Sie gehörten dem Kader des DFB-Juniorennationalkaders an, bestritten in der U16-, U17- und in der U18-Auswahl insgesamt fünf Partien im Nationaltrikot. Eigentlich glänzende Voraussetzungen, um in der Bundesliga Fuß zu fassen. Warum gibt es den Bundesligaprofi Andreas Voglsammer bislang noch nicht?
Man braucht im richtigen Moment, am richtigen Ort auch das Quäntchen Glück. Das hatte ich bisher noch nicht.
Beim KSC gehörten Sie dem Zweitligakader vor drei Jahren an. Sie kamen auf einen Einsatz. Nach nur einem Jahr folgte dann der Wechsel zum Bayernligisten (!) TSV 1860 Rosenheim, also drei Klassen tiefer. Ich stelle die Behauptung auf, dass Sie bestimmt auch Anfragen von Dritt- oder Regionalligisten vorliegen hatten. Warum dieser „ungewöhnliche“ Wechsel?
Ich wollte mir ein zweites Standbein schaffen und wollte eine Ausbildung beginnen. Diese Möglichkeiten waren höherklassig nicht so gegeben, deshalb habe ich mich für diesen Schritt entschieden. Jetzt bei der Spielvereinigung habe ich neben dem Fußball eine kaufmännische Ausbildung bei Vereinspartner Bavaria Petrol abgeschlossen.
In der Winterpause tauschte Claus Schromm den Platz auf der Trainerbank gegen den Sessel des Sportdirektors ein, so dass das Trainerduo mit Manuel Baum "gesprengt" wurde. Manuel Baum ist nun eigenverantwortlich für die sportlichen Geschicke auf dem Platz verantwortlich. Haben sich in den Trainingsabläufen irgendwelche Veränderungen bemerkbar gemacht?
Wir haben im Verein eine Philosophie, hinter der alle Beteiligten stehen und deswegen hat sich in dieser Hinsicht nichts verändert.
Seit nunmehr zwei Spielzeiten gehen Sie nun auf Torejagd für die SpVgg Unterhaching. Wie in dem Film "Täglich grüßt das Murmeltier" wird die SpVgg permanent vor Saisonbeginn aufgrund des schmalen Budgets zu den Abstiegskandidaten gezählt, schafft am Ende aber immer souverän den Klassenerhalt. Worin sehen Sie die Gründe dafür?
Im gesamten Verein wird sehr gute Arbeit geleistet, deswegen sind wir auch überzeugt davon, dass wir Jahr für Jahr den Klassenerhalt schaffen können.
Nach 20 Spieltagen haben Sie bereits sechs Treffer erzielt, genauso viele wie in der gesamten letzten Saison. Am vergangenen Spieltag trafen Sie beim 2:1 gegen Borussia Dortmund II erneut und sind nunmehr der Toptorjäger der Rot-Blauen. Nach fünf sieglosen Spielen endlich einmal wieder ein Dreier für Ihr Team. Sicherlich fiel Ihnen und dem Team ein Stein vom Herzenâ…
Ja, der Sieg war natürlich richtig wichtig für uns. Aber wir haben in der Vorbereitung gut gearbeitet und sind selbstbewusst in das Spiel gegangen.
Bei der 2:4-Heimspielniederlage in der Hinrunde gegen den SV Darmstadt 98 -sie erzielten den zwischenzeitlichen 2:2-Ausgleich -konnte man noch nicht zwingend erahnen, dass die Lilien sich in die obere Tabellenhälfte spielen. Worin liegen Ihrer Meinung nach die Gründe dafür und wie schätzen Sie die Rolle des SV 98 bis zum Saisonende ein?
Darmstadt hat qualitativ eine richtig gute Truppe, die auch auf viel Erfahrung zurückgreifen kann. Die Saison ist allerdings noch lang und es kann alles passieren, das gilt für jedes Team in der Liga -also auch für Darmstadt und für uns.
Ich bedanke mich vielmals bei Ihnen für das Interview, Andreas Voglsammer [PRG]