FAQs zum verlegten Testspiel gegen San Antonio
Der SV 98 beantwortet die wichtigsten Fragen zum verschobenen Testspiel der Lilien beim Kooperationspartner San Antonio FC.
Nach Abpfiff wurde Klartext gesprochen. Zunächst übernahm Aytac Sulu das Wort im Spielerkreis, wenig später folgte der intensive Dialog mit den Fans auf der Südtribüne. Und auch im Gespräch mit den Journalisten nahmen die Spieler angesichts der vorrausgegangen 93 Minuten kein Blatt vor den Mund. Der einheitliche Tenor: So eine Leistung darf nicht passieren.
Gegen einen kompakten und aggressiven Gegner aus Sandhausen fanden die Lilien in keiner Phase zu ihrem Spiel und wirkten teilweise „lethargisch“, wie Sulu ehrlicherweise zugab. Dementsprechend fiel dann auch die Spielanalyse des Kapitäns aus: „Wir waren nicht in den Zweikämpfen und haben quasi keine zweiten Bälle gewonnen. Fehler sind erlaubt, aber es geht nicht, dass wir in gewissen Situationen den Fuß wegziehen oder Angst haben. Es hat ein stückweit Herz gefehlt.“
Ähnliche Sätze hatte Sulu zuvor bereits an seine Mitspieler gerichtet. Um Wachzurütteln und die Richtung vorzugeben, die der SV 98 in den kommenden Wochen wieder einschlagen muss. „Aytac hat die passenden Worte gefunden“, fasste Sandro Sirigu am Samstag die Rede des Spielführers zusammen und konkretisierte: „Es wurde Klartext geredet. Jetzt müssen wir sehen, dass diese Dinge auch Früchte tragen.“
Auch die Lilienfans auf der Südtribüne richteten im Anschluss klare Worte an die Mannschaft, die sich geschlossen dem Dialog mit den eigenen Fans stellte. „Der Frust der Fans ist verständlich. Wir waren selbst beschämt, dass wir ihnen gestern nichts zurückgeben konnten“, so Sirigu, der damit in die gleiche Kerbe wie Terrence Boyd schlug. „Die Fans fordern nicht, dass wir gewinnen. Sie wollen, dass wir kämpfen. Und wenn wir das nicht an den Tag legen, dann ist es viel zu wenig. Es muss jeder 100 Prozent geben für die Fans, den Verein und den eigenen Anspruch.“
Doch trotz der tiefen Enttäuschung, die auf beiden Seiten des Fanzauns herrschte, wurde in diesen Momenten des intensiven Austausches auch deutlich, wie eng Mannschaft und Anhang weiterhin zusammenstehen. Denn, nachdem sich die Beteiligten den Frust von der Seele geredet hatten, erklangen schon wieder die ersten Fangesänge, da ertönte motivierender Applaus und auch die Spieler merkten einmal mehr, dass sie auf diese Fans zählen können. Aber auch, dass sie etwas gutzumachen haben. „Die Mannschaft ist in der Bringschuld. Wir müssen liefern“, machte Sulu deutlich, was er nun von sich und seinen Teamkollegen erwartet. Und zwar bereits am kommenden Freitag im schweren Auswärtsspiel bei Union Berlin: „Die Fans vor Ort und am Fernseher müssen sehen, dass da Spieler auf dem Platz sind, die unbedingt wollen, die sich wehtun lassen und dem Gegner wehtun. Das ganze Herz muss auf dem Platz bleiben.“
Und auch Sandro Sirigu richtete nach einer „schlaflosen Nacht“ bereits den Blick auf die anstehende Aufgabe in der Hauptstadt: „Wir werden sicherlich nicht mit dem Fußballspielen aufhören. Daher gilt es jetzt, frontal anzugreifen. Diese Chance haben wir Gott sei Dank schon am nächsten Freitag. Wir dürfen auch nicht den Kopf verlieren oder die Freude am Fußball vergessen. Trotzdem wissen wir, worum es geht und dass wir wieder die Dinge auf das Feld bringen müssen, die uns stark gemacht haben.“