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20.07.2012 / Allgemein

Das Interview zum Spiel gegen die SpVgg. Unterhaching

Manfred Schwabl bestritt zwischen 1984 und 1997 insgesamt 303 Bundesliga-Spiele für den FC Bayern München, den 1. FC Nürnberg und 1860 München. Ein kurzes Intermezzo führte ihn 1994 in die österreichische Liga zum FC Tirol Innsbruck. Zudem hat er vier A-Länderspiele absolviert. Seit September 2011 war er sportlicher Leiter der SpVgg Unterhaching und übernahm vor wenigen Wochen dort das Amt des Präsidenten.

Heute: Manfred Schwabl
www.sv98.de: Hallo Herr Schwabl, Sie haben in Ihrer aktiven Karriere u.a. für den FC Bayern, den 1. FC Nürnberg und 1860 gespielt, sind also ein echtes "bayrisches Urgestein". Wo hatten Sie rückblickend Ihre schönste Zeit?
Manfred Schwabl: Hier möchte ich keinen der drei Vereine besonders hervorheben. Das hat damit zu tun, dass jeder dieser Clubs seinen ganz eigenen Flair hat und sie somit schwer miteinander zu vergleichen sind. Auf jeden Fall hatte ich bei allen drei Vereinen eine tolle Zeit.
Sie selbst hatten im Vorfeld der EURO 88 vier Einsätze in der Nationalmannschaft und spielten u.a. bei der Südamerika-Reise zum Jahreswechsel in Brasilien und Argentinien. Wie haben Sie diese Zeit erlebt?
Manfred Schwabl: Natürlich waren die vier Länderspiele ein Höhepunkt meiner Karriere. Vor allem unter dem damaligen Team-Chef Franz Beckenbauer war es eine tolle Erfahrung für mich. Leider hat es am Ende aufgrund einer Verletzung nicht mit der Teilnahme an der Europameisterschaft 88 geklappt.
Wie und wann kam der Kontakt zur SpVgg Unterhaching zustande?
Manfred Schwabl: Meinen Erstkontakt mit der Spielvereinigung hatte ich im Jahr 2001. Damals wechselte mein Sohn Markus von der TuS Holzkirchen nach Unterhaching in die D-Jugend. Als Vater begleitet man natürlich seine Kinder bei ihrer Entwicklung und so wurde auch der Kontakt zum Verein selbst über die Jahre hinweg immer intensiver.

Mit Ihnen als Sportlichem Leiter hat die Spielvereinigung in der letzten Saison trotz geringer finanzieller Mittel den Klassenerhalt geschafft. Was hat Sie nun bewogen, das Amt des Präsidenten zu übernehmen?
Manfred Schwabl: Das hat sich im Laufe der Zeit so ergeben. Nachdem ich als sportlicher Leiter tätig war, kam irgendwann einmal unser ehemaliger Präsident Engelbert Kupka auf mich zu und hat mich gefragt, ob ich nicht seine Nachfolge antreten möchte. Nach kurzer Bedenkzeit habe ich schließlich zu diesem Amt ‚Ja‘ gesagt.
Im Kader der SpVgg taucht mit Jonas Hummels, dem Bruder des Dortmunder Nationalspielers Mats, ein weiterer prominenter Name auf. Letzte Saison fiel er wegen Verletzungen fast komplett aus. Was erwarten Sie von ihm in dieser Spielzeit?

Manfred Schwabl: Jonas ist natürlich einer unserer Führungsspieler, weshalb es für uns auch wichtig ist, dass er bald wieder auf dem Platz steht. Ich denke, dies wird aber noch einige Wochen dauern. Wir machen Jonas da keinerlei Druck. Er soll sich in Ruhe wieder aufbauen und an seine Leistungen anknüpfen.

Ein hervorragender Start und eine geschlossene Mannschaftsleistung führten letzte Saison zum Klassenerhalt. Mit 63 Treffern war Ihre Mannschaft sogar die offensivstärkste der ganzen Liga. Vor allem die Tore der Stürmer Tunjic (11) und Amachaibou (9) trugen dazu bei. Diese beiden haben den Verein nun verlassen, wie kann ihr Weggang kompensiert werden?
Manfred Schwabl: Der Weggang unserer beiden Toptorschützen der vergangen Saison ist für uns natürlich erst einmal schwer zu kompensieren. Ich sehe aber dahingehend positiv in die Zukunft, denn sicher werden auch unsere jetzigen Spieler für die nötigen Tore sorgen und sich andere Stürmer mit guten Leistungen ins Rampenlicht spielen.
Mit Michael Stegmayer ist ein weiterer Stammspieler zu uns nach Darmstadt gewechselt. Wie haben Sie ihn kennen gelernt und wie schwer wiegt sein Abgang?
Manfred Schwabl: Stegmayer war in der letzten Saison ein absoluter Führungsspieler, eine sehr zuverlässige Person und auch bei den Zuschauern immer sehr gern gesehen. Er hinterlässt hier mit seinem Abgang große Fußstapfen, aber aufgrund unserer finanziellen Situation war eine Vertragsverlängerung leider nicht möglich. Wir hoffen, dass er sich auch in Darmstadt wohl fühlen wird.
Die Spielvereinigung wird neben den beiden U23-Teams die jüngste Mannschaft der Liga stellen. Im Testspiel gegen den FC Bayern (0:1) zeigten die Spieler bereits eine starke Frühform. Was trauen Sie der jungen Truppe in dieser Runde zu?
Manfred Schwabl: Für uns zählt diese Saison einzig und allein der Klassenerhalt. Dabei sollte auch das Ziel sein, dass sich die Spieler optimal weiterentwickeln.
Unterhaching steht im Schatten von Bayern und 1860. Was zeichnet die Rot-Blauen als Verein im Gegensatz zu den beiden großen Münchner Clubs aus?
Manfred Schwabl: Schauen Sie: Diese beiden Clubs haben doch einen enormen Erfolgsdruck. Bei den Bayern ist schon ein zweiter Platz in der Liga und in der Champions League eine halbe Katastrophe. Das wirkt sich auch auf die Spieler aus. Bei uns hingegen können junge Talente heranreifen und sich mit weniger Druck im Schatten der beiden Vereine weiterentwickeln und für größere Aufgaben empfehlen.
In einer großen deutschen Fußballzeitschrift nannten Sie als Vorbild die SpVgg Greuther Fürth. Was schätzen Sie an der Arbeit der Fürther?
Manfred Schwabl: Die Fürther haben über Jahre hinweg immer solide gewirtschaftet und dabei viel in ihren eigenen Nachwuchs investiert. Sie haben zahlreiche junge Spieler hervorgebracht und damit auch Erfolg gehabt. Trotz einiger hochkarätiger Abgänge ließen sie sich nie aus der Bahn werfen und haben sich jetzt dafür mit dem Aufstieg in die 1. Bundesliga belohnt.
Als aktiver Spieler haben Sie in den 80er und 90er Jahren in der 1. Bundesliga gespielt und daher kein Pflichtspiel am Böllenfalltor bestritten. Wie beurteilen Sie die Entwicklung der Lilien aus der Ferne und wo landen Darmstadt und Unterhaching Ihrer Meinung nach am Saisonende?
Manfred Schwabl: Aus der Ferne ist das immer schwer zu beurteilen, aber ich denke, für Darmstadt als Traditionsverein ist es möglich in naher Zukunft wieder einmal höherklassig zu spielen. Diese Saison tippe ich mal auf einen Platz im gesicherten Mittelfeld der Tabelle. Auch wir hoffen, dass wir so früh wie möglich nichts mehr mit dem Abstieg zu tun haben werden. Ein Platz zwischen dem 13. und 16. Tabellenrang sehe ich für uns als realistisch an.
Wie ist Ihr Tipp für das Auftaktspiel?
Manfred Schwabl: Da tippe ich auf ein 1:1-Unentschieden.

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