FAQs zum verlegten Testspiel gegen San Antonio
Der SV 98 beantwortet die wichtigsten Fragen zum verschobenen Testspiel der Lilien beim Kooperationspartner San Antonio FC.
Heute: Fiete Sykora Fiete Sykora wurde am 16.9.1982 in Wismar geboren. Erste Erfahrungen im Seniorenbereich sammelte der beidfüßige Angreifer in der Zweitvertretung von Hansa Rostock, ehe er sich im Jahr 2005 dem FC Carl-Zeiss-Jena für zwei Spielzeiten anschloss. In Jena absolvierte Sykora 32 seiner insgesamt 78 Zweitligapartien. Weitere 18 Einsätze im Unterhaus für den FC Erzgebirge Aue (2007/08), sowie 28 für den VfL Osnabrück (2008/09) folgten. Bei jenen drei Engagements konnte der blonde Stürmer insgesamt 14 Treffer für sich verbuchen. Seit dem Sommer 2009 spielt der zweifache Familienvater nunmehr für die Störche, wie die KSV Holstein Kiel mitunter auch aufgrund ihrer roten Stutzen genannt wird. In bislang 123 Partien für die Norddeutschen gelangen dem 31-jährigen BWL- und Wirtschaftspsychologie-Studenten bislang 37 Torerfolge.
www.sv98.de: Hallo und ‘Moin, Moin’ Fiete Sykora! Wenn man sich ein bisschen genauer mit Ihrem bisherigen Werdegang beschäftigt, ist es eigentlich nur eine logische Konsequenz, dass Sie für Holstein Kiel spielen. Schon von 1990 bis 1995 waren Sie für einen Kieler Club auf Torejagd: Holsatia.
Fiete Sykora: Das ist mehr oder weniger dem Zufall geschuldet. Meine Eltern zog es nach der Wende 1989 beruflich nach Kiel. Als fußballbegeisterter achtjähriger Knirps hat man dann natürlich keine Wahl und zieht logischerweise mit um. So begann ich bei Holsatia mit dem Kicken. 1995 verschlug es meine Eltern dann wieder aus Berufsgründen zurück in meine Geburtsstadt Wismar, wo ich fortan für den FC Anker in der Jugend auflief.
Also ist Ihr derzeitiges Engagement für die Störche doch nicht von langer Hand geplant gewesen, wie man vermuten könnte.
Jein. Mit Jena, Aue und Osnabrück hatte ich zuvor drei Vereine in vier Jahren. Als dann das Angebot vom KSV Holstein kam, habe ich natürlich schon überlegt, dass dieser Wechsel vorteilhaft sein könnte. Abgesehen davon, dass das Angebot stimmig und perspektivisch war, wollte ich auch ein wenig sesshafter werden und mich längerfristig an einen Verein binden -nicht zuletzt auch wegen meiner Frau Nicole, der ich nicht jedes Jahr einen Ortswechsel zumuten wollte. Zudem von Vorteil war natürlich, dass ich die Stadt und die Mentalität der Kieler bereits aus meiner Jugend kannte und mir deshalb vertraut war.
Mit den Störchen erlebten Sie Höhen und Tiefen. Dem sofortigen Abstieg aus der 3. Liga in ihrem ersten KSV-Jahr 2009/10, folgte in der abgelaufenen Spielzeit der Wiederaufstieg in die Drittklassigkeit. Auch eine überaus erfolgreiche Pokalsaison 2011/12 steht während Ihrer nunmehr fünften Saison an der Ostsee zu Buche. Ihr Vertrag läuft noch bis 2015. Wo sehen Sie Kiel in der näheren Zukunft?
Als Aufsteiger hat man in diesem Jahr den klaren Anspruch die Klasse zu halten. Alles andere würde auch nicht zwingend der Realität entsprechen. Sollte uns der Klassenerhalt gelingen, wovon ich felsenfest überzeugt bin, wird man weitersehen. Die Marschroute lautet sicherlich, sich mittelfristig zu etablieren.
Sie als Führungsspieler, Routinier und ältester Spieler im Storchennest, legten einen fulminanten Auftakt als Neuling in der 3. Liga hin. Nach acht Partien lag der KSV auf dem Relegationsplatz. Mittlerweile ist die Hinrunde fast zu Ende und ihr Team belegt "nur noch" den 16. Platz. Ist es tatsächlich so, dass ein Aufsteiger zu Saisonbeginn unterschätzt wird und deshalb meistens so gut aus den Startlöchern kommt?
Zwischen den beiden Aufstiegsspielen gegen den KSV Hessen Kassel (2:0, 2:1) und dem Rundenbeginn lagen gerade einmal zwei Wochen Pause. Wahrscheinlich standen wir noch "voll im Saft" und konnten so nahezu nahtlos in unserem Rhythmus bleiben (lacht). Das kann durchaus ein Vorteil für uns gewesen sein. Mit der notwendigen Aufstiegseuphorie und Unbekümmertheit spielten wir in den ersten Wochen eine beachtliche Punkteanzahl ein. Möglicherweise spielt das Unterbewusstsein beim gegnerischen Team tatsächlich eine Rolle und man nimmt den Aufsteiger auf die leichte Schulter, nimmt ihn als Underdog wahr. Jetzt, da aber der Alltag eingekehrt ist, unterschätzt man uns auch nicht mehr. Da entscheiden ein bis zwei Leistungsprozentpunkte manchmal tatsächlich schon über Sieg und Niederlage. Ich will auch gar nicht behaupten, dass wir großartig Pech hatten. Wenn wir konsequent an unserer Chancenverwertung arbeiten, dann fliegen die Störche auch wieder in höhere Tabellensphären.
Also kein Grund zur Beunruhigungâ…
Keinesfalls! Wie bereits gesagt, als Aufsteiger zählt einzig und alleine der Klassenerhalt. Da liegen wir momentan im Soll, stehen über dem Strich. Und wenn man sich die Aufsteiger der vergangenen Jahre aus der Regionalliga Nord anschaut, stellt man fest, dass auch diese zu Saisonbeginn eine Vielzahl von Punkten einfahren konnten und nicht abgestiegen sind. Das galt ausnahmslos für Babelsberg, Chemnitz und Halle. Insofern durchaus vergleichbare Situationen mit unserer.
In der Historie beider Clubs kommt es am Samstag zum ersten Aufeinandertreffen zwischen den Störchen und den Lilien. Auch Sie haben noch nie ein Pflichtspiel gegen den SV Darmstadt 98 bestritten. Berührungspunkte gibt es somit nicht. Ist das somit etwas Besonderes für Sie?
Auch ich dachte letzthin: ‚Mensch, gegen die Lilien hast Du ja noch gar nie gespielt -Premiere‘. Aber um ehrlich zu sein: Nein, etwas Außergewöhnliches ist das nicht. Allerdings müsste ich Ihre Frage wahrscheinlich vor dem Rückspiel am Böllenfalltor bejahen, denn ich finde es immer wieder spannend, in mir bis dahin unbekannten Stadien aufzulaufen. Vielleicht stellen Sie mir die Frage dann in einem guten halben Jahr noch einmal (lacht). Ansonsten besteht als einziger Berührungspunkt zum SV 98 nur Aaron Berzel, mit dem ich vor zwei Jahren zusammen in Kiel spielte.
Ihnen sagt man ein ruhiges Gemüt nach. Große Reden oder gar blumige Worte sind nicht ihr Ding. Sie sind in Wismar, Mecklenburg-Vorpommern geboren. Den Mecklenburgern unterstellt man oftmals, sturköpfig zu sein. Sie hingegen wirken in unserem Gespräch als feinhumoriger Geist. Sicherlich kennen Sie das Fußballspiel zwischen "Holzbein Kiel" und dem 1. FC Süderbrarup aus dem Zeichentrickfilm "Werner -Beinhart!"â…
(lacht) Nicht nur ich kenne diese Werner-Filmsequenz, sondern unser ganzer Kader. Das hat einen gewissen Kultstatus bei uns im Team und wohl auch unter den Holstein-Fans! Das trifft meinen Humor! Ohnehin lache ich sehr gerne. Letzthin habe ich eine Comedy-Veranstaltung von Olaf Schubert besucht -und hatte vor Lachen Tränen in den Augen.
Herzlichen Dank, Fiete Sykora, für das aufschlussreiche und ehrliche Interview! [PRG]