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17.07.2013 / Allgemein

Das Interview zum Spiel gegen die SV 07 Elversberg

Heute: Marc Gallego Marc Gallego (27) wechselte in der Winterpause von Waldhof Mannheim zur SV Elversberg. Mit den Saarländern gelang dem gebürtigen Karlsruher dann der Aufstieg in die 3. Liga -in der Relegation setzten sie sich gegen die U23 des TSV 1860 München mit 3:2 und 1:1 durch. Seine fußballerische Ausbildung erhielt der Rechtsfuß beim KSC, dort spielte er bis 2007 in der Jugend und der 2. Mannschaft. Als weitere Stationen folgten außerdem die Sportfreunde Siegen (07/08) und der FSV Frankfurt (08-12), bei dem er neben den Einsätzen für die 2. Mannschaft auch 24 Zweitliga-Spiele bestritt. In seiner Karriere kam es bereits zu sechs Duellen gegen den SV 98: viermal blieb er mit dem KSC ohne Niederlage (drei Siege), als er im FSV-Trikot antrat, konnten die Lilien zweimal gewinnen.

www.sv98.de: Hallo Marc Gallego, die drei Aufsteiger hatten ja durch die Relegationsspiele am wenigsten Erholungszeit. Was haben Sie dafür getan, um den Akku wieder aufzuladen?
Marc Gallego: Ich war mit meiner Familie zehn Tage in Spanien, da konnte ich etwas die Seele baumeln lassen. Allerdings waren das schon auch nochmal turbulente Tage, das Relegations-Rückspiel musste ja wegen dem schlechten Wetter verlegt werden, wir mussten deshalb alles umbuchen. Aber für einen Aufstieg nimmt man gerne mal ein paar Umstände in Kauf…
Die Relegationsspiele gegen die 2. Mannschaft von 1860 waren nichts für schwache Nerven. Sie standen zweimal ca. 60 Minuten auf dem Platz, erst in den letzten Minuten machte Abedin Krasniqi den Aufstieg klar. Wie haben Sie diesen Moment erlebt?
Das war super, Erleichterung pur! Er traf ja sechs Minuten vor Schluss und wir haben das dann irgendwie über die Zeit gerettet. Als dann der Schlusspfiff kam, kannte der Jubel natürlich keine Grenzen.
Für Elversberg ist der Aufstieg in die 3. Liga der größte Erfolg der Vereinsgeschichte. Was hat alles dazu beigetragen?
Ich bin ja erst in der Winterpause dazu gekommen, schon seit Saisonbeginn hatte die Mannschaft gut gespielt und hatte zum Teil einen großen Vorsprung als Tabellenführer. Durch die vielen Spielausfälle war die Tabelle dann lange verzerrt, aber die Mannschaft wollte unbedingt aufsteigen und hat alles dafür gegeben.
Sie selbst haben mit zwei Toren in der 2. Saisonhälfte dazu beigetragen, dass der 2. Platz hinter Kassel erreicht wurde. Nun kam zum ersten Mal die neue Aufstiegsregel zur Anwendung. Kassel hat es als Meister nicht geschafft, dafür aber Ihr Team…
Für uns war es diesmal natürlich ein Vorteil, aber ehrlich gesagt: Diese Regel würde ich abschaffen, es ist ärgerlich und ungerecht, wenn man als Meister nicht aufsteigt -vor allem, wenn man eine solch großartige Saison spielt wie zum Beispiel die Sportfreunde Lotte. Diejenigen, die die Regeln machen, sollten da vielleicht nochmal drüber nachdenken.
Mit Krasniqi und Maurice Deville haben die beiden treffsichersten Sturmspitzen den Verein verlassen. Eine große Schwächung?
Das muss man mal sehen. Natürlich hat Abedin uns zum Aufstieg geschossen mit seinen 15 Toren, auch Maurice hat zweistellig getroffen. Aber wir haben auch gute Jungs dazu bekommen, zum Beispiel gerade vor ein paar Tagen Felix Luz. Ob es uns gelingt, die beiden adäquat zu ersetzen, wird sich dann nach ein paar Spielen zeigen.
Zu Beginn Ihrer Karriere spielten Sie auf der rechten Verteidiger-Position, später im rechten Mittelfeld und jetzt häufig auf der "10". Viele Spieler werden, je länger die Karriere dauert, eher defensiver eingesetzt, warum ist das bei Ihnen umgekehrt und wie kam es dazu?
Hans-Jürgen Boysen und Ralf Loose haben mich irgendwann nach vorne gezogen und mich dort ausprobiert. Ich habe mich da gleich wohl gefühlt und finde es gut, so offensiv ins Spiel eingreifen zu können.
Auf Ihrer ersten Station nach Karlsruhe haben Sie in Siegen mit Sascha Franz zusammen gearbeitet, der heute bei uns Co-Trainer ist. Wie haben Sie ihn erlebt?
Er ist ein super Co-Trainer und ein total netter Typ. Wir haben sogar heute noch Kontakt und schreiben uns gelegentlich.
In der Winterpause geisterte Ihr Name auch durch die Darmstädter Gerüchteküche. Wie konkret war denn der Flirt damals?
Geflirtet haben wir nicht wirklich. Klar man redet mal, Darmstadt war ja auf der Suche nach Verstärkungen, aber letztlich wurde das nicht konkret und ich bin auch glücklich über meinen Wechsel nach Elversberg.
Die Darmstädter sind dem Abstieg gerade so von der Schippe gesprungen. Wie beurteilen Sie die Entwicklung der 3. Liga, sportlich und finanziell?
Man merkt, dass immer mehr Traditionsvereine mit Finanzproblemen zu kämpfen haben und sogar in die Insolvenz gehen müssen. Die etwa 800.000 Euro an Fernsehgeldern sind zum Überleben, verglichen mit den oberen Ligen, viel zu wenig, weil auch in der 3. Liga unter Profibedingungen gearbeitet wird. Ohne starke externe Geldgeber ist so etwas heute schwer zu stemmen.
Gerade-So-Nicht-Absteiger gegen Aufsteiger: Sehen wir bereits zum ersten Spieltag ein Duell im Kampf um den Klassenerhalt? Wie schätzen Sie die Lilien und Ihr Team ein? Und -geben Sie einen Tipp ab?
Als Aufsteiger wollen wir natürlich möglichst schnell den Klassenerhalt schaffen, über weitere Ziele kann man dann ja reden. Die Darmstädter haben sich gut verstärkt und wir freuen uns extrem auf das Spiel dort und den ersten Auftritt in der 3. Liga. Auch wir haben uns gut verstärkt, haben dazu noch einen Großteil der Aufstiegsmannschaft halten können und sind deshalb ganz gut eingespielt. Es wird auf jeden Fall eine sehr interessante Partie, niemand weiß zu Saisonbeginn so genau, wo er steht. Ich tippe nicht so gerne, aber wir spielen auf jeden Fall auf Sieg!
Vielen herzlichen Dank, Marc Gallego, für das ausführliche Interview.
Das Gespräch führte Markus Sotirianos.

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