FAQs zum verlegten Testspiel gegen San Antonio
Der SV 98 beantwortet die wichtigsten Fragen zum verschobenen Testspiel der Lilien beim Kooperationspartner San Antonio FC.
Als sich Markus Anfang am 2. Juli diesen Jahres offiziell als Cheftrainer der Lilien vorstellte, da sprach der 46-Jährige von drei Säulen, auf die seine Arbeit beim SV 98 fußen sollte. Guter Fußball, die Weiterentwicklung der Spieler und schlussendlich auch das reine Ergebnis. Am gestrigen Samstag unterlagen die Lilien dem Hamburger SV mit 1:2. 164 Tage nach den Antrittsworten ihres Coaches. Und die 90 Minuten gegen die Hanseaten dienten als Beispiel dafür, welche der drei Säulen in der bisherigen Spielzeit Risse aufweist. Doch es sind Risse, die repariert werden können.
11 Spieltage sind mittlerweile absolviert. Bei insgesamt 34 kann also von einem Drittel der Saison gesprochen werden. 12 Zähler wanderten bis dato auf das Punktekonto der Lilien. Viel zu wenig für den Aufwand und die Spielweise, die der SV 98 in den bisherigen 990 Spielminuten auf den Platz brachte. „Gegen Paderborn haben wir absolut verdient verloren, die anderen neun Spiele hätten wir auch für uns entscheiden können“, bilanzierte Anfang daher mit Blick auf die Partien vor dem HSV-Spiel. Und damit vor einer weiteren Begegnung, in der die Darmstädter nicht die Früchte ihrer Arbeit ernten konnten. „Heute hätten wir auch einen Punkt mitgenommen“, erklärte Anfang angesichts der Qualität der Hanseaten, der Personalsorgen in den eigenen Reihen und den untypisch wenigen „Ballbesitzpassagen“ im Spiel seiner Elf. Nur, auch dieser eine Punkt war den Lilien nicht vergönnt.
Gegen die beste Offensive der Liga verteidigte der SV 98 von der ersten Sekunde an konzentriert, bis zum Elfmeter in der 71. Minute verzeichneten die Gäste nicht eine einzige klare Torchance. „Wir haben ein gutes Spiel gemacht, waren stabil hinten, haben selbst in Unterzahl nicht wirklich etwas zugelassen“, resümierte Immanuel Höhn, bevor die Nackenschläge der bisherigen Saison in emotionaler Art aus ihm heraussprudelten: „Ich weiß nicht, was wir verbrochen haben, warum wir derart bestraft werden. Wir bringen Leidenschaft auf den Platz und machen gute Spiele, aber werden nicht belohnt. Das tut extrem weh. Der Mannschaft, dem ganzen Verein und den Fans.“
Worte, die zu verstehen sind. Speziell beim Blick auf die Gegentore, die sich die Lilien am Samstag trotz hervorragender Defensivarbeit auf teilweise irrwitzige Art einfingen. Zunächst parierte Marcel Schuhen den Strafstoß von Simon Terodde, dem anschließend der Abpraller genau vor die Füße fiel – 0:1. Die Entstehung des zweiten Treffers erhitzte dann die Gemüter, bei allen, die es mit dem SV 98 halten und die Tobias Kempe stellvertretend bewertete: „Wir dürfen nicht alles auf den Schiedsrichter schieben, aber die Szene vor dem 1:2 kann ich nicht akzeptieren. Es gibt eine klare Regel im Fußball und die Schiedsrichter weisen immer darauf hin, dass der Ball dort liegen muss, wo das Foul stattgefunden hat. Und das war hier überhaupt nicht der Fall. Wenn es klare Regeln gibt, dann müssen sie auch eingehalten werden.“
In diesem Fall aber nicht. 1:2. Erneut Terodde. Der K.O. in der 87. Minute. Gegentore, die einen wahnsinnig machen können. Weil es eben nicht solche Treffer sind, wie sie die Lilien selbst erzielen. Flanke Holland, Hacke Berko, Direktabnahme Kempe. Eine traumhafte Kombination, ein wunderschöner Treffer.
„Es macht Spaß, deiner Truppe Fußball spielen zu sehen“, so HSV-Coach Daniel Thioune auf der Pressekonferenz in Richtung Markus Anfang. Die Säule des guten Fußballs. Sie steht. Und wer beispielsweise die Leistung des 21-jährigen Patric Pfeiffer in den vergangenen beiden Spielen analysiert, merkt schnell: Die Säule der Weiterentwicklung, auch sie wird immer fester verankert.
Was fehlt, sind die Ergebnisse. Die Säule, die am leichtesten zu bewerten ist. An der im Fußball natürlicherweise viel gemessen wird. 12 Punkte sind zu wenig, klar. Zufrieden ist bei den Lilien niemand. Und trotzdem sind alle bereit, den Mörtel in die Risse dieser Säule zu geben. Sie zu reparieren. Weiterhin hart zu arbeiten. „Wir dürfen nicht von unserem Weg abkommen. Auch nach zwei Niederlagen in Folge dürfen wir nicht den Fehler machen und aufhören, an uns zu glauben“, fordert Kempe, bevor er voller Überzeugung anfügt: „Das wird auch nicht passieren. Am Dienstag wartet ein neues Spiel. Wir fahren nach Fürth und wollen dort drei Punkte holen.“
Aussagen, in denen der der Top-Scorer der Lilien von seinem Trainer unterstützt wird: „Wir müssen beharrlich bleiben, weiterhin guten Fußball spielen. Die Spiele hätten fast alle auch anders laufen können. Wir werden so weiter arbeiten. Und für unseren Fußball belohnt werden.“
Bauarbeiten. Sie sind meist arbeitsintensiv und oft von Rückschlägen geprägt. Doch wer immer weiter macht, wer kontinuierlich auf das Ziel hinarbeitet, der blickt am Ende final doch positiv auf diesen Weg zurück. So wie es auch die Lilien tun wollen. Nach Errichtung der dritten Säule.