Nürnberger bleibt in Darmstadt
Der SV 98 kann weiterhin auf die Dienste von Fabian Nürnberger bauen. Die Lilien haben den auslaufenden Vertrag mit dem bulgarischen Nationalspieler verlängert.
Der Liganeuling kommt mit enormem Kampfgeist an diesem Wochenende (27.10./13.30 Uhr) ins Merck-Stadion am Böllenfalltor. Die „Spatzen“ werden nach langen Regionalliga-Jahren wieder auf den SV Darmstadt 98 treffen. Das letzte Heimspiel der Lilien gegen den SSV Ulm in der 2. Bundesliga fand 1987 am Bölle statt – der SV 98 siegte damals mit 1:0. Seitdem hat sich natürlich nicht nur bei den Südhessen, sondern auch bei den Ulmern viel getan. Für einen besseren Einblick haben wir den SSV Ulm in unserem Gegnercheck einmal genauer unter die Lupe genommen.
| Top-Torjäger | Top-Vorlagengeber |
| Felix Higl (9 Spiele / 4 Tore) | Maurice Krattenmacher (9 Spiele / 2 Vorlagen) |
| Maurice Krattenmacher (9 Spiele / 1 Tore) | Dennis Chessa (9 Spiele / 2 Vorlagen) |
| Johannes Reichert (9 Spiele / 1 Tore) | Philipp Strompf (9 Spiele / 1 Vorlagen) |
Der eigene Vater war Trainer, die Schwester einst Profifußballerin. Kein Wunder, dass auch Thomas Wörle der Versuchung des Fußballs nicht widerstehen konnte. Zunächst schnürte der heutige Cheftrainer des SSV Ulm selbst die Fußballschuhe und spielte auf Profiniveau für Vereine wie den FC Augsburg, 1860 München, Kickers Offenbach und Greuther Fürth. Beim Kleeblatt musste er seine aktive Laufbahn allerdings schon mit 26 Jahren aufgrund von gesundheitlichen Problemen früh beenden.
Sofort sei jedoch klar gewesen, dass es für ihn in der Trainerrolle weitergehen könnte. Zu sehr hatte ihn sein Vatter und dessen Beruf als Trainer geprägt und für genau diesen Job begeistert. So startete der 42-Jährige als Chefcoach der Frauenmannschaft des FC Bayern München. Die Fußballerinnen des Deutschen Rekordmeisters etablierte er in kurzer Zeit sowohl national als auch im internationalen Geschäft. In seinen neun Jahren bei den Bayern an der Seitenlinie gewann er zweimal die Meisterschaft und einmal den DFB-Pokal. Im Jahr 2021 folgte der Wechsel in den Herrenfußball in die Regionalliga Südwest, wo er seine neue Liebe, den SSV Ulm, übernahm. „Das Ulmer Projekt, das wir 2021 begonnen hatten, fesselte mich von der ersten Minute an, weil wir wussten, dass auch hier einiges möglich ist“, betonte Wörle in einem Interview mit dfb.de: „Wir wollten uns keine Grenzen setzen.“ Gesagt, getan. Bereits in seiner ersten Saison stiegen die Spatzen 2022 in die 3. Liga auf. Von dort schafften sie unter der Führung von Wörle den Durchmarsch in die 2. Bundesliga. „Absoluter Wahnsinn“, beschreibt der ehrgeizige sowie bodenständige Übungsleiter diese erfolgreichste Phase der Vereinsgeschichte.
Besonders gegen den Ball zeigt der SSV Ulm sein absolutes Kämpferherz, mit welchem sie es in die 2. Bundesliga geschafft haben. In der vergangenen Woche berichteten wir noch in unseren Zahlen und Fakten zum Köln-Spiel über den zweikampstärksten Spieler der 2. Bundesliga – Aleksandar Vukotić. Im Verbund sind es aber die „Spatzen“, die in puncto Zweikämpfe den Ton angeben. Der SSV Ulm ist die zweikampfstärkste Mannschaft der Liga. Insgesamt entschied die Elf von Cheftrainer Thomas Wörle ganze 989 Zweikämpfe für sich. Das ist der Spitzenwert in der 2. Bundesliga.
… Johannes Reichert. Wie einst Federico Dimarco bei Inter Mailand ist es der 33-Jährige bei den Ulmern, der es aus der Fankurve bis hin auf den Platz seines Lieblingsteams geschafft hat. Und wenn er auch mal nicht auf dem Feld stehen kann, dann eben wieder im Block… So wie in der vergangenen Drittliga-Saison im Heimspiel des SSV Ulm gegen Dynamo Dresden: Reichert fehlte gelbgesperrt und entschied sich prompt dazu, das Duell zusammen mit den Ulm-Fans im Heimblock zu verfolgen und auch mal kurz die Rolle des Vorsängers zu übernehmen. Der Mann ist ein Ulmer, durch und durch. „Ich habe bei den Bambinis angefangen, Fußball zu spielen. Der Verein ist Heimat, Familie und Lebensmittelpunkt in einem. Bei uns zu Hause sind alle SSV-Fans“, erklärte Reichert einst im Interview mit dfb.de.
Geboren in Ulm, seit klein auf Fan von Ulm und heute Kapitän seines Vereins. Seit 1996 spielt der Innenverteidiger nahezu ununterbrochen für seinen Heimatklub – mit Ausnahme der Saisons 2014/15 und 2015/16, als es ihn zum 1. FC Kaiserslautern II verschlug. Kaum jemand in der Mannschaft dürfte sich so sehr mit dem Verein identifizieren, wie es Reichert tut. Mit insgesamt 415 Pflichtspielen steht der Innenverteidiger auf Platz zwei der ewigen Rekordspielerliste des SSV. Mit Ulm kickte Reichert schon in der Oberliga Baden-Württemberg und der Regionalliga Südwest – und dann plötzlich in der 2. Bundesliga. 2022 der Aufstieg in die 3. Liga, ein Jahr später der Durchmarsch ins deutsche Fußball-Unterhaus. Reichert: „Nach den schweren Zeiten war es immer mein Traum, den Verein wieder dort hinzuführen. So viele Menschen sind wieder stolz auf den SSV Ulm, was mich unglaublich glücklich macht.“