FAQs zum verlegten Testspiel gegen San Antonio
Der SV 98 beantwortet die wichtigsten Fragen zum verschobenen Testspiel der Lilien beim Kooperationspartner San Antonio FC.
Heute: Reinaldo Coddou H. Reinaldo Coddou H. (42) ist der Fotograf für das gerade entstehende BÖLLE!-Buch. In Bielefeld aufgewachsen, gründete er später mit Philipp Köster das Fußball-Magazin "11 Freunde", er selbst ist vor allem bekannt durch die monatlich erscheinenden Stadionposter. Außerdem hat er bereits zahlreiche Fußball-Bildbände herausgegeben. Im Interview spricht er über seine Arbeit am Buch für die Lilien und über die besonderen Momente, die er in Stadien einfangen kann.
www.sv98.de: Hallo Reinaldo, du sagst von dir, du fotografierst "Menschen und Fußball". Zuerst Menschen -dann Fußball? Brauchst du den Fußball, weil sich Menschen nur dort in so besonderer Weise verhalten? Wie meinst du diesen Satz?
Reinaldo Coddou H.: Ich sage "Menschen und Fußball", weil ich neben meinen Fußball- und Stadiondokumentationen auch Porträts fotografiere, also Menschen. Aber ganz sicher spielen die Personen auch in meiner Fußballfotografie eine große Rolle, erst durch sie (die Fans) werden die ansonsten toten Stadien zum Leben erweckt. Deswegen fotogafiere ich meine Serie "Fußballtempel" auch nur während eines Spiels, niemals leer.
Wir haben das große Glück, dass du dich für das BÖLLE!-Buch hast begeistern lassen und unser altes Stadion fotografierst. Was ist dir durch den Kopf gegangen, als du unsere Anfrage bekommen hast und warum hast du „ja“ gesagt?
Der erste Gedanke war ein selbstkritischer: "Wieso wusste ich nichts davon, dass das Böllenfalltorstadion demnächst umgebaut wird?" Ein Stadion detailliert zu dokumentieren, zumal ein so traditionsreiches, ist natürlich immer eine extrem reizvolle Aufgabe. Und wenn dieses in naher Zukunft auch noch umgebaut wird, dann gewinnt eine solche Dokumentation nochmals an Bedeutung. So habe ich letztlich keine Sekunde darüber nachgedacht, diesen Auftrag nicht anzunehmen!
Wie viele Bilder sind beim ersten Shooting vor und beim Spiel gegen Halle entstanden?
Geschossen habe ich viele hundert, aber am Ende sind es etwa 50 Bilder, von denen ich sagen würde, dass sie wirklich etwas taugen.
Was ist für dich das "Besondere" am Böllenfalltor?
Nennen wir es mal "morbider Charme". Und die Tatsache, dass dort demnächst eine Ära unwiederbringlich zu Ende geht.
Du bist weltweit unterwegs und hast bereits unzählige Fußballorte fotografiert. Was ist für Dich ein gelungenes Bild?
Das kann ich so pauschal nicht beantworten, aber ein Bild ist erst dann wirklich gut, wenn man es sich auch nach längerer Zeit noch gerne anschaut.
Du wirst im Juni zur WM nach Brasilien fliegen, hast auch schon das Buch "O Jogo Bonito" herausgegeben. Worauf wird dort dein Fokus hauptsächlich gerichtet sein?
Wenn man wie ich weniger die eigentlichen Spiele, sondern vielmehr das Drumherum dokumentiert, dann lässt sich das vorab schwer planen. Da muss man die Gegebenheiten und Geschehnisse vor Ort abwarten und entsprechend versuchen, die Essenz daraus fotografisch abzubilden.
Am Samstag kommt es zum Spitzenspiel zwischen Leipzig und den Lilien. Wo wirst du das Spiel verfolgen und was erwartest du für eine Partie?
Falls ich nicht im Stadion sein sollte, werde ich es mir sicher im Internet oder Fernsehen anschauen. Ich denke, dass es ein sehr enges Spiel werden wird, schließlich steht für beide Teams viel auf dem Spiel. Und natürlich drücke ich Darmstadt 98 beide Daumen, dass es am Ende zum direkten Aufstieg reicht. Nicht nur, weil ich hier am Bölle-Buch arbeite, sondern vor allem und in erster Linie als Fußball-Traditionalist.
Wann dürfen wir dich am Böllenfalltor zum nächsten Fototermin begrüßen?
Beim Spiel gegen Rot-Weiß Erfurt, auf das ich mich schon sehr freue, da es ja unter Flutlicht ausgetragen wird!
Vielen Dank, Reinaldo, für das ausführliche Interview!
Die Fragen stellte Markus Sotirianos (FuFa).