Am Sonntagnachmittag waren die Lilien in Herxheim-Hayna in der Südpfalz angekommen, um dort ihr Trainingslager zu absolvieren. Am Freitag begaben sie sich dann über den Umweg Mannheim (zum Spielbericht) wieder zurück nach Darmstadt. Zu insgesamt acht Einheiten bat Cheftrainer Torsten Lieberknecht an den fünf Trainingstagen auf den Platz, intensive und umfangreiche Sessions, die ihren Zweck erfüllen sollten. „Wir konnten gerade in den ersten Tagen sehr viel an den taktischen Inhalten arbeiten, ingesamt sehr gut trainieren und alles abarbeiten, was notwendig war“, resümierte Lieberknecht, der seinen Spielern am Freitagnachmittag ein Lob aussprach: „Die Jungs haben richtig gut mitgezogen. Der heutige Spiel war auch eine Frage der Mentalität nach dieser intensiven Trainingswoche. Das hat die Mannschaft sehr gut gelöst.“
Allein die Verletzung von Braydon Manu trübte das Gesamtbild, der Offensivspieler musste den Mannheimer Rasen nur sechs Minuten nach seiner Einwechslung wieder verlassen: „Eine genaue Diagnose liegt noch nicht vor, es folgen noch Untersuchungen, aber wir rechnen leider mit einer schwereren Verletzung.“
Als Team zusammengewachsen
Bis zu Manus Auswechslung hatte es sonst nur positve Eindrücke auf den Tagen in Herxheim-Hayna gegeben, die insbesondere mit der Arbeitsmoral aller Spieler zusammenhing. In jeder Einheit wurde mitzogen, zudem präsentierte sich das Team als Gemeinschaft. Noch am ersten Trainingslagertag hatte Lieberknecht den Wunsch geäußert, dass der komplette Tross in den Tagen in Herxheim-Hayna weiter zusammenwachsen sollte. Wer die Mannschaft beim gemeinsamen Fußballgucken am Mittwoch beobachtete, der merkte, der Wunsch des Coaches wurde schnell in die Tat umgesetzt. „Alle Neuzugänge machen einen super Eindruck, sie helfen uns sportlich weiter und passen charakterlich sehr gut in die Truppe“, erklärte dann auch Fabian Holland, dessen Zimmer im Trainingslager oftmals als Mittelpunkt diverser Kartenspiel-Runden fungierte, an denen sowohl Langzeitlilien als auch Neuverpflichtungen teilnahmen.
„Ambitionierter Underdog“
Harmonie neben, gesunder Konkurrenzkampf auf dem Platz. Die Tage in der Südpfalz zeigten auch, dass es mit großen Schritten auf den Saisonstart zugeht. Regensburg am 24. Juli. Dieses Datum diente immer wieder als Überschrift, wenn sich die Spieler in harten Zweikämpfen duellierten, Torhüter und Schützen bei Abschlussübungen alles für das jeweilige Ziel investierten oder die letzten Kräfte für einen der unzähligen Läufe mobilisiert wurden. „Die Jungs sind extrem viele Kilometer gelaufen“, analysierte Lieberknecht, der auch bewies, dass er gute und harte Arbeit gerne belohnt. Das anstehende Wochenende haben die Lilien frei. „Das haben die Jungs verdient“, so der Übungsleiter, der mit den Eindrücken des Trainingslagers und den Erkenntnissen des Testspiels den Blick auch schon in Richtung Saison 2021/22 richtete. „Wir wollen ein ambitionierter Underdog sein.“
Ein Ziel, das zum SV 98 passt. Das zu Lieberknecht passt. Und das in sich vereint, was die Lilien von sich selbst fordern: Mut, Leidenschaft und den Willen, alles zu investieren.
In einer Liga mit Bremen, dem HSV und Schalke 04 sind die Scheinwerfer auf andere gerichtet. Doch es gibt viele Teams, die Misstöne in das Konzert der Großen einfließen lassen wollen. Die Lilien möchten dazugehören. Und die Eindrücke des Trainingslagers zeigen: Sie sind bereit, dafür extrem viel Schweiß und Arbeit einzuzahlen.