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27.02.2020 / Allgemein

„Den Weg bis Saisonende erfolgreich weitergehen“

Am kommenden Samstag (29.2./13 Uhr) empfängt der SV Darmstadt 98 den 1. FC Heidenheim. Vor der Partie hat sich Dimitrios Grammozis zum Gegner und dem ihm zur Verfügung stehenden Personal geäußert. Außerdem nimmt er zu seiner Entscheidung Stellung, das Vertragsangebot der Lilien nicht anzunehmen und den SV 98 im Sommer zu verlassen.

Zum Spiel gegen den 1. FC Heidenheim

…zum kommenden Gegner:

Der 1. FC Heidenheim ist eine Mannschaft, die völlig zurecht oben in der Tabelle steht. Die Heidenheimer verteidigen mit einer hohen Intensität und haben deswegen die wenigsten Gegentore der Liga kassiert. Sie zeigen Woche für Woche, mit was für einer Mentalität sie ihr Tor verteidigen. Darüber hinaus ist ihr Spiel von großer Laufarbeit und großer Einsatzfreude gekennzeichnet. Sie sind eine Mentalitätsmannschaft, die auch gegen uns wieder alles geben wird. Ich erwarte daher ein intensives Spiel.

…zum Personal:

Personell sieht es gut aus. Immanuel Höhn ist nach seiner Gelb-Rot-Sperre wieder dabei. Er hatte zuletzt leichte muskuläre Probleme, trainiert aber wieder zu einhundert Prozent mit. Braydon Manu hat gestern ausgesetzt, weil er leichte Sprunggelenksprobleme hatte. Er wird heute aber voraussichtlich wieder mittrainieren. Ansonsten sind bis auf den Langzeitverletzten Mathias Wittek und den gelbgesperrten Fabian Holland alle Mann an Bord.

…über die tabellarische Situation:

Ich werde jetzt keine Parolen rausschreien. Man sieht in dieser Liga deutlich, wie schnell es sowohl nach oben als auch nach unten gehen kann. Wir sind bisher vor allem in der Rückrunde gut damit gefahren, uns nur auf den nächsten Gegner zu fokussieren. Und das werden wir auch weiterhin so machen. Die Liga lässt keine Schwächephasen zu. Wir müssen gegen jeden Gegner zu einhundert Prozent wach sein. Es wird hier vor heimischer Kulisse, auf die ich mich sehr freue, rauf und runter gehen. Wir müssen bereit sein, den Kampf anzunehmen und unser Spiel voranzutreiben. Das haben wir in den vergangenen Wochen gut gemacht.

…über eine vermeintliche Ablenkung durch die gescheiterte Vertragsverhandlung:

Wir sind alle Profis. Die Spieler wissen genau, wie sie in dieser Situation reagieren müssen. Ich habe mit der Mannschaft und dem Spielerrat gesprochen. Wir haben uns gemeinsam vorgenommen, den Weg bis zum Ende der Saison so erfolgreich wie möglich weiterzugehen. Darauf liegt unser Hauptaugenmerk.

…über mögliche Reaktionen des Darmstädter Publikums:

Ich kann mir schon vorstellen, dass der ein oder andere Fan enttäuscht sein wird. Aber ich möchte noch einmal betonen: Am Wochenende geht es nicht um mich, sondern allein um die Mannschaft. Unsere Fans haben uns in den letzten Spielen – wie schon in der kompletten Saison – sehr getragen. Die Jungs freuen sich immer, wenn sie hier vor den Lilienfans spielen dürfen. Deswegen erhoffe ich mir diese tolle Unterstützung auch gegen Heidenheim, damit wir uns allen ein schönes Wochenende bescheren können.

…über die lange Amtszeit von Heidenheim-Trainer Frank Schmidt:

Im heutigen Fußballgeschäft ist es etwas Außergewöhnliches. Das zeigt einfach, dass Heidenheim eine klare Strategie fährt und einen Trainer gefunden hat, der sehr gut zum Verein passt. Die Erfolge der letzten Jahre zeigen, dass die Kontinuität für große Stabilität sorgen kann. Darüber hinaus hat sich Frank Schmidt als Trainer Jahr für Jahr zusammen mit der Mannschaft diesen Erfolg erarbeitet. Man sieht aktuell, dass diese Arbeit ihre Früchte trägt. Die Art und Weise wie sich Heidenheim präsentiert, ist sehr gut. Darum stehen sie zurecht dort oben in der Tabelle.

weitere Informationen: Für das Spiel gegen Heidenheim sind noch Tickets für die Haupt- und Nordtribüne sowie für die Gegengerade an den Tageskassen erhältlich. Diese öffnen am Spieltag bekanntlich zwei Stunden vor dem Anpfiff.

Zur Trennung im Sommer

…zur Entscheidung, den Vertrag nicht zu verlängern:

Ich habe ein ganz klares Statement dazu abgegeben: Für mich geht es nur über ein langfristiges Engagement, um mit dieser Planungssicherheit eine Stabilität zu schaffen. Ich bin hier mit dem Auftrag angetreten, etwas zu entwickeln und der Mannschaft langfristig ein Darmstadt-likes Bild zu verpassen. Wir wollten die Mannschaft weiterentwickeln. Aber Entwicklung bedeutet nicht, dass diese schon nach einem Jahr abgeschlossen ist. Der Prozess dauert länger. Und die Mannschaft hat derweil bewiesen, dass sie sich weiterentwickelt hat. Das zeigen die Ergebnisse. Deshalb war es für mich keine Option, nur für ein Jahr zu unterschreiben.

…über die eigene Gefühlswelt:

Enttäuschung und Wut gibt es bei mir auf keinen Fall. Dafür habe ich hier bislang zu viele schöne Erlebnisse erlebt, von denen ich natürlich in der restlichen Zeit noch weitere miterleben möchte. Ich finde es nur schade. Denn ich hatte das Gefühl, hier etwas entwickeln und gemeinsam etwas aufbauen zu können.

…über die Reaktionen innerhalb der Mannschaft:

Die Mannschaft hat es am Mittwoch erfahren. Ich habe mit dem Spielerrat darüber gesprochen und dann vor dem Training auch mit dem Rest der Mannschaft. Für einige der Spieler kam diese Nachricht überraschend, einige haben vielleicht damit gerechnet. Ich habe schon erkannt, dass die Jungs etwas komisch darauf reagiert haben und nicht glücklich waren.

…über die Entscheidung des Vereins:

Der Verein hat in der Vergangenheit die Erfahrung gemacht, mit Trainern frühzeitig zu verlängern, diese dann aber weiter zu bezahlen, obwohl sie hier schon gar nicht mehr tätig sind. Daher hat sich der Verein zu diesem Weg entschlossen, mir einen Einjahresvertrag zu anzubieten. Ich finde das in Ordnung und muss es akzeptieren. Es ist legitim, dass der Verein so vorgeht. Ich habe aber gesehen, dass dies nicht der Weg ist, den ich gehen möchte. Ich muss von dem, was ich mache, zu einhundert Prozent überzeugt sein. Ich muss das Gefühl haben, dass es passt. Und deshalb habe ich mich zu diesem Schritt entschieden. Wir hatten sehr ehrliche Gespräche, haben aber schnell gemerkt, dass wir mit einem Einjahresvertrag nicht zueinanderkommen. Aber das ist ok. Ich kenne das Fußballgeschäft. Ich bin nicht der erste Trainer, der auf dieser Basis mit einem Verein nicht zusammenkommt.

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