FAQs zum verlegten Testspiel gegen San Antonio
Der SV 98 beantwortet die wichtigsten Fragen zum verschobenen Testspiel der Lilien beim Kooperationspartner San Antonio FC.
"Man spielt, wie man trainiert", so lautet eine oft zitierte Trainerweisheit. Und der Heimsieg des SV 98 in Verbindung mit der zuvor absolvierten Wintervorbereitung könnte durchaus als Beweis für diese These dienen. Denn den Lilien gelang es über 90 Minuten, einen Großteil der gesetzten Trainingsschwerpunkte zum Pflichtspielstart umzusetzen und sich schlussendlich für die harte Arbeit der vergangenen Wochen zu belohnen.
"Die Torflut eindämmen", "das Spiel gegen den Ball" und "das mannschaftliche Verhalten bei eigenem Ballbesitz", so benannte Dirk Schuster während der Vorbereitungszeit immer wieder die Schwerpunkte, auf die ein besonderes Augenmerk gelegt werden sollte. Entsprechend zufrieden zeigte sich der Cheftrainer daher auch am Tag nach dem Erfolg über den FC St. Pauli und nannte die 90 Minuten "mit das Beste, was die Mannschaft in dieser Saison geboten hat."
Zwar verhinderte der Gegentreffer durch Ryo Myaichi eine weiße Weste, darüber hinaus erlaubten die Lilien einer der besten Offensiven der Liga aber nur eine kleine Anzahl an Abschlussmöglichkeiten. Auch, weil Punkt zwei der Agenda, das Spiel gegen den Ball, hervorragend umgesetzt und oftmals einfach mit eigenem Ballbesitz umgangen wurde. 60 Prozent wies die Ballbesitzstatistik nach Abpfiff für den SV 98 aus, geteilter Saison-Höchstwert mit den Spielen gegen Sandhausen und Ingolstadt. Doch während sich die Lilien in diesen Partien speziell in der Ideenfindung schwer taten, konnten sie am gestrigen Abend auch den dritten Punkt abhaken.
"Weiter an uns geglaubt"
"Wir sind immer ruhig geblieben, haben gefährliche Situationen herausgespielt und uns immer wieder Standardsituation erarbeitet", erklärte Marcel Heller mit Blick auf das Spiel seiner Farben und ergänzte die Umsetzungs-Liste um einen weiteren Punkt: "Wir haben auch nach Rückstand weiter an uns geglaubt."
Tatsächlich beeindruckte die Moral und Bereitschaft, mit der die Darmstädter auch im Hintertreffen gegen ein Spitzenteam der Liga agierten. "In der Hinrunde hat nach Rückstand teilweise vieles nicht mehr geklappt, da sind wir auch mal auseinandergefallen", gab Heller unumwunden zu, bevor er anfügte: "Heute haben wir gezeigt, dass es auch so geht. Das gibt uns Auftrieb."
"Das sind Momente, für die wir Fußballer geworden sind"
Zudem bestätigte der Torschütze, dass er und seine Teamkollegen nach der absolvierten Vorbereitung mit einem guten Gefühl in das Kräftemessen mit dem Kiezklub gegangen waren. "Das heutige Spiel haben wir uns schon in den letzten Wochen erarbeitet", so Heller, während Teamkollege Holland die Quintessenz noch prägnanter auf den Punkt brachte: "Wir waren absolut bereit."
Dennoch benötigte es zwei späte Treffer, um die eigene Leistung dann auch mit der maximalen Punktausbeute abzurunden und damit für eine besondere Stimmungslage zu sorgen. "Das sind Momente, für die wir Fußballer geworden sind. Die Glücksgefühle waren unglaublich, das war schon Wahnsinn", schwärmte Holland nach dem Finale furioso, trat dann aber in seiner neuen Kapitänsrolle auch wieder ein wenig auf die Bremse: "Aber natürlich gibt es weiterhin Dinge, die wir besser machen können."
Auswärtsbilanz auffrischen
Eine erneute Überprüfung der selbstauferlegten To-do-Liste und die Chance, die drei Punkte des Dienstagabends zu vergolden, bietet sich den Lilien bereits am Freitag in Duisburg. "Dort erwartet uns ein sehr intensives Spiel. Duisburg braucht Punkte und wird alles reinballern", so Heller beim Blick auf die nächste Aufgabe, zu der sich auch Schuster am Mittwoch bereits äußerte: "Duisburg hat gestern verloren, war aber zum Schluss noch an einem Punktgewinn dran. Die Situation für sie ist nicht angenehm und ich glaube, dass sie etwas unter Zugzwang stehen. Sie werden alles tun, um die drei Punkte dazubehalten."
Und dann setzte der Cheftrainer einen neuen Punkt auf die eigene Agenda: "Es würde uns gut zu Gesicht stehen, wenn wir unsere etwas dürftige Auswärtsbilanz ein wenig auffrischen könnten."