FAQs zum verlegten Testspiel gegen San Antonio
Der SV 98 beantwortet die wichtigsten Fragen zum verschobenen Testspiel der Lilien beim Kooperationspartner San Antonio FC.
Das lange Warten hat ein Ende - für die Fans, aber auch für Fabian Holland. Nach mehr als sechs Monaten ohne Heimspiel vor Zuschauern sind gegen Jahn Regensburg (26.9., 13 Uhr) endlich wieder Lilienfans im Merck-Stadion am Böllenfalltor zugelassen. "Die Vorfreude ist natürlich riesengroß", verrät der Kapitän der Südhessen im Interview mit sv98.de. Mit ihm haben wir über genau diese Vorfreude, den Einfluss der Fans auf Spiel und Spieler sowie über die beiden bisherigen Pflichtspielauftritte gesprochen.
sv98.de: 07. März 2020, SV Darmstadt 98 vs. VfL Bochum – ein 0:0. Das war das letzte Mal, als Ihr vor Lilienfans am Böllenfalltor aufgelaufen seid. Wie hast Du diese lange Zeit ohne die Darmstadt-Fans im Stadion erlebt?
Fabian Holland: Das war schon echt brutal, weil die Fans im Fußball enorm viel ausmachen. Gerade hier am Bölle genießen wir alle die Heimspiele mit unseren Fans im Rücken. Jedes Heimspiel ist immer etwas Besonderes. Deshalb freue ich mich auch schon richtig auf den Samstag und die Lilienfans im Stadion. Auch wenn nur ein kleiner Teil unserer Zuschauer wieder dabei sein darf: Den Unterschied zu Geisterspielen wird man direkt merken.
sv98.de: Hast Du Dich manchmal während der Spiele erwischt, dass Du nach gelungenen Aktionen oder während hitziger Spielszenen einfach auf diesen Push von außen gewartet hast, dieser aber einfach nicht kam?
Holland: Ja, klar. In den Stadien, in denen die Fans normalerweise sehr nah dran sind, fehlt das schon extrem. Gerade hier am Bölle – wenn man wie ich auch noch außen spielt – sind unsere Fans nach einer guten Aktion direkt voll da. Das fehlt auf jeden Fall. Aber in dieser langen Zeit hat man sich als Spieler auch ein bisschen daran gewöhnen müssen, dass man sich selbst und wir uns als Mannschaft gegenseitig mehr pushen müssen. Nichtsdestotrotz ist die Vorfreude auf unsere Fans natürlich riesengroß.
sv98.de: Nun habt Ihr schon zweimal in Pflichtspielen wieder vor Zuschauern gespielt – in Magdeburg vor 5.000 Zuschauern, in Sandhausen waren rund 500 Fans. Wie hast Du die Atmosphäre in beiden Spielen insgesamt erlebt?
Holland: Gerade in Magdeburg hat man gesehen, was ein paar Tausend Zuschauer schon für eine Stimmung erzeugen können. Selbst in Sandhausen haben ein paar Fans schon sehr viel ausgemacht. Denn die Fans sind ein riesiger Bestandteil des Fußballs.
sv98.de: Gibt’s etwas, was Du besonders vermisst hast?
Holland: Nach guten Aktionen oder auch wenn es mal nicht so läuft, pushen einen die Fans enorm. Das hat mir am meisten gefehlt. Unsere Fans können uns aus schlechten Phasen herausziehen und in guten Phasen den Druck auf den Gegner zusätzlich erhöhen. Wenn alle auf dem Platz die Fans im Rücken spüren, kann der Gegner schon nochmal ein bisschen mehr eingeschüchtert werden. Die Zuschauer treiben die komplette Mannschaft voran. Am Wochenende wird man direkt sehen, dass uns die Fans einen zusätzlichen Push geben werden. Und darauf freue ich mich.
sv98.de: Nun ist die Partie gegen Regensburg bereits das dritte Pflichtspiel der Saison. Wie bewertest Du Eure ersten beiden Auftritte?
Holland: In Magdeburg haben wir keine gute erste Halbzeit gespielt. Danach haben wir ein paar Sachen angesprochen, sie geändert und dann ordentlich Druck auf den Gegner bekommen. Im zweiten Durchgang haben wir es ganz ordentlich gemacht und schlussendlich auch verdient gewonnen. Dagegen haben wir in Sandhausen definitiv zu einfache Gegentore bekommen. Aber es war keinesfalls so, dass wir über 90 Minuten schlecht gespielt haben, im Gegenteil.
sv98.de: Welche Lehren zieht Ihr also aus dem Sandhausen-Spiel?
Holland: Wir haben uns viele Torchancen erarbeitet. Nun müssen wir weiter dranbleiben und diese Chancen eben auch einfach nutzen. In der Defensive müssen wir in einige Aktionen noch konzentrierter agieren. Gerade bei Standards dürfen uns solche einfachen Gegentore wie der Treffer zum 1:1 nicht passieren. So etwas ärgert uns natürlich enorm. Vor allem weil wir solche Situationen Woche für Woche trainieren. Insgesamt hatten wir aber schon gute Abläufe. Die ersten Ansätze waren nicht verkehrt. Jetzt gilt es, an diesen zu arbeiten und sie in den Spielen umzusetzen. In der 2. Bundesliga sind Nuancen entscheidend. Wir müssen in jeder Situation hellwach sein. Daran arbeiten wir.
sv98.de: Was kannst Du den Fans im ersten Heimspiel versprechen?
Holland: Die Fans werden richtigen Zweitligafußball sehen. Wir werden alles raushauen. Die Vorfreude ist bei wirklich allen Spielern riesengroß, weil wir endlich wieder vor Fans spielen. Wir wollen zeigen, dass wir schon auf einem guten Stand sind und wollen die ersten Punkte in der Liga einfahren.