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08.04.2012 / Allgemein

Das Interview zum Spiel gegen Jena

Wie vor jedem bevorstehendem Punktspiel des SV Darmstadt 98 lassen wir einen Spieler, Trainer, Funktionär, Journalist oder eine ehemalige Lilie zu Wort kommen. Dabei liegt der Fokus natürlich auf dem des SV 98 und seinem jeweiligen Gegner.

Heute: Tino Berbig
Tino Berbig (*7.10.1980) ist waschechter Jenenser, wurde in der thüringischen Großstadt geboren und wuchs dort auf. Folgerichtig verwundert es nicht, dass er dort auch das Fußballspielen erlernte. Bereits in der F-Jugend begann er bei seinem Stammverein, dem  FC Carl Zeiss Jena das Gehäuse zu hüten. Von 1999 bis 2004 gehörte er dem Kader der ersten Mannschaft des FCC an, ehe er sich daraufhin für zwei Spielzeiten dem VfL Osnabrück anschloss. Nach einem zwölfmonatigen Intermezzo bei Dynamo Dresden (2006/07), zog es ihn erneut für vier Jahre an die „Bremer Brücke“ nach Osnabrück. Zu Beginn der Saison 2011/12 wechselte er zu seinem Heimatverein Carl Zeiss Jena zurück.
Der Mannschaftskapitän und Torhüter der Jenaer sammelte in seiner Karriere bislang 62 Zweitliga- und  72 Drittligaeinsätze. Hinzu kommen eine Vielzahl an Regional- und Oberligaeinsätzen. Insgesamt stand Tino Berbig über 100 Mal zwischen den Pfosten des FC Carl Zeiss Jena.
SV 98: Hallo Herr Berbig! Bitte nennen Sie mir drei Gründe, warum der FC Carl Zeiss Jena am 38. Spieltag den Klassenerhalt bejubeln darf?
TB: Weil wir am kommenden Samstag drei Punkte einfahren werden. Weil wir danach endlich beginnen werden, auswärts "den Bock umzustoßen", und weil wir die verbleibenden Spiele gewinnen werden!
SV 98: Bis auf fünf Spieltage standen Sie immer auf einem Abstiegsplatz, seit dem 21. Spieltag permanent auf dem vorletzten Rang. Wie demoralisierend ist es, dem rettenden Ufer immer hinterher zu hecheln? Bekommen Sie deswegen schlaflose Nächte?
TB: Zugegeben, in der derzeitigen Situation schläft man wahrlich nicht so ruhig und entspannt. Besonders nach Niederlagen fällt das Einschlafen schwer. Es schlägt schon auf die Moral, wenn man seine Spiele nicht gewinnt, aber daran tragen wir selber die Schuld. Das gilt es zu ändern und Abhilfe zu schaffen.
SV 98: Der FCC ist einer der großen Traditionsvereine der ehemaligen DDR. Inwieweit beschäftigt man sich mit der Historie als Spieler? Appellieren die Fans Ihnen gegenüber mit dieser Bürde, erfahren Sie gutes Zureden der Jenaer Anhänger in der momentanen schwierigen Situation?
TB: Ich für meinen Teil als gebürtiger Jenenser weiß um die traditionsreiche Historie meines Heimatvereins. Natürlich weiß auch unser zahlreicher Anhang um die Geschichte des FCC. Ein Abstieg würde sich daher in der Vereinschronik gar nicht gut lesen lassen. Insofern versuchen die Fans uns schon Mut zuzusprechen, gleichwohl wir uns auch kritischeren Tönen ausgesetzt sehen. Nur gemeinsam können wir uns aus der misslichen Lage noch befreien.
SV 98: Präsident Rainer Zipfel appellierte in einer großen Sportzeitung an "Charakter und Ehre" der Mannschaft, lobte auch eine Nichtabstiegsprämie aus. In wie weit sind Ihnen diese Motivationshilfen förderlich und leistungssteigernd?
TB: Sicherlich wird durch den Verein versucht, alle erdenklichen Mittel auszuschöpfen. Das ist legitim. Die Charakterfrage wird jeder einzelne für sich aber positiv beantworten können, dessen bin ich mir sicher. Auf  einer Visitenkarte würde der Vermerk "Absteiger" einer Brandmarkung gleichkommen -das möchte kein Spieler gerne über sich lesen!
SV 98: Bislang sammelten Sie und der FC Carl Zeiss die meisten Karten in der 3. Liga. 83 gelbe, sechs gelb-rote und fünf rote Karten lassen nicht auf mangelnde Kämpferqualitäten schließen. Gelingt der Klassenerhalt nur über den Kampf?
TB: Ich denke, dass diese Statistik mitunter täuscht. Viele Karten sind nicht nur aufgrund des kämpferischen Einsatzes bzw. von Foulspielen zustande gekommen. In der 3. Liga ist generell eher das kämpferische Element im Vordergrund. Folgerichtig gilt es daher erst einmal hinten sicher und gut zu stehen und dann über den Kampfgeist und Einsatz möglichst die Spiele für sich zu entscheiden. Das gilt in der momentanen Situation für uns erst recht!
SV 98: Das Hinspiel beim SV Darmstadt 98 verloren Sie mit 0:3. Was macht Sie sicher, dass sich aus Ihrer Sicht am kommenden Samstag ein solches Resultat nicht mehr wiederholen wird?
TB: Zunächst einmal haben wir ein Heimspiel, das wir unbedingt gewinnen müssen. Zudem haben wir nach der 1:4-Niederlage beim VfR Aalen unter der Woche wieder etwas gut zu machen. Wir können also gar nicht andersâ…

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