FAQs zum verlegten Testspiel gegen San Antonio
Der SV 98 beantwortet die wichtigsten Fragen zum verschobenen Testspiel der Lilien beim Kooperationspartner San Antonio FC.
Als der Ball die Linie überquerte, da sanken viele Spieler zu Boden. Die Fassungslosigkeit über den wahnsinnig unglücklichen Ausgleich in der 94. Minute stand ihnen ins Gesicht geschrieben und den postwendenden Abpfiff realisierten nur die wenigsten. Doch nur Sekunden später halfen sich die Akteure in den blauen Jerseys gegenseitig wieder auf die Beine. Die Lilien standen wieder auf. So, wie sie es zuvor bereits über die gesamte Spieldauer getan hatten.
Spätestens nach dem Führungstreffer der Unioner in der 39. Minute hätten wohl nur die größten Optimisten auf einen Punktgewinn, geschweige denn auf einen Sieg der Lilien gesetzt. Schließlich führte die Mannschaft, die in dieser Saison noch kein Heimspiel verloren hatte gegen das Team, das seit acht Spielen auf einen Sieg wartete. Doch der SV 98 schüttelte sich kurz, hatte durch Terrence Boyd quasi postwendend den Ausgleich auf dem Kopf und kam dann als Einheit aus der Kabine, die, entgegen aller Vorzeichen, den Gastgeber an den äußersten Rand einer Niederlage brachte.
„Wir haben mit breiter Brust gespielt, was in unserer Situation und in Rückstand überhaupt nicht selbstverständlich ist“, fand Markus Steinhöfer nach Abpfiff dementsprechend lobende Worte für die leidenschaftliche Vorstellung, die er gemeinsam mit seinen Teamkollegen auf den tiefen Köpenicker Rasen gebrannt hatte. Eine Vorstellung, die den 31-Jährigen dann auch zu einem absolut verständlichen Gesamtfazit führte: „Ein Punkt ist zu wenig für das, was wir heute gezeigt haben.“ Und der Ärger in Steinhöfers Stimme nach einem Punkt beim Tabellendritten unterstrich umso stärker, wie verdient ein Auswärtssieg der Lilien an diesem Freitag gewesen wäre.
„Das Ergebnis hat die Leistung nicht ganz unterstrichen“, ordnete auch Boyd mit einer Nacht Abstand das 3:3 als zu geringen Lohn ein, stellte dann aber das Positive vorne an: „Jeder hat gesehen, dass wir Herz gezeigt haben, dass wir gekämpft haben und das getan, was die Fans von uns erwarten. Wir haben alles auf dem Platz gelassen.“
Eben diese Eigenschaften hatte der US-Amerikaner am Vortag vorgelebt und in vorderster Front abgearbeitet. Für seinen unermüdlichen Einsatz belohnte Boyd sich und das Team dann mit einer Willensleistung beim 1:1 und einem perfekten Kopfball zum erneuten Ausgleich.
Als dann Rückkehrer Tobias Kempe vom Elfmeterpunkt den Führungstreffer erzielte, da schien das „geile Spiel“, das Torsten Frings seiner Mannschaft später bescheinigte, auch mit dem vollen Ertrag zu enden. Und auch, wenn die letzte Aktion die maximale Punkteausbeute verhinderte – das überstrahlende Gesamtfazit konnte auch das 3:3 nicht mehr verändern, wie Frings bereits auf der Pressekonferenz nach Spielende klarmachte: „Hut ab vor meiner Mannschaft. Ich bin unheimlich stolz, wie sie aus der Halbzeit rausgekommen ist, wieder Charakter bewiesen hat, wieder absoluten Willen und Teamgeist gezeigt hat.“
Und so wollte sich auch Boyd am Samstag nicht mehr mit dem Last-Minute-Gegentor beschäftigen, sondern blickte bereits voller Optimismus in Richtung kommenden Sonntag: „Es bringt nichts zu jammern, sondern wir müssen darauf aufbauen. Wenn wir diese Leistung gegen Regensburg bringen, dann mache ich mir keine Sorgen.“