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05.02.2020 / Allgemein

„Die Atmosphäre aufsaugen und in positive Energie ummünzen“

Der SV Darmstadt 98 gastiert am kommenden Freitag bei Dynamo Dresden (7.2./18.30 Uhr). Begleitet werden die Lilien von rund 500 Fans. Vor dem Duell blickt Dimitrios Grammozis im Mediengespräch auf die Atmosphäre im Rudolf-Harbig-Stadion, liefert ein Personalupdate und analysiert die Spielweise des kommenden Gegners.

…zum kommenden Auswärtsspiel:

Wir freuen uns auf das Abendspiel in Dresden sowie auf eine sehr schöne, aber auch hitzige Atmosphäre. Die Anstoßzeit am Abend trägt dazu bei, dass die Fans noch einmal mehr Stimmung machen werden. Wir wollen diese Atmosphäre aufsaugen und in positive Energie ummünzen.

…zum Personal:

Mit Ausnahme von Marvin sind alle Jungs an Bord. Auch Felix Platte hat in der letzten Zeit sehr intensiv gearbeitet. Im letzten Spiel gegen Osnabrück hat er eine wirklich positive Leistung gezeigt und die Belastung sehr gut überstanden.

…zum kommenden Gegner:

Als Fußballer lebt man für solche Spiele. Es wird zur Sache und um jeden Millimeter auf dem Platz gehen. Wir kennen die Ausgangslage. Wir wissen, dass Dresden durch den Sieg gegen Karlsruhe und den Punkt in Heidenheim gewillt ist, vor heimischem Publikum wieder einen Dreier zu holen. Dafür haben sie sich in der Winterpause sehr gut verstärkt. Dynamo hat mit Marco Terrazzino einen Top-Spieler verpflichtet. Er kann ein Spiel im Alleingang entscheiden. Das hat er bereits in der Partie gegen den KSC bewiesen. Wir wollen dagegen die Art und Weise unseres Auftretens aus dem Osnabrück-Spiel mitnehmen und uns genauso selbstbewusst auch in Dresden zeigen. Die Jungs sind auf einem guten Weg. Wir haben gegen Osnabrück schon sehr viele Dinge gemacht, die richtig waren.

…zur Gelbsperre von Marvin Mehlem:

Es ist sehr schade, dass Marvin ausfällt. Auch wenn er zuletzt nicht so viele Akzente in der Offensive setzen konnte, so hat er doch viel für das Spiel sowie für die Mannschaft getan. Wir haben aber viele Jungs, die seinen Ausfall kompensieren können. Ich habe zwei bis drei Optionen im Kopf. Natürlich werde ich diese noch nicht preisgeben. Wir werden am Freitag aber definitiv die richtig Lösung finden. Kopfschmerzen habe ich daher keine. Und wenn, sind sie positiver Natur: Denn wir haben viele Jungs im Kader, die auf ihre Chance lauern. Schon im Training hat jeder Vollgas gegeben. Jeder will seine Chance nutzen. Deswegen freue ich mich, dass wir so viele Optionen haben.

…zur taktischen Ausrichtung:

Wir können auch mit zwei Stürmern, sprich mit Serdar Dursun und Felix Platte agieren. Das hat das letzte Spiel gezeigt. Außerdem können wir mit Fabian Schnellhardt viele Akzente in der Offensive setzen. Er ist ein Verbindungsspieler. Wichtig wird am Freitag sein, dass wir uns auf den Gegner einstellen. Es wird zur Sache gehen. Es geht für beide Mannschaften um einiges. Ein Freundschaftsspiel werden wir daher nicht erleben. Deshalb brauchen wir Jungs, die uns fußballerisch weiterbringen, aber natürlich auch den Kampf annehmen und wissen, worum es geht. Aber die Jungs sind allesamt sehr fokussiert.

…über Seung-ho Paik:

Seung-ho Paik führt Zweikämpfe, die meist nicht aggressiv aussehen. Das liegt aber daran, dass sie intelligent geführt werden. Aggressives Verteidigen heißt eben nicht, dass man dem Gegner ein Bein brechen musst. Wenn man den Zweikampf auf seine Art und Weise gewinnt, ist das wichtig. Darum ist Paik eben auch eine gute Option für das Spiel gegen Dresden.

…zur Rechtsverteidigerposition:

Ich weiß, was ich an Patrick Herrmann habe. Man darf ihn nicht wegen zwei Spielen an den Pranger stellen. Er ist ein Spieler, der über einen sehr langen Zeitraum mit am konstantesten gespielt hat. Er versucht immer, das Beste aus sich herauszuholen. Aber ich bin dennoch glücklich, dass wir mit Matthias Bader und Nicolai Rapp zwei Spieler neu im Kader haben, die diese Position ebenfalls bekleiden können und weitere Optionen darstellen. Wir werden die beste Option am Freitag wählen.

…über Marcel Heller:

Jeder Spieler, der nicht spielt, ist nicht glücklich und fällt mir nicht gerade um den Hals, wenn er die Startaufstellung sieht. Wichtig ist aber, dass Marcel Heller – genauso wie die anderen Jungs, die nicht so viel gespielt haben – sehr professionell und konzentriert arbeitet. Er möchte gerne spielen, auch für ihn ist es eine neue Situation. Wir versuchen mit einer guten Kommunikation untereinander, ihm die Dinge zu erklären, warum wir welche Entscheidungen treffen. Marcel Heller ist ein ganz wichtiger Bestandteil der Mannschaft, auch wenn er im Moment nicht so viel spielt. Natürlich ist er eine Option für Dresden. Er ist auf einem sehr guten Niveau. Wenn wir das Gefühl haben, dass er uns weiterbringen kann, wird er auch spielen.

…über die sportliche Bedeutung:

Osnabrück war nicht weniger wichtig als Dresden. Wir müssen von Spieltag zu Spieltag denken. Die Konstellation hat es eben so ergeben, dass wir am Freitag in Dresden spielen. Darum hat die tabellarische Situation nun seine Reize. Wir werden die Partie annehmen und uns nicht von Spielereien wie einem „Endspiel“ oder „weniger wichtigen Spielen“ aus der Ruhe bringen lassen. Jedes Spiel ist wichtig – unabhängig vom Gegner, unabhängig vom Tabellenstand. Unser Anspruch ist es, in jeder Partie das Beste herauszuholen und zu gewinnen. Wir wollen in Dresden unbedingt ein gutes Spiel machen und uns für die tolle Arbeit belohnen, die die Jungs schon gegen Osnabrück gezeigt haben.

..zur Atmosphäre in Dresden:

Die Atmosphäre und diese anheizte Stimmung kann für Gänsehaut sorgen. Ich mag es lieber, wenn es gegenüber uns eher negativ belastet ist. Wenn ordentlich Druck auf dem Kessel ist und in Auswärtsspielen alle unsere Aktionen mit Pfiffen der Heimfans begleitet werden. Das sollte die Spieler noch mehr anstacheln, sich dagegen zu stemmen. Für uns als Mannschaft ist das Duell in Dresden eine Herausforderung. Aber ich bin zu Einhundertprozent davon überzeugt, dass meine Spieler keine große emotionale Rede brauchen, um sich auf das Spiel vorzubereiten. Ich merke im Training, wie sehr sich alle auf diese Partie freuen.

…zur Spielausrichtung der SGD unter Markus Kauczinski:

Unter Christian Fiel hat die Mannschaft sehr aktiv verteidigt und versucht, den Gegner sehr früh zu stören. Unter Markus Kauczinski haben sie eine etwas kompaktere Organisation. Das heißt aber nicht, dass sie passiv spielen. Sie versuchen aus dieser Kompaktheit heraus, den Gegner unter Druck zu setzen. Im Spiel mit dem Ball haben sie ihre Art und Weise beibehalten – sie kommen viel über die Halbpositionen, viel durch die Mitte. Sie haben viele Spieler im Kader, die richtig gut Fußballspielen können – beispielsweise Sascha Horvath oder Marco Terrazzino. Mit den Neuzugängen haben sie nachgelegt und gerade in der Offensive einige Optionen mehr. Dynamo hat eine Mannschaft, die gerne das Kombinationsspiel aufzieht. Das dürfen wir nicht zu lassen.

…zur Unentschiedenserie von sechs Spielen:

Ich betone immer wieder, dass es zwei Seiten gibt: Auf der einen Seite sind wir aufgrund der vielen Unentschieden seit einiger Zeit ungeschlagen. Auf der anderen Seite vermissen wir das Gefühl des Sieges. Wir wollen dieses Gefühl so schnell wie möglich wiederbekommen. Die Mannschaft braucht einen Sieg, weil sie Woche für Woche alles aus sich rausholt. Was das Spiel in Dresden hergeben wird, wissen wir nicht. Vielleicht sind wir am Ende sogar mit einem Punkt zufrieden. Aber vor Beginn jeder der Partie ist klar: Wir wollen das Spiel gewinnen. So gehen wir in jede Partie. Ich erwarte von den Jungs, dass wir auch am Freitag so auftreten. Die Qualität haben wir dafür allemal.

…über die Vielseitigkeit von Spielern:

Die Zeiten haben sich verändert. Frühen waren die Spieler in der Jugend schon recht schnell auf eine Position festgelegt. So hat sich das dann von der E-Jugend bis in den Herrenbereich durchgezogen. In den Nachwuchsleistungszentren werden die Spieler nun ganzheitlich gefördert, sie werden auf verschiedenen Positionen eingesetzt. Diese typischen „Spezialisten“ gibt es in diesem Sinne gar nicht mehr. Es gibt die Defensivspieler, die mehr offensiv spielen können. Und es gibt aber auch die Offensivspieler, die natürlich vorne ihre Qualität haben, aber der Mannschaft auch defensiv mehr Stabilität geben. Insgesamt sind die Spieler einfach ganzheitlich ausgebildet. Diesen Wandel von damals zu heute merkt man einfach. Aber das ist kein Nachteil. Wichtig ist, dass die Automatismen greifen. Für die Spieler ist es eben auch nicht förderlich, jede Woche auf einer anderen Position eingesetzt zu werden. Sie müssen sich auf ihrer angestammten Position festzuspielen. Das gilt vor allem im defensiven Bereich. Dort muss alles passen. Es ist aber kein Nachteil, wenn ein Spieler mehrere Positionen spielen kann.

…zur eigenen Vielseitigkeit noch zu aktiven Zeiten:

Bei mir hat man relativ früh mein brutales Talent erkannt, mich in den Himmel gelobt und mich komischerweise in der Offensive eingesetzt (lacht). In der Jugend habe ich von dort aus auch viele Tore gemacht. Bei den Profis wurde es von Jahr zu Jahr immer defensiver, bis ich dann für das etwas Gröbere zuständig war.

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