Fotos: SV 98 23.07.2026 / Profis
„Mein gutes Gefühl hat sich bislang bestätigt“
Seit knapp einem Monat ist Ibrahim El Kadiri Spieler des SV 98. Wir haben die Zeit im Trainingslager für ein Interview mit dem dribbelstarken Neuzugang genutzt.
sv98.de: Ibi, seit knapp einem Monat bist du Spieler der Lilien. Bist du gut angekommen?
El Kadiri: Ich mag es hier wirklich sehr. Die Mitspieler, das Trainerteam, der Staff – alle sind sehr offen und herzlich. Mein gutes Gefühl aus den Gesprächen hat sich seit der Unterschrift auf jeden Fall bestätigt. Auch die ersten Testspiele sind ganz gut gelaufen und ich möchte dem Team mit meinem Spiel natürlich helfen.
Es ist deine erste Station im Ausland. Was bedeutet das für dich?
Deutschland und die Niederlande sind sich recht ähnlich. Es wäre wahrscheinlich eine größere Umstellung, wenn ich nach Italien oder Spanien gewechselt wäre. Natürlich ist die Sprache eine andere, aber ich verstehe bereits einige Wörter und möchte mich schnell verbessern.
Hast du schon ein Lieblingswort?
Kein Lieblingswort, aber „Auf geht’s!“, „Wie geht’s!“ und „Schnitzel“ fallen mir sofort ein. (lacht)
Wie sieht es mit den Fußballbegriffen auf dem Platz aus?
Einige Worte sind ähnlich zum Niederländischen. Da verstehe ich einiges, aber der Trainer spricht auch häufig in Englisch oder erklärt etwas mit Gesten. Ich kann nachvollziehen, was er möchte.
In den bisherigen Spielen hast du bereits viel von dem gezeigt, was bei deiner Verpflichtung thematisiert wurde. Insbesondere deine Stärke im Dribbling. Woher kommt diese Qualität?
Ich habe es schon als Kind immer gemocht, das Dribbling zu suchen. Früher habe ich häufig auf der Straße gespielt, auf kleinen Bolzplätzen. Diese Fähigkeit gehört einfach zu mir und wird auch nicht mehr verschwinden. (grinst)
In Deutschland gibt es das Wort „Straßenfußballer“…
Ich verstehe sofort, was damit gemeint ist. Ich glaube schon, dass man mich zu dieser Kategorie zählen kann.
Zudem fällt auf, dass du eine sehr große Ausdauer besitzt. Macht dir Laufen einfach Spaß?
(lacht) Auch das war schon in der Kindheit so. Ich hatte schon immer eine gute Ausdauer und konnte viel laufen. Trotzdem sind einige Einheiten in dieser Vorbereitung natürlich anstrengend für mich.
Ich habe es schon als Kind immer gemocht, das Dribbling zu suchen. Früher habe ich häufig auf der Straße gespielt, auf kleinen Bolzplätzen. Diese Fähigkeit gehört einfach zu mir und wird auch nicht mehr verschwinden.
Ausgebildet wurdest du in jungen Jahren bei Ajax Amsterdam. Wie sehr hilft diese Erfahrung?
Es ist vielleicht die beste Ausbildung, die ein Spieler in den Niederlanden erhalten kann. Es ist ein großer Verein mit vielen guten Trainern, von denen ich einige Jahre profitiert habe. Es gab verschiedene Schwerpunkte in der Akademie, technisch und taktisch haben mir diese Jahre sehr geholfen für meine Karriere.
Auffällig und ungewöhnlich ist auch, dass du in der Jugend eine Zeit lang überhaupt nicht im Verein gespielt hast. Warum und wolltest du sogar aufhören?
Das stimmt, ich hatte einige Monate lang keinen Verein, weil es zu dieser Zeit familiäre Themen gab, die wichtiger waren. Aber ich wollte niemals aufhören. Ich habe trotzdem trainiert, alleine und für mich selbst. Mental hat mir diese Zeit geholfen und heute sitze ich hier, es ist also gut gelaufen.
Welche Unterschiede nimmst du zwischen Darmstadt und deinen Stationen in den Niederlanden wahr?
Die Intensität im Training ist höher, das Spiel ist physischer. Als ich Paddy, Matej und Vuko gesehen habe, war ich erstmal beeindruckt. Mit solchen Schränken habe ich in den Niederlanden nicht zusammengespielt. (lacht) Aber mir gefällt es, mich an diese Dinge ein wenig anpassen zu müssen.
Wie blickst du auf das aktuelle Trainingslager?
Es ist gut, so viel Zeit zusammen zu verbringen. Das Team ist sehr fokussiert, das Training wirklich intensiv. Und natürlich hilft mir diese Woche dabei, mich besser zu integrieren. Ich habe viele Gespräche, lerne viel über meine Mitspieler. Und auf dem Feld verinnerlichen wir immer mehr Abläufe, die bisherigen Tage waren wirklich gut.
Du besitzt sowohl die holländische als auch die marokkanische Staatsbürgerschaft. Die klassische Frage lautet: Welchem Land fühlst du dich stärker verbunden?
Es schlagen zwei Herzen in meiner Brust und ich bin sehr froh, dass ich mich beiden Ländern identifizieren kann.
Bei der WM sind beide Teams aufeinandergetroffen…
Ich habe einfach gehofft, dass die bessere Mannschaft gewinnt. Es war ein gutes Spiel, mir hat es Spaß gemacht, es anzugucken.
In zweieinhalb Wochen startet die Saison. Wie groß ist deine Vorfreude?
Riesig. Ich möchte alles geben, dem Team helfen. Mit Dribblings, Toren und Assists. Es ist das beste Gefühl, nach der Vorbereitung endlich in den Wettbewerb zu starten. Ich freue mich auch auf die Atmosphäre im Stadion, von der mir schon viele Leute erzählt haben.