Nürnberger bleibt in Darmstadt
Der SV 98 kann weiterhin auf die Dienste von Fabian Nürnberger bauen. Die Lilien haben den auslaufenden Vertrag mit dem bulgarischen Nationalspieler verlängert.
Im Vorfeld des Heimspiels gegen Hertha BSC (9.11./13 Uhr) beantwortete Florian Kohfeldt auf der Pressekonferenz am Donnerstag (7.11.) die Fragen der anwesenden Medienvertreter. Wir haben die wichtigsten Aussagen für Euch zusammengefasst.
Personalupdate: Neben Fabian Holland, Matthias Bader, Paul Will und Christoph Zimmermann fehlt bekanntermaßen Fraser Hornby, der sich in Fürth eine Außenbandverletzung zugezogen hat. Klaus Gjasula ist zurück im Mannschaftstraining und könnte im Kader stehen.
Frasers Verletzung ist sehr schade. Er war in einer sehr guten Form und hat der Mannschaft in den vergangenen Wochen extrem geholfen. Aber wir sind halbwegs glücklich, dass die Diagnose nicht ganz so dramatisch ist, wie wir es vielleicht in Fürth befürchtet haben. Auch er hatte mit Schlimmerem gerechnet und ist entsprechend positiv gestimmt und geht die hoffentlich kurze Reha mit viel Enthusiasmus an. Wir sind guten Mutes, dass wir ihn relativ bald wieder auf dem Platz sehen werden.
Natürlich ist es eine Schwächung, dass uns mit Fraser ein Leistungsträger der vergangenen Wochen fehlen wird. Trotzdem habe ich großes Vertrauen in den Kader, dass wir verschiedene Varianten mit hoher Qualität bestücken können. Neben Lakenmacher oder Vilhelmsson können auch Marseiler oder Corredor die Position bekleiden. Wir können weitehrin mit zwei Spitzen spielen oder wie in Dresden teilweise mit drei Spitzen. Das sind alles Überlegungen, schöne Überlegungen. Weil wir uns variabel aufstellen können.
Es ist natürlich schöner, über solche Themen zu reden. Aber am Samstag um 13 Uhr ist es egal, was zuvor war. Das ist das Schöne und manchmal auch Schreckliche im Fußball. Natürlich hat man eine andere Stimmung in der Trainingswoche, man hat vielleicht auch einen anderen Umgang mit den Menschen um den Verein, weil vieles positiv ist. Wenn so etwas zu Sicherheit führt, dann ist es gut. Wenn es zu einer falschen Lockerheit führt, dann ist es das größte Problem.
Die Grundtendenz der vergangenen Wochen ist weitestgehend positiv. Die Faktoren dafür liegen erstmal in der Mannschaft selbst. Das Team ist sehr lernwillig. Über ein Maß hinaus, wie ich es bislang im Profifußball kennengelernt habe. Sie sind beispielsweise bei der Videoanalyse extrem wissbegierig, schalten nicht ab und bleiben dabei. Entsprechend hoch sind auch meine Redezeiten. Die Mannschaft will lernen. Offensiv hatte die sie sehr schnell eine Entwicklung, darüber kam dann eine mentale Entwicklung und in den vergangenen Wochen haben wir auch Art und Weise des Verteidigens gefunden, die zu unserem Spielstil passt. In dieser Entwicklung müssen wir unbedingt weitermachen.
Hertha hat eine hohe individuelle Qualität. Speziell Cuisance und Maza haben beide nichts mit der zweiten Liga zu tun. Sie haben viel Tempo auf den Flügeln und mit Niederlechner und Schuler zwei unterschiedliche Stürmertypen. In der letzten Kette haben sie in der Zentrale natürlich einige Ausfälle. Da stellt sich schon die Frage, was sie machen werden. Spielen sie mit Viererkette oder mit Dreierkette? Wir müssen auf jeden Fall verhindern, dass sie ihre individuelle Qualität ins Spiel bringen. Und dann müssen wir unser Offensivspiel auch daran anpassen, was wir am Samstag an Grundordnung und Idee des Verteidigens bei der Hertha sehen werden.
Ich versuche im Umgang mit Talenten, immer den richtigen Moment zu finden. Ich bin kein Freund davon, Geschenke zu verteilen. Es wirkt natürlich immer toll, einem jungen Spieler mal Minuten zu geben oder ihn in den Kader zu nehmen. Aber wenn man das macht, obwohl er noch nicht so weit ist, dann stellt sich die Frage, was in der kommenden Woche mit diesem Spieler passiert. Dann fehlt er plötzlich im Kader oder bekommt keine Minuten und empfindet es als Niederlage. Diese Themen habe ich immer im Kopf. Wenn ich noch nicht die komplette Überzeugung bei einem jungen Spieler habe, dann tue ich keinem der Jungs einen Gefallen damit, Geschenke zu verteilen. Im ersten Schritt liegt es an ihnen.