicht geklappt?
Da hat man eben gemerkt, dass ter-Stegen nicht umsonst Nationaltorhüter ist. (lacht)
Dominik Stroh-Engel, vielen Dank für das Gespräch.

Das Interview führte Colin Mahnke (FuFa)

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