Nürnberger bleibt in Darmstadt
Der SV 98 kann weiterhin auf die Dienste von Fabian Nürnberger bauen. Die Lilien haben den auslaufenden Vertrag mit dem bulgarischen Nationalspieler verlängert.
Lange Jahre war es schier unvorstellbar, dass es jemals ein Zweitligaspiel mit Beteilung des HSV geben könnte. Als Gründungsmitglied der Bundesliga verbrachte der Traditionsverein aus der Hansestadt knapp 55 Jahre ununterbrochen im Oberhaus des Deutschen Fußballs. Doch am 12. Mai 2018 erwischte es den langjährigen „Dino“, der HSV musste den bitteren Gang in die Zweitklassigkeit antreten. Dort absolvieren die Rothosen aktuell ihre siebte Saison in Folge und nehmen erneut Anlauf, endlich in die Bundesliga zurückzukehren.
Kein anderes Team spielt aktuell länger am Stück in der 2. Liga als der HSV. Die Bilanz der vergangenen sechs Spielzeiten liest sich für die große Fangemeinde der Hamburger dabei wie ein langanhaltender Albtraum. Denn die Rothosen schnupperten in jedem der Jahre lange am Aufstieg in die Bundesliga, wurden viermal Tabellenvierter und scheiterten in den beiden anderen Spielzeiten erst in der Relagation. Besonders dramatisch verlief der letzte Spieltag der Saison 22/23, als sich die Hamburger in Sandhausen schon fast wie sichere Aufsteiger fühlten, ehe zwei Heidenheimer Tore in der Nachspielzeit des Parallelspiels doch noch für ein bitteres Ende und schlussendlich (nach der folgenden Relegation) einen erneuten Verbleib in der zweiten Liga sorgten. Dort empfängt der HSV am kommenden Sonntag (8.12./13.30 Uhr) nun den SV 98. Es ist das elfte Aufeinandertreffen beider Mannschaften in dieser Spielklasse.
| Top-Torjäger | Top-Vorlagengeber |
| Davie Selke – 7 Tore | Miro Muheim – 7 Assists |
| Robert Glatzel – 7 Tore | Adam Karabec – 5 Assists |
| Ransford Königsdörfer – 6 Tore | Jean-Luc Dompé – 3 Assists |
| Jean-Luc Dompé – 5 Tore | Fabio Baldé – 3 Assists |
Bereits zwischen 2011 und 2013 trug Merlin Polzin die HSV-Raute auf der Brust und coachte von der Seitenlinie aus. Damals allerdings noch als Jugentrainer. Erst sieben Jahre später folgte für den gebürtigen Bramfelder der Schritt in das Trainerteam der Profis. Dazwischen war der heute 34-Jährige sechs Jahre lang für den VfL Osnabrück aktiv. Zunächst ebenfalls im Jugendbereich, ab 2017 dann als Co-Trainer von Daniel Thioune bei den Profis.
Gemeinsam mit Thioune kehrte Polzin 2020 zurück zu seinem Kindheitsverein: „Er konnte es kaum glauben und ist völlig ausgeflippt“, so der heutige Düsseldorf-Coach über seinen damaligen Assistenten und dessen Reaktion auf die Nachricht vom HSV-Engagement.
Nach Thioune assestierte Polzin auch Tim Walter, Horst Hrubesch und zuletzt Steffen Baumgart. Seit der Entlassung des Letztgenannten ist Polzin in der Haupotverantwortung und coachte das Team auch beim 3:1-Auswärtssieg beim KSC. Es war sein zweiter Einsatz als Übungsleiter, bereits am 17. Februar (2:2 gegen Rostock) diesen Jahres schlüpfte Polzin in die Rolle des Interimstrainers. In Karlsruhe veränderte der Fußballehrer das System und ging die Partie in einem 4-3-3 an. Der Erfolg verhalf dem HSV zum Sprung auf Platz zwei und sorgte bei Polzin für Lust auf mehr: „Ich habe Bock, weiter mit den Jungs erfolgreich zu sein.“
Die Lilien dürften etwas dagegen haben.
Ist die Offensive des Hamburger SV. Kein anderes Zweitliga-Team erzielte bislang mehr Treffer (31) in dieser Saison. Auch in der Luft macht dem Sportverein niemand etwas vor. Mit dem Kopf sind die Rothosen ebenfalls das gefährlichste Team der 2. Bundesliga. Neunmal nickten sie das Ding ins Netz ein. Auffällig dabei ist, dass die beiden Mittelstürmer, Davie Selke und Robert Glatzel mit sieben Toren die meisten im Team geschossen haben. Dicht gefolgt von Ransford Königsdörfer (6), der ebenfalls häufiger im Sturmzentrum eingesetzt wurde. Die Lilien-Defensive darf sich auf Schwerstarbeit gefasst machen.
Den Vorlagengeber und zweifachen Torschützen des vergangenen Wochenendes: Jean-Luc Dompé. Der 29-Jährige hatte einen großen Anteil daran, dass Polzin ein erfolgreiches Spiel an der Außenlinie erlebte. Großes Aufsehen bekam der Franzose insbesondere für seinen zweiten Treffer, bei dem er den Ball zur 2:1-Führung im Winkel versenkte. „Das Tor ist allererste Sahne. Das habe ich noch nicht so oft gesehen in der Zweiten Liga“, sagte KSC-Trainer Christian Eichner nach dem Spiel.
Dabei lief es bei dem Flügelspieler anicht immer rund in der bisherigen Saison. Unter Steffen Baumgart war Dompé nicht immer gesetzt, trotz seiner unbestrittenen offensiven Qualitäten. Eine Muskelverletzung warf den trickreichen Angreifer zu Saisonbeginn zurück, zudem sah Baumgart insbesondere in Sachen Konstanz und Defensivarbeit immer mal wieder Luft nach oben. Dennoch kommt Dompé bereits auf fünf Saisontoren und gehört mit seinen drei Assists zu den Top-Vorlagengebern der Mannschaft. Hamburgs Nummer sieben sollte der SV 98 auf jeden Fall zu jeder Zeit höchste Aufmerksamkeit gewidmet wird.