FAQs zum verlegten Testspiel gegen San Antonio
Der SV 98 beantwortet die wichtigsten Fragen zum verschobenen Testspiel der Lilien beim Kooperationspartner San Antonio FC.
Die fehlende Winterpause erlaubte den Lilien nur ein sehr kurzes Durchschnaufen über die Weihnachtstage, seit dem 28. Dezember steht die Mannschaft bereits wieder auf dem Trainingsplatz. Eine ungewohnte, aber keineswegs ungeliebte Situation, wie uns Fabian Schnellhardt im Interview verriet. Zudem sprach der 26-Jährige über seine Rückkehr in die Startelf, drei Siege in Folge und das aktuelle Selbstvertrauen im Team.
sv98: Wie hast du die Weihnachtstage verbracht?
Schnellhardt: Ich war über Heiligabend mit meiner Frau bei den Schwiegereltern, danach sind wir dann zu meiner Familie gefahren, haben zwei besinnliche Tage verbracht und Kraft getankt und jetzt kann es wieder losgehen.
sv98: Konntest du abschalten, obwohl es nur sehr wenige freie Tage waren?
Schnellhardt: Das hat gut funktioniert. Durch Corona hatte ich die Familie wirklich lange nicht gesehen, da hat es schon gut getan. Am 26. Wusste ich dann schon, jetzt muss ich die Sachen wieder einpacken, es geht zurück nach Darmstadt. Aber insgesamt war es sehr schön.
sv98: Gestern war der 28. Dezember und für euch ging es schon wieder auf den Trainingsplatz. Ein ungewohntes Gefühl?
Schnellhardt: Wir wussten es ja frühzeitig und konnten uns darauf einstellen. Natürlich waren wir alle ein paar freie Tage mehr aus den Jahren davor gewöhnt, aber dafür gibt es nun keine lange Vorbereitung. Die Temperaturen im Wintertrainingslager waren zwar immer echt angenehm, aber das Quälen und die vielen Trainingstage vermisse ich nicht. (lacht) Der Wettkampf ist für jeden Sportler das Schönste, dementsprechend freuen wir uns, dass es am 2. Januar in Bochum wieder losgeht.
sv98: Mit drei Siegen vor Weihnachten dürfte die Laune zum Start auch gut gewesen sein…
Schnellhardt: Den Schwung aus den vergangenen Spielen wollen wir mitnehmen, deswegen kommt uns die sehr kurze Pause vielleicht sogar entgegen. Die Siege haben uns allen gutgetan und wir wollen uns weiterhin für guten Fußball belohnen. Am besten direkt in Bochum.
sv98: Gute Laune ist auch ein Stichwort, das auf dich zutrifft. Nach schwierigem Saisonstart warst du zuletzt immer in der Startelf. Sicherlich ein gutes Gefühl…
Schnellhardt: Natürlich. Für jeden Spieler ist es das wichtigste, auf dem Platz zu stehen. Die Anfangsphase der Saison war daher nicht so einfach, aber dann bin ich reingerutscht und ich hoffe natürlich, dass der Trainer zufrieden ist und viele weitere Einsätze kommen werden. Ich habe die letzte Zeit sehr genossen und bin mit dem Jahresabschluss rundum zufrieden.
sv98: Cheftrainer Markus Anfang hatte dich explizit dafür gelobt, dass du dich „nie hängen gelassen hast“ und deine Leistung im Testspiel gegen Regensburg hervorgehoben. War diese Partie auch ein entscheidender Punkt für dich?
Schnellhardt: Wenn du nicht so viele Möglichkeiten hast, dich in den Punktspielen anzubieten, dann musst du es über das Training oder die Testspiele versuchen. Das hat in diesem Spiel ganz gut geklappt, ich habe einen ordentlichen Eindruck hinterlassen. Und seitdem war ich in der Mannschaft und freue mich darüber. Aber umso mehr weiß ich auch, dass ich weiterhin Vollgas geben muss. Die nächsten stehen auch schon in der Schlange und wollen spielen.
sv98: Aktuell nimmst du eher die Position des alleineigen Sechsers ein, auch das System hat sich ein wenig verändert. Wie gefällt dir diese Rolle?
Schnellhardt: Die Rolle gefällt mir sehr gut. Wir haben viel Ballbesitz, das kommt meiner Art des Fußballs entgegen. In den vergangenen Wochen haben wir wirklich gut gemacht, unabhängig von Umstellungen, die vorgenommen worden sind. Auf dem Platz hat es sich immer gut angefühlt. Wir haben viele Spielertypen im Kader, die alle den Anspruch auf Spielzeit haben, dementsprechend können wir in verschiedenen Systemen auftreten und die Positionen variabel besetzen. Das ist sicherlich kein Nachteil.
sv98: Als Freund von Ballbesitzfußball: Hat sich das Spiel in Dresden besonders gut angefühlt, weil der Gegner keinen Zugriff auf euch bekam und ihr die komplette Spielkontrolle hattet?
Schnellhardt: Das Selbstvertrauen wächst natürlich, wenn dir viele Ballstafetten gelingen und der Gegner nicht so in die Zweikämpfe kommt, wie er es gerne hätte. Jeder von uns zeigt sich und will die Kugel haben, dadurch hat der Ballführende gleich mehrere Anspielmöglichkeiten. Das macht es dem Gegner schwer und ist sicherlich eine Stärke von uns. Und wenn der Gegner merkt, dass es schwierig wird, an den Ball zu kommen, lässt er sich tiefer fallen. Das ist der erste kleine Erfolg für unsere Spielweise.
sv98: Nachdem du nach der Rückkehr in die Startelf zunächst bei den Spielen in Aue, gegen Braunschweig und in Düsseldorf ein Auf und Ab auf dem Platz miterlebt hast, gab es zuletzt die angesprochenen drei Siege in Serie. Warum haben nun Leistung und Ergebnis endlich zusammengepasst?
Schnellhardt: Wir hatten seit Saisonbeginn, unabhängig von System und Personal, eigentlich immer das Gefühl, ein vernünftiges Spiel gemacht zu haben. Wir haben auch nicht wirklich viele Torchancen zugelassen, obwohl wir viele Gegentore schlucken mussten. Der Trainer hat uns immer wieder Mut zugesprochen und uns gesagt, dass es nur eine Frage der Zeit ist, bis wir uns belohnen. Ich kann mich beispielsweise gut an das Düsseldorf-Spiel erinnern, das wir klar dominiert haben. Aber dann mache ich den Fehler beim ersten Gegentor, danach kamen weitere dazu, die zu den anderen Treffern geführt haben. So macht man den Gegner natürlich stark. Das ist uns zuletzt nicht mehr passiert. Wir wurden nie an die Wand gespielt, sind unseren Weg weitergegangen und konnten jetzt drei Siege einfahren. Aber da wollen wir jetzt auch weitermachen.
sv98: Nun kommt es zum Start in das neue Jahr zum Spiel gegen den VfL Bochum. Da wartet eine große Herausforderung, die ihr aber sicherlich wieder selbstbewusst angehen werdet…
Schnellhardt: Ich habe einige Spiele von Bochum gesehen. Sie haben eine Menge Qualität im Kader, spielen ihren Stiefel konsequent runter und agieren meist im 4-2-3-1. Wir werden uns die Woche darauf vorbereiten, sie auch analysieren und dann hoffentlich mit den passenden Antworten ins Ruhrgebiet fahren.
sv98: Zum Jahresabschluss steht dann noch die Frage nach deinem Rückblick auf 2020 und damit auf ein extrem spezielles Jahr…
Schnellhardt: Insgesamt war es für jeden ein schwieriges Jahr. Als Fußballer bleiben mir natürlich die Spiele ohne Zuschauer im Kopf, das ist schon ein extremer Unterschied. Weg vom Fußball hat Corona unzählige Menschen vor extreme Aufgaben und Probleme gestellt, da bin ich doch sehr froh, dass ich meinen Beruf weiterhin ausüben konnte. Trotzdem finde ich auch, dass die gesamte Menschheit die ganze Situation doch recht gut gemeistert hat und natürlich hoffe ich, dass es in 2021, auch mit dem Impfstoff, wieder in Richtung Normalität geht.