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13.12.2024 / Profis

Der 1. FC Kaiserslautern im Gegnercheck

Ob es so etwas im deutschen Profifußball irgendwann noch einmal geben wird…? Es war wohl eine der größten Sensationen der Bundesliga-Historie. Wir schreiben die Saison 1997/98, als dem 1. FC Kaiserslautern als Aufsteiger einzigartiges gelang. „Es war unglaubliche Euphorie in der Pfalz und wir sind einen wunderbaren Weg gegangen“, sagte Jahre später Otto Rehhagel fast schon zurückhaltend über diesen wahnsinnigen Erfolg. Als Aufsteiger wurde der FCK wirklich Deutscher Meister. Eine unglaubliche Geschichte, wie sie weder zuvor noch bis heute nicht geschrieben wurde.

Foto: Eibner-Pressefoto/Wolfgang Frank

Insgesamt vier Deutsche Meistertitel stehen in der Vitrine der Roten Teufel. Doch die Aufsteiger-Meisterschaft, sie ist eine ganz besondere. So golden aber die Zeiten in den 1990er Jahren mit zwei Meisterschaften und zwei Pokalsiegen sowie Teilnahmen am internationalen Geschäft auch waren, so dunkler sollten sie später werden. Zwischen 2018 und 2022 spielte der ruhmreiche Klub aus der Pfalz plötzlich nur noch in der 3. Liga.

Aktuell haben alle Pfälzer aber wieder allen Grund zur Freude. In der vergangenen Saison zog man bis ins DFB-Pokalfinale ein, in welchem der FCK der Meistermannschaft von Bayer Leverkusen unterlag. In der laufenden Saison befinden sich die Roten Teufel zudem in bestechender Form. Als Tabellenzweiter reist der 1. FC Kaiserslautern am Samstagabend (14.12./20.30 Uhr) ins Merck-Stadion am Böllenfalltor. Bevor der Ball im Top-Spiel am Bölle rollt, werfen wir aber noch einmal einen genaueren Blick auf den kommenden Gegner der Lilien.

Top-Scorer - Liga & Pokal

Top-Torjäger Top-Vorlagengeber
Ragnar Ache – 9 Tore Daniel Hanslik – 6 Assists
Daniel Hanslik – 5 Tore Daisuke Yokota – 3 Assists
Boris Tomiak – 4 Tore Aaron Opoku – 3 Assists
Aaron Opoku – 2 Tore Luca Sirch – 3 Assists

 

Der Trainer

Er war Spieler unter gleich so einigen namhaften Trainern des europäischen Fußballgeschäfts. Aleksandar Ristic ist ein Name, Huub Stevens ein weiterer. Er kickte auch unter Weltmeistertrainer Jogi Löw oder dem Belgier Eric Gerets. Mittlerweile gehört er selbst genau dieser Berufsgruppe an und steht als Cheftrainer an der Seitenlinie.

Als Übungsleiter sammelte Markus Anfang erste Erfahrungen in der Regionalliga beim SC Kapellen-Erft, bevor er in der Jugendabteilung von Bayer Leverkusen wechselte. Der große Durchbruch gelang ihm schließlich bei Holstein Kiel. Dort führte er den Verein nicht nur im Jahr 2017 von der 3. Liga in die 2. Bundesliga, sondern überraschte mit den Störchen direkt in der darauffolgenden Saison, als ihm fast der Durchmarsch gelang. Erst in der Relegation scheiterten Anfang und die Kieler gegen den VfL Wolfsburg. Über die Station beim 1. FC Köln landete der gebürtige Kölner schließlich im Sommer 2020 beim SV Darmstadt 98. Für die Lilien coachte er insgesamt 37 Spiele. Während er mit den Mannen vom Böllenfalltor Liga auf Rang sieben abschloss, zog er mit Darmstadt 98 zudem bis ins Achtelfinale des DFB-Pokals ein. Im Sommer 2021 entschloss sich der heute 50-Jährige allerdings, ein Angebot des SV Werder Bremen anzunehmen.

Mittlerweile hat Anfang, der generell für guten Offensivfußball steht, nach zwei Jahren bei Dynamo Dresden nun beim 1. FC Kaiserslautern seine neue Heimat gefunden. Mit 29 Toren gehört seine Mannschaft zu den offensivstärksten der Liga. Gemeinsam belegen sie aktuell den zweiten Tabellenplatz in der 2. Bundesliga.

Foto: Eibner-Pressefoto/Michael Weber

Prunkstück

Das ist die Offensive des 1. FC Kaiserslautern. Dem Tabellenzweiten stehen aktuell 29 Tore zu Buche. Nur zwei Teams in der Liga – der SV Darmstadt 98 (30) und der Hamburger SV (33) – schossen mehr Tore in der laufenden Saison. Die vor allem treffsichere Offensive ist womöglich auch einer der Gründe, warum es momentan bei den Roten Teufeln so gut läuft. Seit sieben Zweitliga-Spielen sind die Mannen vom Betze ungeschlagen. Die letzten drei Partien konnte man allesamt gewinnen und das mit jeweils drei eigenen Toren – 3:1 gegen Karlsruhe, 3:0 auf Schalke und 3:2 gegen Braunschweig.

All Eyes on ...

Aussortiert in der Jugend des FC Schalke 04, dann zurück zu seinem Heimatverein Rot-Weiß Essen. Regionalliga – mit einem Minijob noch nebenbei. Erst für Essen, dann für Wattenscheid und Altona in Hamburg sowie Fortuna Düsseldorf II. Der Traum vom Profifußball geplatzt? Mitnichten. Denn Boris Tomiak habe „immer an sich geglaubt und nie aufgegeben“. In der Saison 2020/21 spielte er sich bei der Zweitvertretung der Düsseldorfer zurück in den Fokus gleich mehrerer Profiteams. Als schließlich das Angebot vom Drittligisten Kaiserslautern kam, wollte der heute 26-Jährige den Schritt unbedingt gehen. Und es entpuppte sich als die vollkommen richtige Entscheidung: „Ich bin direkt Stammspieler geworden, wir sind aufgestiegen – einfach Wahnsinn.“

Mittlerweile hat Tomiak insgesamt 124 Pflichtspiele für die Roten Teufel absolviert. In der Abwehr ist der gebürtige Essener kaum wegzudenken. Doch überzeugt er nicht nur durch eisenhartes Verteidigen. Auch Toreschießen kann der Innenverteidiger. Insgesamt 18 Tore stehen in seiner FCK-Vita, vom Punkt ist er zudem eiskalt. Drei von drei Elfmetern verwandelte Tomiak in der laufenden Saison – so auch den Strafstoß am vergangenen Wochenende im Derby gegen den Karlsruher SC. Sein Elfmetergeheimnis bleibt allerdings sein gut behütetes Elfmetergeheimnis. Tomiak mit einem Augenzwinkern: „Ich habe da meine eigene Taktik, die will ich auch nicht verraten. Damit verfahre ich zurzeit gut und ich hoffe, dass ich noch ein paar Elfmeter diese Saison bekomme…“

Foto: Eibner-Pressefoto/Michael Memmler

Blick in die Lautern-Vitrine

  • Deutscher Meister: 1950/51, 1952/53, 1990/91, 1997/98
  • Deutscher Pokalsieger: 1989/90, 1995/96
  • Deutscher Superpokalsieger: 1988/89, 1989/90
  • Intertoto-Cup-Sieger: 1976/77
  • Deutscher Zweitligameister: 1996/97, 2009/10
  • Landespokal-Südwest-Sieger: 1918/19, 1919/20

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