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22.01.2014 / Allgemein

Das Interview zum Spiel gegen den VfL Osnabrück

Heute: Adriano Grimaldi Adriano Grimaldi (*5.4.1991) kam erstmals im Alter von fünf Jahren beim Nikolausberger SC mit dem runden Leder in Berührung. Das Talent des gebürtigen Göttingers fiel schnell auf, so z.B. Hannover 96, für den der gelernte Stürmer in der Jugend aktiv war. "Addi", wie der 22-Jährige von seinen Mitspielern gerufen wird, kann mit Stolz auf sechs Bundesligaeinsätze für den FSV Mainz 05 und sieben Zweitligaeinsätze für die Düsseldorfer Fortuna zurückblicken. Der 1,88 Meter große Angreifer fand nach einem halbjährigen Intermezzo beim damaligen Drittligisten SV Sandhausen im Sommer 2012 den Weg zum VfL Osnabrück an die Bremer Brücke.

www.sv98.deHerr Grimaldi, in dieser Saison scheint es, dass Sie Ihre bislang beste Saison Ihrer Profikarriere spielen. Bislang konnten Sie acht Saisontreffer auf Ihrem Konto verbuchen, was Ihnen Platz vier in der Drittligatorjägerliste beschert. Wo sehen Sie dafür die Gründe?
Das Vertrauen des Trainerteams hat mir viel Kraft und Selbstvertrauen gegeben, dadurch konnte ich frei aufspielen. Ich denke, ich habe gegenüber den letzten Jahren nicht viel verändert. Für mich ist das Wichtigste, nie den Willen und die Lust am Fußball zu verlieren, egal was passiert. Meine Familie und meine Frau haben ganz großen Anteil daran, dass ich mich jeden Tag darauf freue, zu trainieren und zu spielen.
Bemerkenswert an Ihrer Torausbeute ist, dass Sie gar nicht alle Punktspiele absolvieren konnten, da Sie aufgrund einer schweren Verletzung am 3. und 4. Spieltag pausieren mussten. Im Pokalspiel gegen Aue kam es zu einer schrecklichen Szene, als Aues Keeper bei einer Rettungsaktion Sie mit gestrecktem Bein und offener Sohle am Kopf traf. Kurzzeitig bangten Sie sogar um Ihr Augenlicht. Glücklicherweise wurde aber "lediglich" ein Jochbeinbruch, Jochbeinbogenbruch und Augenbogenbogenbruch diagnostiziert. Was geht einem nach so einem Horrorunfall durch den Kopf?
In so einer Situation wird einem klar, dass Fußball nicht das Wichtigste im Leben ist, sondern welchen hohen Stellenwert die Gesundheit und die Unterstützung durch Familie und Freunde haben. Als ich im Krankenhaus lag und die Zeit der Untersuchungen sich hinzog, habe ich mir viele Gedanken darüber gemacht, ob mein Augenlicht wieder hundertprozentig zurückkehrt.  Glücklicherweise ist alles gut gegangen. Ich habe durch die Erfahrung einmal mehr das schätzen gelernt, was ich habe.
Kommen wir so langsam zum sportlichen Teil: Im Trainingslager im türkischen Side haben Sie eine Teambuilding-Maßnahme auf dem Paintball-Feld absolviert. Waren Sie genauso treffsicher wie im Ligaalltag?
Wenn ich dabei gewesen wäre, wäre es bestimmt so gewesen (lacht).  Ich hatte aber mit einer Wadenverhärtung zu kämpfen und konnte beim Paintball nicht mitmachen. Stattdessen war ich zur Behandlung bei unserem Physiotherapeuten im Hotel geblieben. Das hatte Priorität.
Mit 31 Zählern ist der VfL an den "Aufstiegsplätzen dran". Im o.g. Trainingslager feilten Sie sicherlich intensiv daran, das angestrebte Saisonziel – zumindest den Relegationsplatz – zu erreichen. Würden Sie uns verraten, mit welchen taktischen und spielerischen Stärken der VfL in der Rückrunde die vorderen Plätze angreifen wird?
Unser Saisonziel ist es, am Ende sagen zu können, dass wir in jedem Spiel alles gegeben haben, um das umzusetzen, was wir uns vorgenommen haben. Und dass jeder Einzelne von uns auf und neben dem Platz zu einhundert Prozent für ein erfolgreiches Jahr gekämpft hat. Was genau wir besprochen haben und wie wir unsere Spiele bestmöglich gestalten wollen, kann ich hier leider nicht verraten (lacht).
Die letzten zwölf Monate der Lilien muteten wie der Aufstieg des Phönix aus der Asche an: Sportlich abgestiegen, nur durch Offenbachs Lizenzentzug drittklassig geblieben und nunmehr auf Platz drei stehend. Ist das für Sie als Außenstehender überraschend oder doch irgendwie erklärbar.
Teils, teils. Darmstadt war für mich persönlich schon immer ein unangenehmer Gegner. Dass sie jetzt so gut da stehen, ist mit Blick auf das letzte Jahr dann schon irgendwie überraschend. Der bisherige Saisonverlauf zeigt aber, dass die Mannschaft sehr spielstark ist und treffsichere Spieler in ihren Reihen hat.
Wenn es nach 38 Spieltagen tatsächlich der Relegationsplatz für den VfL werden sollte: Was spukt einem dann im Kopf herum? Wie würde das Umfeld, sprich die Osnabrücker Fans, darauf reagieren? Immerhin sind Ihre Lila-Weißen so etwas wie der Relegationsspezialist der letzten Jahre. Seit den 2009 eingeführten K.O.-Spielen nahm der VfL dreimal in fünf Auflagen daran teil.
Gute Frage… Aber ich denke, darüber sollten wir zum jetzigen Zeitpunkt nicht nachdenken. Bis zum 38.  Spieltag ist noch Zeit, bis dahin kann noch Einiges passieren. Wir schauen jetzt erstmal, was die restlichen Spiele noch bringenâ… (schmunzelt)
Ich bedanke mich außerordentlich herzlich bei Ihnen, Adriano Grimaldi, für ein tiefblickendes und sehr persönliches Interview [PRG]

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