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02.08.2013 / Allgemein

Das Interview zum Spiel gegen den VfL Borussia Mönchengladbach

Heute: Patrick Herrmann Patrick Herrmann (22) wechselte im Sommer 2008 vom 1. FC Saarbrücken in den Jugendbereich der Gladbacher Borussia, wo ihm der letzte Feinschliff auf dem Weg zur Profikarriere verliehen wurde. Dass der gebürtige Saarländer über großes fußballerisches Talent verfügt, beweisen auch seine knapp 50 Jugendnationalländerspiele in diversen Altersklassen für die DFB-Auswahl.

Seit seinem Bundesligadebüt am 16.1.2010 im Alter von 18 Jahren absolvierte der am 12.2.1991 in Uchtelfangen geborene Mittelfeldallrounder insgesamt 96 Erstligapartien, in dem ihm 16 Torerfolge gelangen. Fortan zählt Patrick Herrmann zu den Gladbacher Publikumslieblingen.
www.sv98.de: Herr Herrmann, Sie gelten als eines der größten Talente im Deutschen Fußball, wurden von Bundestrainer Joachim Löw auch schon zu einem Lehrgang der Nationalmannschaft eingeladen und konnten so ein wenig in den A-Kader "reinschnuppern". Was war das für ein Gefühl und glauben Sie, dass Sie zum WM-Aufgebot 2014 in Brasilien zählen werden?
Patrick Herrmann: Die Nominierung und die Tatsache, mit solchen Weltklassespielern zusammen kicken zu dürfen, war eine tolle Erfahrung für mich. Ich wurde von den Mannschaftskollegen super aufgenommen. Es hat einfach nur viel Spaß gemacht, dort dabei zu sein. Die Nationalmannschaft ist für mich der Traum schlechthin. Über die WM in Brasilien mache ich mir aktuell gar keine großen Gedanken. Nur, weil ich einmal nachnominiert worden bin, fange ich nicht an zu träumen. Ich bin mir sehr wohl bewusst, wie groß die Leistungsdichte in Deutschland ist. Ich möchte mit Borussia eine gute Saison spielen -das steht im Vordergrund.
Sie haben in Ihrer Jugend beim 1. FC Saarbrücken gespielt. Werfen Sie aufgrund dessen auch manchmal heute noch einen Blick in die 3. Liga und verfolgen das Geschehen rund um den FCS?
Ich komme aus der Region, habe vier Jahre in der Jugend in Saarbrücken gespielt. Natürlich verfolge ich noch, was rund um den Klub passiert. Ich hatte dort eine tolle und lehrreiche Zeit und freue mich jedes Mal, wenn Saarbrücken gewinnt.
Es ist auffallend, dass Sie auf den Mannschaftsbildern des VfL in den vergangenen Jahren immer denselben Platz eingenommen haben: Mittlere Reihe, rechts außen stehend als letzter Spieler neben einem Betreuer. Ihre "Wunschposition"? Zufall oder Aberglaube?
Das ist Zufall. Wir suchen uns nicht aus, wo wir sitzen. Bis gerade war mir das nicht einmal bewusst.
Der Pokal hat bekanntermaßen seine eigenen Gesetze. Können Sie sich an ein "verrücktes" Spiel in diesem Wettbewerb aus Ihrer (Jugend-)Zeit erinnern?
Ich erinnere mich da auf Anhieb an ein Spiel, das nicht unbedingt „verrückt“ war, aber sehr, sehr spannend und dramatisch: Das Halbfinale gegen Bayern München in der Saison 2011/12, das wir erst im Elfmeterschießen verloren haben. In der regulären Spielzeit hatten beide Mannschaften Chancen, die Partie für sich zu entscheiden. Es war -gerade dann im Elfmeterschießen -ein Wechselbad der Gefühle. Leider mit dem schlechteren Ausgang für uns.
Würden Sie eine DFB-Pokalbegegnung beim SV Darmstadt 98 generell einem Los beim BSV Rehden, wie es der FC Bayern gezogen hat, bevorzugen, oder hat auch eine Partie "auf dem platten Land" für Sie als Profi ihre Reize?
Wir haben keinen Einfluss darauf, gegen wen wir spielen. Deswegen nehmen wir jedes Los so, wie es kommt. Wenn wir auf dem Platz stehen, ist es unser Ziel, zu gewinnen. Da ist es egal, gegen wen wir spielen. Wir wollen so weit wie möglich kommen.
1973 gewannen die Fohlen in einem denkwürdigen Cup-Finale gegen den 1. FC Köln mit 2:1 nach Verlängerung. Unvergessen dabei die Geschichte rund um Günter Netzer, der sich als Siegtorschütze selbsteingewechselt hat. Kennen Sie diese Geschichte, wurde Sie Ihnen als Borussen bei Ihrer Ankunft in Mönchengladbach im Jahr 2008 ans Herz gelegt, um den Mythos rund um die Borussia zu verstehen?
Natürlich kenne ich die Geschichte zu dem Spiel. Definitiv ist das eine Geschichte, die eigentlich nur der Fußball erzählen kann. Direkt bei meiner Ankunft wurde mir aber nicht davon erzählt. Der Mythos Borussia oder auch die Bezeichnung „Fohlenelf“ aus den siebziger Jahren basiert ja schließlich nicht nur auf den Pokalerfolg, sondern auch auf den Meisterschaften oder Europapokalerfolgen dieser Zeit.
Viele Gladbach-Anhängern hätten sich 40-Jahre nach dem o.g. Pokalsieg gerne ein schlichtes weißes Trikot im nostalgisch-klassischen Stil gewünscht. Wäre das auch Ihre Wunschvorstellung gewesen oder gefällt Ihnen das aktuelle Modell?
Ich finde unsere neuen Trikots wirklich schön und halte sie für absolut gelungen. Ich glaube, dass auch unsere Fans die neuen Trikots gut annehmen. Zumindest sieht man nach den Trainingseinheiten viele von ihnen in den neuen Outfits. Auch bei den Testspielen sind sie mir schon in die Augen gestochen, wenn man beim Warmmachen mal über die Tribünen schaut.
In der letzten Saison gelang es der Borussia erstmals seit 16 Jahren Abstinenz wieder auf der europäischen Bühne vertreten zu sein. Viele Gladbach-Fans hoffen, dass sie nicht wieder so eine lange Durststrecke ohne internationalen Fußball überstehen müssen. Wie schätzen Sie die sportlichen Chancen des VfL in der bevorstehenden Spielzeit, auch im DFB-Pokal, ein?
Natürlich würde ich mir wünschen, möglichst schnell wieder international zu spielen. Ich denke, diesen Wunsch teile ich mit der Mannschaft, den Fans und dem gesamten Verein. Aber diesen Wunsch haben in der Bundesliga auch viele andere Klubs. Die Liga ist sehr ausgeglichen, die Europapokalplätze sind sehr begehrt. Wir sind in der Vergangenheit gut damit gefahren, von Spiel zu Spiel zu denken. So sollten wir weiter vorgehen. Am Ende werden wir sehen, was dabei herausspringt. Dass wir uns im Idealfall über den DFB-Pokal qualifizieren, lassen wir nicht außer Acht.
Vielen herzlichen Dank, Patrick Herrmann, für das ausführliche Interview. [PRG]

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